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Ein neues Baugebiet in Ringham

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Im Südosten Ringhams, im Bild rechts der Furtstraße, entsteht ein Neubaugebiet im Sinne des Einheimischenmodells. (Foto: Höfer)

Petting – Eine gerade Straße, links und rechts quadratische Grundstücke. So etwa sah die erste Überlegung der Gemeinde für ein neues Baugebiet in Ringham aus. Dieser »Dorn« in die Landschaft habe Landratsamt und Regierung nicht zu »hundert Prozent« gefallen, wie es Bürgermeister Karl Lanzinger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorsichtig formulierte.


Da legte Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Wolfgang Schuardt eine Erstskizze vor, in der sich 14 Bauplätze östlich der Furtstraße halbkreisförmig an die Südostecke Ringhams schmiegen. Weil nicht alle Details die uneingeschränkte Zustimmung des Gremiums fanden, hat das Planungsbüro Hausaufgaben mitbekommen.

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Bürgermeister Karl Lanzinger hätte sich mindestens 16 Bauplätze erhofft. Als Alternative zur Stichstraße in das Baugebiet mit Wendehammer befürworteten einige Räte eine »Ringstraße«. Thema der Diskussion war auch die Ortsrandeingrünung: Soll der rund fünf Meter breite Streifen in Privatbesitz bleiben, was früher oder später zu einer Okkupation durch die Besitzer führen werde, oder behält ihn die Gemeinde für sich?

Der Planer blickte zunächst auf eine historische Karte Ringhams aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. »Es gab seit jeher ein Ober- und ein Unterdorf; das ist heute nicht anders, auch wenn die Ortsteile gewachsen sind.« Klar sei, dass man sich hier im Außenbereich bewege und daher ein Flächennutzungsplan, in dem ganz Ringham einbezogen wird, und ein Bebauungsplan nötig würden.

Die Parzellen sind mit 600 bis 800, eine sogar mit 920 Quadratmeter, vergleichsweise groß. »Wir haben traditionell große Grundstücke, keine mit 500 Quadratmeter«, meinte Lanzinger dazu. Wolfgang Schuardt und seine Mitarbeiterin Eva Weber begründeten die Idee dahinter: »Damit bleibt es möglich, nachzuverdichten«, sagte Weber. Mehrere Generationen könnten damit auf dem Grundstück bleiben. »Besser jetzt größer als später komplett neu auf anderer Fläche bauen«, sah sie mittel- und langfristig auch eine Flächenersparnis.

Schuardt vermisste bei vielen Neubaugebieten die Verhältnismäßigkeit: »Große Häuser auf kleinen Grundstücken.« Philipp Strohmeyer jedoch befürchtete, dass »die Leute gleich so groß bauen werden«. Vielleicht sollte man einige Grundstücke wie vorgeschlagen und einige »klassisch« gestalten, schlug Lanzinger vor.

Er betonte, dass die Siedlung eingegrünt werden solle; bleibe aber dieser Grünstreifen im Besitz des Grundstücksinhabers, so werde er rasch Teil des eigenen Gartens. Ausgleichsflächen auf Privatgrund hätten sich nicht bewährt, ergänzte Schuardt, der sich »markante Stellen« mit Linde oder Eiche für ein schönes Ortsbild wünschte. Lanzinger riet, den Randstreifen in Gemeindebesitz zu belassen, während zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl davor warnte, die relativen Preise für die Käufer nach oben zu treiben: »Je mehr wegfällt, desto höher der Preis für das verbleibende Stück.« Das erschien Thomas Stippel vernachlässigbar: »Auf zwei oder drei Euro geht's net zamm.« Petting verlangt bisher 100 Euro für den Quadratmeter erschlossenen Baugrunds.

Christian Mayer gefiel die im Süden liegende Zufahrt nicht. »Eine Ringstraße wäre gut«, fand er, und so sahen es auch etliche seiner Kollegen, die auch einen Spielplatz vermissten. »Brauche ich auf dem Dorf einen Spielplatz?«, bezweifelte Schuardt die Notwendigkeit, worauf Prechtl auf Schönram verwies, wo sich der Platz zu einem Treffpunkt entwickelt habe und sehr gut angenommen werde.

Warum man nicht das Grundstück auf der östlichen Seite der Furtstraße mit einbeziehe, fragte Roland Krammer, »hat man mit dem Besitzer gesprochen?« – »Der weiß Bescheid«, antwortete Lanzinger, weitere acht Häuser wären damit möglich, allerdings wäre das ein »großes Ding«, das die aktuelle Sache verzögern würde. Dabei brenne es »einer Reihe von Bewerbern schon auf den Nägeln. Klar ist, wir und die Landwirtschaft kriegen keine Probleme«, so Lanzinger. Das habe ein Geruchsemissionsgutachten eindeutig ergeben, seien doch in einem Dorfgebiet Einwirkungen bis zu 15 Prozent der Jahresstunden zulässig. Der Rathauschef könnte sich etliche öffentliche Stellplätze im neuen Baugebiet ebenso vorstellen wie die Möglichkeit von Doppelhaushälften.

Lanzinger drängte den Planer zur Eile, indem er auf den dreiwöchigen Sitzungsrhythmus hinwies. »Das wird knapp«, sagte Schuardt dazu. Auf Lanzingers Bitte, wenigstens den Auslegungsbeschluss fassen zu können, reagierte Philipp Strohmeyer skeptisch. Habe man als Gemeinde schon die seltene Möglichkeit, selbst zu gestalten, dann erwarte er auch genügend Zeit, sich mit dem Entwurf zu befassen. »Ich möchte den gerne vorher sehen«, bat Strohmeyer. Gleich wie: »Geben Sie Gas«, forderte Lanzinger den Planer auf. höf