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Ein kleines Kätzchen sorgt für Spannungen

Ein kleines, krankes Kätzchen hat erneut für Spannungen zwischen dem Tierheim Trenkmoos und der Gemeinde Petting gesorgt. Evelyn Weidenspointner hatte das Tier in der Nähe des Pettinger Wertstoffhofs gefunden und nach Traunstein ins Tierheim gebracht. Doch die Tierschützer dort haben eigentlich die Anweisung der Kommune, Fundtiere aus Petting nicht mehr aufzunehmen. Trotz allem ist die Babykatze jetzt in Trenkmoos.

Die graue Babykatze kam mit Durchfall ins Tierheim. Inzwischen geht es dem Tier wieder gut, wie Tierheimleiterin Anna Obermeier versichert. (Foto: Schwaiger)

Der erste Anruf galt dem Tierarzt, als Evelyn Weidenspointner am Samstag in der Nähe ihres Elternhauses das kleine, graue Kätzchen entdeckte, schließlich hatte das Tier Durchfall. Der Mediziner riet ihr, die Katze nach Traunstein ins Tierheim zu bringen. Doch dort erfuhr die Tachertingerin von der Pettinger Ausnahmeregelung – und war verärgert. Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt rief das noch gestern bei ihr ein Kopfschütteln hervor.

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Hintergrund ist, dass sich der Pettinger Gemeinderat entschieden hat, die sogenannte »Fundtierpauschale« an das Tierheim Trenkmoos nicht mehr zu bezahlen; 50 Cent pro Einwohner wären eigentlich fällig. Zu viel, fanden die Räte, und beschlossen, dass sich Petting als einzige Kommune im Landkreis Traunstein selber um die Unterbringung von Fundtieren kümmert.

Doch das klappte heuer schon zwei Mal nicht. Denn das Kätzchen von Samstag ist das zweite Tier aus Petting, das heuer in Trenkmoos landete. Beim ersten Mal hätte ein Auszubildender im Tierheim versehentlich eine Katze aus Petting angenommen, erzählt Tierheimleiterin Anna Obermeier: Eine anschließende Kontaktaufnahme mit der Kommune sei aber ohne brauchbares Ergebnis geblieben – und das Tier darum nach wie vor in Trenkmoos. Inzwischen hat die Gemeinde für dieses Tier aber auch bezahlt.

Und am Samstag, so Anna Obermeier, hätten die Tierheim-Mitarbeiter dann wieder keine andere Wahl gehabt, als das Kätzchen aufzunehmen. »Es war Wochenende und das Tier brauchte eine Behandlung.« Darum habe man sich entschlossen, das Kätzchen aufzunehmen. »Dafür sind wir ja auch Tierschützer.«

In den Augen der Tierheimleiterin hat sich die Gemeinde Petting nach wie vor »nicht wirklich Gedanken gemacht«, wie sie mit Fundtieren umgehen soll.

Dem widerspricht der Pettinger Bürgermeister Karl Lanzinger vehement. Er habe gestern mit dem Tierheim telefoniert – »dort haben sie meine Handynummer und können sich auch am Wochenende jederzeit bei mir melden«. Es existiere, so Lanzinger, eine Adressliste von Pettinger Bürgern, die bereit seien, Fundtiere vorübergehend bei sich aufzunehmen. Und außerdem gäbe es eine Vereinbarung mit einem Tierarzt, der sich um kranke Tiere kümmern werde. Es sei also alles geregelt.

Trotzdem: Das kleine Kätzchen, das am Samstag von Petting nach Trenkmoos kam, wird dort vermutlich auch bleiben. Ein Arzt hat das Tier inzwischen behandelt, der Durchfall ist überstanden. »Der Babykatze geht es gut«, versichert Tierheimleiterin Anna Obermeier. Einen Namen hat das graue Kätzchen noch nicht, aber das wird sich vermutlich bald ändern. san