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Ein neues Rettungsboot für die Wasserwacht Seebruck

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Die Taufe des neuen Rettungsbootes der Seebrucker Wasserwacht nahm Bootsführerin Andrea Guggenberger vor. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck – Feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben worden ist das neue Rettungsboot der Wasserwacht Seebruck. Zahlreiche Bürger und Ehrengäste hatten sich eingefunden, um diesen Freudentag mit den Wasserwachtlern zu begehen und zugleich das 25-jährige Bestehen der Chiemgau-Stiftung zu feiern.


Deren Initiatoren und Gründer hatten vor einem Vierteljahrhundert die enge Verbindung zur Wasserwacht begründet. »Um etwas zu bewegen, braucht es kantige Persönlichkeiten, die sagen, dafür stehe ich, das will ich und das ist mir wichtig«, lobte Diakon Hans Eder die bereits verstorbenen Wegbereiter der Chiemgau-Stiftung, Dr. Georg und Hildegard Kropfhammer, Richard Kopperschmidt und Sepp Sedlmeier, in der voll besetzten Seebrucker Pfarrkirche.

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Auch in den Vereinen gehe es nicht ohne Menschen, »die weiter und größer denken, die für die gute Sache und christliche Werte einstehen und diese leben und vorleben«, so Eder, der den Gottesdienst mit Pater Sebastian zelebrierte. Zusammenhalt sei ganz wichtig, »schön, dass ihr die Gemeinschaft pflegt«, wandte sich Eder an die Seebrucker Wasserwacht mit ihren 44 aktiven Mitgliedern. Die Jugendblaskapelle Seeon umrahmte die Messe und führte den Festzug zum Yachthafen an. Die Fahnenabordnungen der Seebrucker Ortsvereine und die Vertreter der zahlreich erschienenen Chiemsee-Rettungsorganisationen gaben ein prächtiges Bild ab.

Die Segnung des hochmodernen Rettungsboots nahmen der evangelische Pfarrer Manuél Ceglarek und Diakon Eder vor. Das festlich geschmückte Rettungsboot löst das Vorgängerboot, die »Hildegard-Georg III«, nach 30 Jahren ab. Bootsführerin Andrea Guggenberger war es vorbehalten, das neue Boot auf den Namen »Richard« (nach Richard Kopperschmidt) zu taufen. »Möge es uns immer wieder gut heimbringen«, betonte Guggenberger. Nicht nur den rüstigen Gründungsmitgliedern Hans und Rudl Sedlmeier, die die Seebrucker Wasserwacht vor 67 Jahren mit aufgebaut hatten, stand die Begeisterung förmlich ins Gesicht geschrieben.

Um auch in Zukunft die Unversehrtheit und Sicherheit der Seebrucker Wasserwachtler bei ihrem ehrenamtlichen und selbstlosen Einsatz zugunsten des Gemeinwohls gewährleisten zu können, habe man entschieden, »ein neues Rettungsboot auf aktuell höchstem Sicherheitsstandard und der notwendigen Ausrüstung anzuschaffen«, erinnerte Wasserwachts- und Fördervereinsvorstand Henry Lichtenhahn. Das neue Boot sei als Rettungsboot konzipiert und halte sehr große Belastungen aus. Der Bootskörper ist 10,40 Meter lang, 3,36 Meter breit und hat mit Aufbauten eine Gesamthöhe von 3,65 Metern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei zirka 30 Knoten, zur Versorgung sind zwei Dieseltanks mit je 230 Liter Fassungsvermögen eingebaut. Mit dem Boot können 14 Personen mit einer Gesamt-Zuladung von 1500 Kilogramm befördert werden.

Ein besonderer Dank galt allen Gönnern, Spendern und Unterstützern, allen voran der Chiemgau-Stiftung und der Gemeinde Seeon-Seebruck. Der Gemeinderat hatte sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Projekt mit 45 000 Euro zu unterstützen. Die Gesamtkosten für das Rettungsboot belaufen sich auf 465 000 Euro plus 5000 Euro Transportkosten. Die neue Krananlage kostet zudem 25 000 Euro.

Frank Kopperschmidt rief die Entstehungsgeschichte der Chiemgau-Stiftung in Erinnerung; die Gründungsversammlung war am 9. August 1993. Der Stiftungsratsvorsitzender verwies auf das Grundvermögen der Stiftung von knapp zwei Millionen Euro und auf die 2 709 528 Euro Spendengelder, die in den vergangenen 25 Jahren ausgeschüttet worden sind. Nach dem Bau des Seebrucker Kindergartens mit 454 366 Euro sei das Wasserwachtboot mit 350 000 Euro »das zweitgrößte jemals unterstützte Projekt«, so Kopperschmidt.

Bürgermeister Bernd Ruth gratulierte der Chiemgau-Stiftung zum Jubiläum und der Seebrucker Wasserwacht zum neuen Rettungsboot und sprach von einem »wichtigen Schritt in die Zukunft«. Die Wasserwacht sei auch für die Hafengemeinschaft unverzichtbar. Glückwünsche überbrachte auch der Vorsitzende der Kreiswasserwacht und stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende Hans-Michael Weisky. Man könne stolz darauf sein, dass die Finanzierung ohne staatliche Zuschüsse gelungen sei, so Weisky.

Für ihr Engagement zeichnete Vorstand Henry Lichtenhahn Johanna Fenzl, Christa Lichtenhahn und Harfenwirtin Rosi Lex aus. Einen Spendenscheck im Wert von 12 000 Euro überreichte der Präsident des Lions-Clubs Chiemsee Bedaium, Meinolf Pousset, an Lichtenhahn und den technischen Leiter der Wasserwacht, Markus Fenzl. mmü

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