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Ein Meer von Rosen

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Brigitte Fritzenwenger liebt ihren Garten, in dem sie auch 65 verschiedene Rosensorten angepflanzt hat. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Etwa 65 Rosensorten hat Brigitte Fritzenwenger in den vergangenen sechs bis sieben Jahren rund um das 1869 erbautes, schön renoviertes Bauernhaus in Helming gepflanzt, in dem sie zusammen mit ihrem Mann Sepp wohnt. Wobei diese nüchterne Zahl, auch wenn sie durchaus beeindruckend klingt, die Schönheit und den Duft dieses Blütenmeers nicht im geringsten beschreiben kann.


Die unterschiedlichen Kletter- und Edelrosen in pink, rosa, rot, weiß oder hellgelb fügen sich in das Gesamtensemble von Blumen, Obststräuchern, sieben Gemüse- und Kräuter- Hochbeeten, Rasen und Obstbäumen harmonisch ein. Bäume, die nicht mehr richtig tragen, wurden mit Kletterrosen unterpflanzt und bilden so ein natürliches Klettergerüst. Nach zwei bis drei Jahren sind Baum und Rose eine Einheit, als wären sie immer füreinander geschaffen gewesen.

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Besonders stolz ist Brigitte Fritzenwenger aber auf ihr Rosenspalier aus mehreren hintereinander angeordneten Bögen mit üppig blühenden Kletterrosen, durch das man auf ihren Lieblingsplatz, eine gemütliche Terrasse zum Ausruhen, Kaffeetrinken und Träumen kommt. Auch hier sind überall viele Blumen in Beeten und Töpfen, ein Holztisch mit Bank und Stühlen, eine alte Nähmaschine wurde zum Grilltisch umfunktioniert, gleich nebenan ein Gemüsehochbeet und in der Weite – die Berge.

Der grüne Daumen von Brigitte ist unverkennbar. Sie düngt ihren Garten, in dem es neben den vielen Rosen in jeder Ecke etwas Schönes und Nützliches zu entdecken gibt, mit »Güllewasser«. Es ist Regenwasser, das in eine stillgelegte Güllegrube eingeleitet wird. Weiteren Dünger braucht sie nicht. Dass dies den Rosen und dem Gemüse gut tut, sieht man an der Gesundheit, Wüchsigkeit und Blütenpracht.

Für die Kennzeichnung ihrer Rosen hat sich die Blumenliebhaberin etwas Besonderes ausgedacht. Kleine Keramikblumentöpfe werden mit den Namen der Rosen beschriftet, mit Holzwolle gefüllt und umgekehrt auf einen Stab gesteckt. In der Holzwolle würden sich Ohrwürmer aufhalten, die nachts die Läuse an den Rosen fressen, so Brigitte Fritzenwenger. Über den Garten verteilt finden sich außerdem mehrere selbstgemachte Insektenhotels, Vogelhäuschen und Vogeltränken. »Ein lebendiger Garten braucht mehr als nur Blumen«, ist die Besitzerin überzeugt.

Blumen habe sie schon immer geliebt, so sei sie auch zu ihrem »Rosenhobby« gekommen, sagt die gebürtige Rheinländerin, die 1988 berufsbedingt nach Bayern kam. Sie war in der Gastronomie tätig und hat in Prien lange Zeit eine Gastwirtschaft betrieben. Heute ist sie Rentnerin, arbeitet aber immer noch als Bedienung. »Ich brauche den Kontakt mit den Menschen, auch wenn ich inzwischen sehr viel mit meinen Rosen rede.« Das mit dem Garten hat sich so nach und nach ergeben, nachdem sie 2006 ihren jetzigen Mann Sepp Fritzenwenger kennengelernt hat und nach Helming gezogen ist. Sepp unterstützt sie tatkräftig, besonders wenn mal wieder neue Ideen zur Gartengestaltung technisch umgesetzt werden müssen. Und die Ideen gehen ihr nicht aus: Als Nächstes möchte sie eine Rosensorte pflanzen, die für die Bienen gut ist.

Brigitte Fritzenwenger freut sich, wenn Besucher kommen, um ihre Rosenpracht zu bewundern. Oft bleiben Radfahrer spontan stehen und staunen über die Idylle, die sie hier entdeckt haben. Auch die Obst- und Gartenbauvereine aus der Umgebung kommen gerne zur Gartenbesichtigung. Ein Besuch, den man nur empfehlen kann. kon