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Ein Meilenstein in der Grassauer Musikgeschichte

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Der frühere Musikschulleiter Hans Josef Crump dirigierte beim Festkonzert nach langer Zeit wieder das von ihm gegründete Grassauer Blechbläser-Ensemble (Foto: Hogger)

Grassau – Vier Jahrzehnte Musikschulgeschichte füllten den Raum: Ganz viele eifrige Musikschüler, die Lehrkräfte und darüber hinaus etliche Ehemalige, die inzwischen Profimusiker in ganz Deutschland sind, brachten die Bühne des Grassauer Heftersaals zum Schwingen. Durch das Programm führten Musikschulleiter Wolfgang Diem und sein Stellvertreter Otto Dufter.


Es war in der Tat ein festliches Konzert, mit dem die Musikschule ihren 40. Geburtstag feierte. Das Programm ging weit über die gewohnte Darbietung von Schulinhalten hinaus. Es wollte die Arbeit der Musikschule vom Anfänger bis zum Berufsmusiker aufzeigen. Und das gelang hervorragend. Schon das erste Stück überzeugte die Zuhörer im voll besetzten Saal, standen doch tatsächlich 35 Musikschüler jeden Alters gemeinsam auf der Bühne: das grün gewandete, muntere, komplette Streichorchester der Geigenlehrerin Sabine Weiskirchner.

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14 Ensembles spielten beim Festkonzert

Vorrangig Ensembles gestalteten den Abend und zeigten die Stärke der Musikschule: Sie legt – parallel zum intensiven Einzelunterricht – großen Wert auf das gemeinsame Musizieren als soziales und künstlerisches Erlebnis. Das geschieht auf jeder Lernstufe und bei jeder Musikrichtung, sei es Volksmusik, klassische Musik oder Moderne. So wird Musik vielfältig gestaltet. Das Programm bot mit seinen 14 Ensembles viele Beispiele für ungewöhnliche Zusammenstellungen, etwa die »Räuberbande« (vier musizierende und plattlnde Bläserbuben von neun bis zehn Jahren) oder die Gruppe »Blechhoizn« (ein Horn und drei Klarinetten), ein Gitarrenquartett mit Kontrabass oder ein Querflötenensemble und die Bläsergruppe »Grass Brass«, jeweils mit Schlagwerk. Zwei Klavierduos waren ebenso zu hören wie das hervorragende Hornensemble der Musikschule (mit einem Auszug aus dem Elias-Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy) und ein Streicherduo mit Geige und Bratsche.

Soweit nur das Programm der Musikschüler – das Festkonzert war damit jedoch keineswegs zu Ende. Nun traten ehemalige Musikschüler als jetzige Berufsmusiker auf und verwandelten den Heftersaal gänzlich in eine Kammermusikbühne. Als einziger Solist des Abends war der Schlagzeuger Roman Schlonski zu hören.

Jubiläumskonzert wies mit Energie in die Zukunft

Das weitere Programm zeigte, dass die Künstler, die der Musikschule Grassau entstammen, schon generationenübergreifend aktiv sind: Frühere Musikschüler, die inzwischen Berufsmusiker oder Musiklehrer sind, spielten mit ehemaligen Schülern und fanden sich zu gemeinsamen Ensembles zusammen. Damit wurde deutlich, dass das Jubiläumskonzert der Musikschule Grassau keine rückwärtsgewandte Gedenkfeier darstellte, sondern mit Energie in die Zukunft wies.

In seiner kurzen Rede konnte Bürgermeister Rudi Jantke die Entstehungsgeschichte der kommunalen Musikschule in Grassau und die kontinuierliche Unterstützung der beteiligten Nachbargemeinden würdigen. Dabei erinnerte er auch an den Gründer der Musikschule, den früheren Bürgermeister Konrad Strehhuber, und an den Grassauer Ehrenbürger Wolfgang Sawallisch, dessen Stiftung zur Förderung musikalischen Nachwuchses große Wirkung in Grassau entfaltet.

Der Erfolg der Musikschule, so Jantke, liege hauptsächlich in der wertvollen, breiten Jugendförderung, im positiven Beitrag für die Charakterbildung junger Menschen. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kultur wohnten dem Festkonzert bei.

Nur zwei Musikschulleiter hat die Musikschule Grassau bislang gehabt, den »Pionier« Hans Josef Crump, der die soliden Fundamente legte und 27 Jahre lang die Schule sicher führte, und Wolfgang Diem, der seit 13 Jahren darauf aufbauen kann. Crump ergriff zum Abschluss des Festkonzerts nach langer Zeit wieder einmal zum Taktstock und dirigierte voller Elan beim Florentiner Marsch von Julius Fucik die Zehner-Formation des Grassauer Blechbläser-Ensembles – seine Kapelle, von ihm 1980 gegründet. ugr