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Ein klares Ja zur Olympiabewerbung

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Bei der Versammlung des Wirtschaftsverbandes Ruhpolding (von links), der Leiter der Chiemgau Arena, Engelbert Schweiger, Landrat Hermann Steinmaßl, Moderator Herbert Fritzenwenger jun., Michael Mayer vom Wirtschaftsverband Ruhpolding und der Geschäftsführer des Chiemgau Tourismusverbandes, Stephan Semmelmayr.

Ruhpolding. Sehr gut besucht war die Veranstaltung des Wirtschaftsverbandes Ruhpolding im Kurhaus zur Bewerbung für die Olympischen Winterspiele Münchens 2022. Vorsitzender Michael Mayer sagte, die Bewerbung mit Einbindung Ruhpoldings als Ausrichter der Biathlon- und Langlaufbewerbe biete große Chancen.


Die Mitglieder des Verbandes seien sich einig, die Bewerbung zu unterstützen und auf einen erfolgreichen Bürgerentscheid für Olympia 2022 am 10. November hinzuarbeiten: »Wir sehen eine große Chance für unser Dorf.« Bereits eine erfolgreiche Bewerbung würde einen nicht hoch genug einzuschätzenden Werbeeffekt für Ruhpolding und die ganze Region bringen«, so Michael Mayer.

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Landrat Hermann Steinmaßl sprach von einer großen Chance, eine Förderung bzw. Beschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen zu erreichen. Die Chance für »nachhaltige Spiele« sei groß, da über 80 Prozent der Sportstätten bereits bestehen. Auch sieht der Landrat Möglichkeiten, z. B. Bahnhöfe behindertengerecht auszubauen. In die Stadien in Ruhpolding und Inzell sei bereits investiert worden. »Wir müssen uns auch klar sein, dass es immer schwieriger wird, Großereignisse wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften zu bekommen«, meinte Steinmaßl.

Der Leiter der Chiemgau Arena, Engelbert Schweiger, stellte noch einmal das genaue Konzept der Bewerbung vor. Die Langlaufstrecke ist unterhalb des Unternbergs geplant. Dort soll vorübergehend ein Stadion für rund 20 000 Zuschauer entstehen. Es würden keine sogenannten FFH-Flächen oder Naturschutzgebiete berührt. Mit den dortigen 15 Grundstückseigentümern habe man bereits gesprochen. Es gebe keine Probleme wie 2018 bei der Bewerbung in Garmisch, sagte Schweiger.

Fragen aus dem Publikum betrafen vor allem die Kosten. Insgesamt würde die Bewerbung 29 Millionen Euro kosten. Zwei Drittel davon würden Sponsoren tragen. Der Landkreis Traunstein müsse 394 000 Euro Bewerbungskosten bis 2015 bezahlen. Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler sagte, dass bereits der Bürgerentscheid im November ein Kriterium in Richtung einer Abstimmung sei. Hier könnte man das IOC schon im Vorfeld überzeugen. Außerdem warnte Pichler, Stimmung gegen die Ausrichter der Spiele 2014 und 2018 wegen ihres Konzeptes zu machen. Möglicherweise brauche man die Stimmen von Russland und Südkorea, wenn es um die Spiele 2022 gehe.

Gemeinderat Manfred Haberlander (CSU) sagte in seiner Wortmeldung, dass es seiner Ansicht nach die grünsten Spiele aller Zeiten würden. In dem Fall sei Ruhpolding Grün. Er sehe auch keine Explosion der Preise durch Olympia wie etwa in Chamonix oder St. Moritz. Moderator Herbert Fritzenwenger junior erzählte eine Reihe von Erlebnissen bei Olympischen Spielen. Er ist seit 1984 Teilnehmer an den Spielen zunächst als Sportler und dann als Kommentator für das ZDF Schließlich gab es noch Fragen, wer bei einem möglichen Minus bei den Winterspielen 2022 gerade stehen müsste. Nach dem jetzigen Stand wären nicht die Gemeinden, sondern der Landkreis Traunstein in der Pflicht, war zu erfahren. SHu