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Ein Leben für die Kinder

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Neben den Vorschulkindern wurde heuer im Pfarrkindergarten St. Oswald auch die langjährige Leiterin Roswitha Prüller verabschiedet. (Foto: Stefan Grünes)

Traunstein – Im Kindergarten St. Oswald wurde neben elf Vorschulkindern auch Kindergartenleiterin Roswitha Prüller verabschiedet. 21 Jahre lang leitete sie den Kindergarten.


Jetzt nahm sie nach über 30 Berufsjahren Abschied. Kinder, Eltern und das Team würdigten ihr Engagement und wünschten alles Gute.

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Stadtpfarrer Georg Lindl sagte dazu, man müsse immer wieder sein bekanntes Umfeld verlassen, um Neues kennenzulernen – von den Eltern in den Kindergarten und vom Kindergarten in die Schule. Dafür brauche man immer wieder Vertrauen. Gott sei hier Wegbegleiter, der einen wie ein Schirm beschütze.

Der Spagat zwischen Gruppenerzieherin und Leitung im Kindergarten sei nicht immer leicht gewesen, sagte Prüller. Für die Kindergärten gebe es den Erziehungs- und Bildungsplan. Doch den Weg zum Ziel könnten die Erzieherinnen festlegen. Ihr sei besonders wichtig gewesen, die Kinder dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung standen, die Neugierde und das Interesse für die vielen Bereiche im Bildungsplan zu wecken, sie zu motivieren, selbst Beiträge zu leisten und mitzuarbeiten.

Auch Zeiten der Ruhe seien wichtig, um etwas verarbeiten zu können, Regeln und Rituale, um das Leben in einer Gemeinschaft angenehm erleben zu können. Wichtig sei ihr auch gewesen, die Kinder durch die intensive religiöse Arbeit Gott als Wegbegleiter erleben zu lassen, zu dem man immer kommen könne und der Kraft fürs Leben schenke. Prüller habe den Kindergarten mit Herz und Hirn geleitet, sagte Stadtpfarrer Lindl als Träger des Kindergartens. Sie habe stets christliche Werte und religiöse Erziehung als Schwerpunkt gelebt, habe die Kinder aufgenommen und sei ihnen und ihren Eltern Wegbegleiter gewesen.

Für den Elternbeirat sagte Günter Miedaner, die Anforderungen an eine Kindergartenleitung seien heute weitaus größer, weil die Vorgaben des Trägers, gesetzliche Regelungen, Veränderungen in der Gesellschaft und die Wünsche der Eltern unter einen Hut zu bringen seien. Humorvoll stellte er die Vorstellungen der Eltern vom »Rundrum-Sorglos-Paket Kindergarten« dar.

Prüller habe immer das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Für dieses Engagement, Beharrlichkeit und Ausdauer sprach er den Dank der Eltern, der mit viel Applaus honoriert wurde. Nun heiße es Abschied nehmen, und als »Belohnung« gebe es Zeit, zu genießen, sich zurückzulehnen und das zu tun, wofür man im Berufsleben vielleicht zu wenig Zeit hatte. Bjr