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Ein Ottinger möchte den »Löwen« ein Bein stellen

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Der Ottinger Christoph Fenninger (vorne) möchte mit dem 1. FC Saarbrücken in die III. Liga aufsteigen, dazu muss seine Mannschaft in der Relegation den TSV 1860 München bezwingen. (Foto: Andreas Schlichter)

Sie sind Meister in ihren jeweiligen Fußballligen – und dürfen dennoch noch nicht den Aufstieg feiern. Der TSV 1860 München, Meister der Regionalliga Bayern, muss jetzt noch gegen den 1. FC Saarbrücken, Meister der Regionalliga Südwest, in diesen Tagen in der Relegation um den Aufstieg in die III. Liga spielen. Hautnah bei diesen beiden Aufstiegsspielen dabei sein wird Christoph Fenninger.


Der Ottinger trägt seit einem Jahr das Trikot der Saarbrücker und freut sich riesig auf die beiden bevorstehenden Partien, wie er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt verrät. »Wir wollen aufsteigen«, betont der 23-jährige Stürmer selbstbewusst, »und dafür müssen wir jetzt in den beiden Relegationsspielen nochmals voll durchziehen.«

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Das Relegations-Hinspiel findet am heutigen Donnerstag, 17.30 Uhr, statt. Gespielt wird in Völklingen, da das Stadion in Saarbrücken gerade umgebaut wird. Das Rückspiel steigt am Sonntag, 14 Uhr, im Grünwalder Stadion. Beide Spiele übertragt der BR live im Fernsehen.

Viele Experten sehen Saarbrücken leicht im Vorteil. Der Meister der Regionalliga Südwest ist mit 92 Treffern unter anderem auch die torgefährlichste Mannschaft aller fünf Regionalligen. »Wir haben wirklich eine starke Saison gespielt«, freut sich Christoph Fenninger. Der Lohn: Der Traditionsverein ist souverän Meister geworden. »Und das, obwohl die Konkurrenz auch stark gewesen ist«, fügt der gebürtige Traunsteiner, der die Trikotnummer 13 trägt, hinzu.

Fenninger selber ist mit seinem ersten Jahr in Saarbrücken – dort wird übrigens unter Profibedingungen trainiert – sehr zufrieden. Der sympathische Fußballer kam auf 19 Regionalliga-Einsätze, wurde dabei angesichts der starken Konkurrenz im Kader meist eingewechselt und erzielte zwei Treffer. Auch im DFB-Pokal war das Team von Trainer Dirk Lottner im Einsatz, scheiterte dort aber in der ersten Runde am Zweitligisten Union Berlin (1:2 n. V.), Fenninger wurde in dieser Partie ebenfalls eingewechselt und schnupperte damit auch schon DFB-Pokal-Luft.

Treffsicher im Saarlandpokal

Im Saarlandpokal spielte der Angreifer sechsmal und traf 13 Mal ins Schwarze. Den Vogel schoss er dabei im Achtelfinale im Spiel beim Verbandsligisten 1. FC Riegelsberg ab, als er allein sieben Treffer zum 13:1-Erfolg beisteuerte. Auch eine Runde zuvor war Fenninger schon der Top-Torschütze seiner Mannschaft und schoss den FC Rastpfuhl in der zweiten Runde mit sechs Toren beim 8:0-Sieg quasi im Alleingang ab.

Saarbrücken stand jetzt auch im Finale des Saarlandpokals, musste sich dort aber am Pfingstmontag dem Ligarivalen SV Elversberg mit 0:1 geschlagen geben und verpasste damit die Titelverteidigung. Fenninger stürmte in diesem Spiel von Anfang an, konnte aber keinen Treffer erzielen. Der Kontrahent zog damit auch in die erste Runde des DFB-Pokals ein, für Saarbrücken ging die Generalprobe für die Aufstiegsspiele gegen die »Löwen« hingegen daneben.

Doch sei's drum. Jetzt geht's um den Aufstieg in die III. Liga. Die Spannung steigt. »Das ist eine 50:50-Chance«, sagt Christoph Fenninger, der auf jeden Fall wieder im Kader der Saarbrücker für die Aufstiegsspiele stehen wird. »Wir werden alles geben«, verspricht er. Und natürlich seien diese beiden Spiele gegen eine Mannschaft aus Bayern für ihn auch etwas ganz Besonderes, gibt er zu. »Zumal meine beiden Brüder beispielsweise auch 60er-Fans sind«, lacht er und fügt augenzwinkernd hinzu: »Aber diesmal drücken sie mir die Daumen.«

Das Fußball-Gen wurde Christoph Fenninger übrigens wie auch seinen beiden Brüdern Maximilian (spielt beim SB Chiemgau Traunstein) und Alexander (DJK Otting) schon in die Wiege gelegt. Denn Papa Michael spielte ebenfalls lange Jahre bei der DJK Otting. Bei der DJK begann auch Christoph seine Fußballkarriere. In der Jugend war er dann auch noch in Traunstein und beim SV Wacker Burghausen am Ball, ehe er 2014 zum FC Ingolstadt wechselte und dort drei Jahre lang in der U 23 am Ball war.

Der Offensivmann lernte dort aber auch die Schattenseiten seines Berufs kennen. Die Offensivkraft war wegen einer Schambeinentzündung ein Jahr lang außer Gefecht. Aber er kämpfte sich zurück, war Stammkraft und ging im vergangenen Sommer schließlich nach Saarbrücken. »Hier habe ich mich mittlerweile gut eingelebt«, sagt Christoph Fenninger.

Jetzt soll in den beiden Relegationsspielen die Krönung der Saison folgen. »Ich habe schon vor ein paar Wochen gesagt, dass es ein Traum für mich wäre, wenn die Relegation gegen 1860 München ist.« Sein Wunsch ging in Erfüllung. Nun hofft der Profi, dass es schöne Spiele werden und er freut sich ganz besonders auf die Stimmung in den Stadien. »In München wird sicherlich einiges los sein.« Und Christoph Fenninger hofft, dass seine Mannschaft am Sonntag Grund zum Feiern hat.

In wenigen Wochen beginnt die Vorbereitung

In wenigen Wochen wird für Christoph Fenninger, der in Saarbrücken noch ein Jahr Vertrag hat, und sein Team dann schon wieder die Vorbereitung auf die neue Saison beginnen. Und natürlich wäre es ihm am liebsten, wenn sein Verein dann Drittligist wäre. Er selber würde natürlich irgendwann auch gerne einmal in der II. Bundesliga auflaufen. »Aber ich denke nur von Schritt zu Schritt«, sagt er.

In der neuen Saison will sich der Fußballer auf jeden Fall einen Stammplatz erkämpfen. Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt geht's erst einmal gegen die »Löwen«, die ebenfalls mit viel Elan in die Aufstiegsspiele gehen werden (siehe eigenen Artikel unten). Und Christoph Fenninger weiß: »Solche Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Aber ich glaube daran, dass wir uns durchsetzen werden.« SB