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Ein neuer Boulderraum für die Teisendorfer Turnhalle

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So soll die Ostseite der Turnhalle nach dem Umbau aussehen. (Grafik: Architekturbüro Putzhammer)

Teisendorf – Die Teisendorfer Schulturnhalle soll im Zuge der Generalsanierung und Erweiterung anstelle einer Kletterwand einen Boulderraum bekommen. Einstimmig entschied sich der Gemeinderat dafür, da der Boulderraum im Gegensatz zur ursprünglich angedachten Kletterwand von der Regierung gefördert wird. Der Anteil des Markts an den Gesamtkosten würde bei der nun beschlossenen, neuen Variante bei rund 2,025 Millionen Euro liegen.


Im Juli 2014 hatte sich der Gemeinderat unter drei vom Architekturbüro Bernhard Putzhammer aus Freilassing vorgestellten Varianten für die sogenannte Variante 2 a entschieden, deren Gesamtkosten auf rund 4,1 Millionen Euro veranschlagt wurden. Bei dieser Variante würde die 18 mal 36 Meter große Halle um zwei 18 mal 6 Meter große Gebäudeachsen erweitert. Eine Achse würde dabei auf die Turnhalle und eine auf die elf bis zwölf Meter hohe Kletterwand entfallen. Die Gesamtfläche aller Geschoße, die 2200 Quadratmeter beträgt, würde sich in diesem Fall um 860 Quadratmeter auf 3060 Quadratmeter erweitern.

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Die Krux ist jedoch, wie Putzhammer nun im Gemeinderat erläuterte, dass es für die Kletterwand keine Zuschüsse gibt. Förderfähig sind, bei einem angenommenen Fördersatz von 59,22 Prozent, lediglich knapp 3,34 Millionen Euro der Gesamtkosten. Der Gesamtanteil des Markts Teisendorf läge bei der Variante 2 a bei rund 2,124 Millionen Euro.

Halle wird in Richtung Osten um zwei Achsen erweitert

Als Alternativen stellte Putzhammer nun eine Variante 3, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, und eine besonders kostengünstige Variante 4 vor. Bei der Variante 4 wird die Turnhalle nur um eine Achse erweitert, und es entsteht wie bei Variante 3 ein Boulderraum im Keller. Der Nachteil: Der zusätzliche Raum im Kellergeschoß in einer Größe von 65 bis 70 Quadratmeter, der bei Variante 2 a und 3 entsteht, fällt bei der Billig-Lösung weg. Die gesamte Geschoßfläche würde hier 2950 Quadratmeter betragen und der Gesamtanteil der Gemeinde lediglich gut 1,885 Millionen Euro.

Variante 3 bietet am meisten: Es entsteht eine Gesamt-Geschoßfläche von 3160 Quadratmeter bei einem Kostenanteil der Gemeinde in Höhe von rund 2,025 Millionen Euro. Die Halle wird Richtung Osten um zwei Achsen für die Turnhalle erweitert. Darunter entstehen ein Boulderraum direkt an der Ostseite und ein zusätzlicher Kellerraum. Bei dieser Lösung sind gut 3,76 Millionen Euro förderfähig.

Der Architekt erläuterte, dass Bouldern ein Klettern in Absprunghöhe ist und dass das Klettern an der bis zu drei Meter hohen Wand in dem etwa vier Meter hohen Raum anders als an der Kletterwand ohne Aufsichtspersonal möglich sei. Es sei mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt, dass diese Variante auch im Sinne des Schulsports ist. Bürgermeister Thomas Gasser begrüßte die neue Variante. Er betonte, natürlich seien Gespräche mit der DAV-Sektion Teisendorf geführt worden, die auch hinter dem Boulderraum stehe. Wie berichtet, entsteht in der neuen Turnhalle in Waging mit Unterstützung der DAV-Sektion Teisendorf und der Alpenvereins-Ortsgruppe Waging eine neue Kletterwand, zu der der Boulderraum eine Ergänzung sein soll.

Boulderraum kann für den Schulsport genutzt werden

Gasser hob auch hervor, dass Bouldern im Trend liege und Boulderräume bei künftigen Sporthallen wohl verstärkt eingebaut würden. Die Gemeinde sei dann hier »vorn dabei«. Für den Schulsport sei das Klettern in einem solchen Raum leichter umsetzbar, da die Schüler nach einer kurzen Einweisung eigenständig klettern könnten. Auch Sportvereine nutzten das Bouldern verstärkt als Ergänzungstraining. Die größere Hallenfläche werde von der Regierung sehr positiv gesehen. Durch die Erweiterung um zwei Achsen könne die Halle für den Schulsport durch eine Trennwand in zwei annähernd gleich große Teilhallen getrennt werden.

Die Gemeinderäte befürworteten durchwegs die Ideal-Lösung. Der Boulderraum sei etwas Neues, »das unsere Attraktivität steigert«, betonte CSU-Gemeinderat Alois Stadler. Im Gegensatz zu sonst befürworte er hier nicht die preisgünstigste Lösung, sondern die Variante, wo man für das Geld am meisten bekommt. Hier pflichtete Johann Niederstrasser (FWG) bei. Für die Eingabeplanung und die detaillierte Ausführung wünschte er sich, dass er früher Einsicht in die Pläne bekommt. Dritter Bürgermeister Gernot Daxer (CSU) lobte die Vergrößerung der Halle, FWG-Fraktionssprecher Peter Schuhbeck nannte Variante 3 »die vernünftigste Lösung«. Thomas Egger (CSU) hakte nochmal nach, dass das Gremium geneigte Dächer gewünscht habe. Putzhammer versprach, dies so umzusetzen. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2016 geplant. Die Halle soll laut Gasser auf alle Fälle nur einen Winter durch den Umbau gesperrt sein. vm