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Ein milder Winter geht zu Ende

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Das milde Winterwetter hat auch die Natur deutlich beeinflusst. Vögel besetzten bereits im Februar ihre Nistkästen und Bäume und Pflanzen begannen früher als in den Vorjahren zu blühen. In Maria Eck bei Siegsdorf blühen seit dieser Woche gleich mehrere wilde Obstbäume. (Foto: Krammer)

Traunstein. Der kalendarische Winter geht heute zu Ende. Er war überdurchschnittlich warm und schneearm. Die Familie Huber hat die Daten dieses Winters, der eigentlich gar kein richtiger war, für das Traunsteiner Tagblatt zusammengestellt.


Astronomisch wird der Frühling auf der Nordhalbkugel durch das Primar-Äquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche) festgelegt. Der kalendarische Eintritts-Zeitpunkt variiert und fällt, abhängig unter anderem vom Abstand zum letzten Schaltjahr, auf den 19., auf den 20. oder auf den 21. März. In diesem Jahr wurde die Tag- und-Nacht-Gleiche gestern um 17.57 Uhr erreicht.

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Mit 69 Tagen, an denen sich die Sonne zeigte, lag dieser Winter erheblich über dem Durchschnitt der letzten 40 Jahre, der bei 51 Tagen lag. Am sonnigsten war der Winter 1989/90 mit 82 und am trübsten der Winter 1979/80 mit nur 44 Tagen Sonnenschein. Der Winter war ungewöhnlich trocken; es gab nur an 26 Tagen Niederschlag, das ist der zweitniedrigste Wert in den letzten vier Jahrzehnten. Nur noch im Winter 1992/93 gab es weniger Tage mit Niederschlag. Am öftesten Schnee und Regen registriert wurden 1987/88, nämlich an 54 Tagen.

Schnee, und den nur in geringen Mengen, gab es diesmal nur an 7 Tagen, das ist zusammen mit dem Winter 1988/89 der niedrigste Wert. Die meisten Tage mit Schneefall wurden 1984/84 registriert: 37 Tage. Gewitter, Hagel oder Graupel blieben in diesem Winter aus. An 14 Tagen gab es Nebel oder Hochnebel, das entspricht etwa dem Durchschnitt. Nachtfrost gab es nur 48 Mal – immer im einstelligen Bereich. Der Durchschnitt seit 1974 liegt bei 67 Nachtfrösten.

Am öftesten sanken die Nachttemperaturen im Winter 1983/84 unter null Grad, nämlich 89 Mal, also fast jede Nacht. Tagsüber sank das Thermometer diesmal nie unter 0 Grad ab, das hat es an der Wetterstation am Traundamm seit 1974 noch nie gegeben. Dagegen blieb die Quecksilbersäule im Winter 1986/87 an 36 Tagen unter Null, also 36 Tage mit Dauerfrost.

Auch die Durchschnittstemperaturen zeigen, dass es ein überdurchschnittlich warmer Winter war. Mit plus 3,8 Grad war es der Zweitwärmste, der nur 2006/07 mit 4 Grad übertroffen wurde. Der kälteste Winter war mit minus 3,1 Grad im Schnitt 1986/87. Die kälteste Nacht war diesmal am 1. Januar mit minus 7 Grad und der wärmste Tag der 18. März mit plus 19,1 Grad. Die kälteste am Traundamm gemessene Nacht war am 8. Januar 1985 mit minus 26 Grad und der wärmste Tag war der 4. März 1998 mit 22 Grad.

Auf die milden Temperaturen reagierte auch die Natur. So kamen um den 20. Februar bereits die Stare und besetzten die Nistkästen. Mitte März konnte man den ersten Kuckuck rufen hören. Ebenso auffallend ist der extrem niedrige Wasserstand am Chiemsee. Außerdem, und das ebenso ungewöhnlich für diese Zeit, herrscht zum Winterende erhebliche Waldbrandgefahr.

Leider haben wir diesmal keine passende Wetter- oder Bauernregel für den außergewöhnlichen Winter gefunden. Es kann jedoch immer nochmal Schnee kommen, der, so ist zu erwarten, dann nicht mehr lange liegen bleiben wird und hoffentlich auch nicht zu viel Schaden anrichtet. Auch der Spruch »Weihnacht im Klee, Ostern im Schnee!« ist diesmal unwahrscheinlicher, da Ostern heuer sehr spät ist. mh

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