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»Ein Meilenstein für die Entwicklung des Landkreises«

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Landrat Hermann Steinmaßl (links) übergab an Rupert Übelherr, Leiter des Bildungszentrums, symbolisch einen Schlüssel.
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Der katholische Dekan Georg Lindl (links) und der evangelische Dekan Peter Bertram segneten die neuen Räume des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales. (Fotos: Brenninger)

Traunstein. Das Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales im ehemaligen Gebäude des Annette-Kolb-Gymnasiums ist gestern Nachmittag nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Rahmen eines zweistündigen Festaktes eingeweiht worden. Das Gesundheitsamt, die Fachschule für Gesundheitsberufe, das Kompetenzzentrum für Homöopathie, der Ärztliche Kreisverband sowie die Fachakademie für Sozialpädagogik, die im Nebengebäude untergebracht ist, haben darin nun ihre Heimat gefunden.


Steinmaßl: »Mangel an Fachkräften entgegenwirken«

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Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung von der »Chiemgau Brass« unter der Leitung von Georg Holzner. Die Räume segneten der katholische Dekan Georg Lindl und der evangelische Dekan Peter Bertram. Es sei ein schönes Zeichen, dass das Haus umgebaut wurde, betonte Bertram. »Es kommt einladend schön und attraktiv daher«, sagte er.

»Die Gesundheitsvorsorge ist ein wesentlicher Standortfaktor für eine Region«, betonte Landrat Hermann Steinmaßl. Der Landkreis habe frühzeitig reagiert – zum einen mit den Schwerpunktbildungen in den Kliniken Traunstein und Trostberg, zum anderen mit der Fusion der Landkreiskrankenhäuser zur Kliniken Südostbayern AG, so der Landrat weiter. »Ziel ist es, die ortsnahe, medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und die sechs Standorte nachhaltig zu sichern«, sagte er.

Das Bildungszentrum sei ein zukunftsweisender Baustein, um den Fachkräftemangel, der sich abzeichnet, entgegenzutreten. »Es ist ein Meilenstein für die Entwicklung des Landkreises und dessen Umgebung als Gesundheitsregion.«

Er ging auch auf den »Spezialfall Gesundheitsamt« ein. Man habe jahrelang mit dem Freistaat über die Räume verhandelt und sei lange hingehalten worden. »Letztlich war es eine gute Entscheidung, das Gesundheitsamt an dieser Stelle unterzubringen«, freute sich Steinmaßl. »Das Gebäude ist extrem verkehrsgünstig gelegen und es ist nun dauerhaft eine sichere Heimat für die Mitarbeiter«, betonte der Landrat.

Die Umbaumaßnahmen des Gebäudes, das 1891 errichtet wurde, starteten im Mai vergangen Jahres. 44 Büro- und Besprechungsräume sowie 17 Klassenzimmer und Übungsräume sind entstanden. Die Umbaumaßnahmen kosteten rund acht Millionen Euro. »Das Gebäude ist jetzt in einem Zustand, in dem es sich noch nie befand«, freute sich Steinmaßl. »Die Einrichtung soll nun ein Juwel in der Ausbildung junger und motivierter Menschen werden«, fuhr er fort.

»Heute ist ein guter Tag für Traunstein«, freute sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Denn am Vormittag sei bereits die neue Sicherheitsschleuse eingeweiht worden (siehe Bericht Seite 9). »Die Gesundheit hat für die Menschen einen hohen individuellen Stellenwert, auch in den politischen Entscheidungen müssen wir der Gesundheit einen hohen Stellenwert einräumen«, so Kösterke weiter.

Seitens der Hochschule Rosenheim freute sich Präsident Professor Heinrich Köster künftig auf eine enge Zusammenarbeit. »Wir haben hervorragende Kooperationsmöglichkeiten«, unterstrich er. Konkrete Gespräche laufen etwa bereits wegen eines dualen Studienmodells. »Wir hoffen, dass wir damit bald starten können.« In der Region sei die Einrichtung in Traunstein ein einmaliges Zentrum, lobte er.

Nowack: »Hier haben wir optimale Bedingungen«

Auch Stefan Nowack, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, war voll des Lobes. »Wir sind der größte Nutzer des Gebäudes«, betonte er. Momentan habe man 280 Schüler. Das Ziel seit einigen Jahren sei es gewesen, so Nowack weiter, dass man ein Bildungszentrum aufbaue. »Hier in diesem Gebäude haben wir optimale Bedingungen erreicht«, freute er sich. Die ersten Erweiterungsmaßnahmen stehen bereits an. Im nächsten Jahr soll im Dachgeschoss noch ein medizinisches Trainingszentrum eröffnet werden. »Krankenpfleger und Ärzte können dort Notfallsituationen trainieren.« Nowack hat zudem bereits weitere Ideen: »Wir haben ein breites Angebotsprofil. Was uns jetzt noch fehlt, ist ein Studium.«

Im neuen Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales ist auch der Ärztliche Kreisverband untergebracht – ganz zur Freude des stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Gerhard Binder. Schließlich kümmert sich sein Verein im Landkreis um 997 Mitglieder. Auch die Fachakademie für Sozialpädagogik ist im neuen Gebäude untergekommen. »Der Umzug erfolgte in den Herbstferien«, berichtete Schulleiter Michael Väth. »Es sind Räume, die den Anforderungen gerecht werden.« Zudem, so Väth weiter, freue man sich auf die Vernetzung mit den anderen Partnern im Haus.

Danach übergaben Martin Eisenberger und Martin Straßer vom Planungsbüro Straßer symbolisch einen großen Schlüssel an Landrat Hermann Steinmaßl. »Unser Wunsch ist es, dass wir ein angenehmes Klima für Schüler und Lehrer geschaffen haben«, sagte Eisenberger. Steinmaßl reichte den Schlüssel gleich an Rupert Übelherr, Leiter des Bildungszentrums, weiter. Dieser unterhielt die Gäste noch mit einem kurzweiligen Bildervortrag zur Geschichte des Hauses und den umfangreichen Baumaßnahmen in den vergangenen Monaten. Landrat Hermann Steinmaßl brachte es treffend auf den Punkt: »Es ist ein Schmuckstück für die Herzog-Friedrich-Straße.« SB