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»Ein Schandfleck« und »wirklich keine Werbung«

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Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Grassau und Piesenhausen war Thema bei der Bürgerversammlung. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Mehrere Probleme sprachen die Marquartsteiner in der Bürgerversammlung an. Hans Aigner bezeichnete die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Piesenhausen und der Lindenkapelle in Grassau als »Schandfleck« und forderte dringend ihre Sanierung. Da sie zum größten Teil auf Grassauer Grund liegt, solle sich Marquartstein mit Nachdruck an die Nachbargemeinde wenden.


Bürgermeister Andreas Scheck gab ihm recht, dass die Straße, die an vielen Stellen ausgebessert ist, »wirklich keine Werbung« sei, da nicht nur Piesenhausener Bürger, sondern auch viele Gäste die Straße Richtung Hochplattenbahn oder Märchenpark nutzen würden. Auch Renate Baumgartner bekräftigte die Forderung nach Sanierung, weil die Straße ohne Gehsteig und Mittelstreifen nicht nur nicht schön, sondern einfach auch gefährlich sei.

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Das Problem im Auge behalten

Im April 2012 hatte sich die Gemeinde Marquartstein schon einmal an Grassau mit dem Vorschlag gewandt, gemeinsam eine Mittelleitlinie auf der Fahrbahn anzubringen. Wie Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, hatte der Bauausschuss damals entschieden, dass zuerst die Straße und ihr schadhafter Unterbau erneuert werden sollten. Dann erst mache eine Mittellinie Sinn. Die Straße werde jedes Jahr ausgebessert, so Jantke, aber die grundlegende Sanierung stehe noch aus, weil mehrere Straßen innerorts auch sanierungsbedürftig seien. Jährlich sei für Straßensanierungen ein Etat von maximal 200 000 Euro vorhanden. Er versprach jedoch, das Problem im Auge zu behalten.

Ein Bürger, der erst seit einem Jahr in Marquartstein wohnt, sagte, dass es später am Abend keine Busverbindung mehr von den Bahnhöfen in Übersee oder Bernau nach Marquartstein gebe und ob man nicht eine zusätzliche Busverbindung einrichten könnte.

Der Bürgermeister meinte, dass man damit beim RVO eher schlechte Chancen habe, weil das Busnetz eher noch verringert werden soll. Beim Ökomodell Achental denke man aber bereits über Lösungen des Problems nach, zum Beispiel ein Car-Sharing-Netz einzurichten oder ehrenamtliche Autofahrten. »Wir sind dran«, versprach Scheck.

Elke Sommer schlug dazu ebenfalls vor, dass sich möglicherweise Leute ehrenamtlich zur Verfügung stellen könnten, um abends auf Anfrage den Transport vom Bahnhof zu übernehmen.

Container für Abfälle manchmal voll

Mehrfach wurde der Wertstoffhof angesprochen. Bürger wiesen darauf hin, dass der Container für Gartenabfälle manchmal voll sei. Der Bürgermeister informierte, dass der gemeinsame Wertstoffhof für Grassau, Staudach und Marquartstein vom Landratsamt bis Mitte 2016 realisiert werden soll, obwohl bisher noch kein Grundstück gefunden worden sei. Dann gäbe es auch täglich Öffnungszeiten. In Marquartstein sollten dennoch einige Container beibehalten werden, versprach Scheck, zum Beispiel für Anlieferungen ohne Auto. Wenn Container beim jetzigen örtlichen Wertstoffhof voll seien, liege das daran, dass sie von den Unternehmen nicht rechtzeitig ausgetauscht würden, so der Bürgermeister.

Ob bereits ein neuer Käufer für die Burg Marquartstein gefunden sei, wollte Heinz Hammerschmid wissen. Ihm sei davon nichts bekannt, antwortete der Bürgermeister. Lediglich das Inventar der Burg sei im November bei Sothebye´s versteigert worden. Zu Hammerschmids Anregung, dass die Bäume auf dem Grundstück der Burgkirche so beschnitten werden sollten, dass die Kirche auch im Sommer aus Richtung Grassau sichtbar sei, erwiderte Scheck, dass bereits mit dem Forst und der Grundstücksbesitzerin dazu Gespräche geführt worden seien. Sie zeige sich offen für den Vorschlag.

Wolfgang Hammerschmid sprach den sanierungsbedürftigen Zustand der Straße von Wuhrbichl nach Raiten an. Der Bürgermeister informierte, dass es dazu schon zwei Besprechungstermine mit dem Staatlichen Bauamt gegeben habe. Die Verbindungsstrecke sei zwar in keinem Investitionsplan enthalten, aber dennoch plane das Staatliche Bauamt den Ausbau. Ein konkreter Zeitplan sei noch nicht absehbar und hänge von den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.

Ein Bürger regte einen Mittelstreifen auf der Pettendorfer Straße in Höhe der Apotheke an, weil die Straße hier in einem unerwarteten Knick verlaufe, der gefährlich werden könnte. Scheck antwortete, dass die Aufbringung eines Mittelstreifens von der Breite der Straße abhänge. Der Vorschlag solle geprüft werden.

Einwohnerzahl erstmals 2015 leicht gefallen

Die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz in Marquartstein ist erst in 2015 erstmals leicht gefallen, nicht »seit Jahren«, wie es in unserem gestrigen Bericht zur Bürgerversammlung hieß. Laut neuesten Informationen aus dem Landratsamt sollen acht Asylbewerber in das neue Quartier an der Staudacher Straße 9 erst im Januar oder Februar einziehen, berichtete Bürgermeister Andreas Scheck im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit seien 46 Asylbewerber in Marquartstein untergebracht, 54 sei das derzeitige Soll der Gemeinde, in 2016 wird es bei 107 liegen. Für den ganzen Landkreis Traunstein sind in 2016 rund 5600 Asylbewerber prognostiziert. gi

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