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Ein Hauch von Nockherberg im Pfarrheim Haslach

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Die Verwerfungen der Bodenplatten im Bereich des Stadtplatzes wurden in der Bürgerversammlung in Haslach angesprochen. Verbesserungen sind dringend nötig – darin sind sich alle einig. Das Bild zeigt den defekten Bodenbelag vor der Kirche St. Oswald.

Traunstein – Es war Nockherberg im Fernsehen. Das war wohl mit ein Grund, warum die Bürgerversammlung am Mittwochabend im Haslacher Pfarrheim so schlecht besucht war wie seit vielen Jahren nicht mehr. Weil es aber dennoch mehr Besucher waren als zum Beispiel bei der Versammlung am Montag im Hofbräu, sprach Oberbürgermeister Christian Kegel von einem guten Besuch.


Nach dem halbstündigen Streifzug durch die Stadtpolitik nahmen einige Teilnehmer in der lebhaften Diskussion kein Blatt vor den Mund. Die Kritik ging in einem Fall soweit, dass sie schon beleidigend war. Der Oberbürgermeister meisterte die Situation aber absolut souverän, als der Vorwurf kam, man solle erst einmal das Gehirn einschalten, sofern man eines habe. So derb und plump ging es zur gleichen Zeit am Nockherberg nicht zu!

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Kritisch beleuchtet wurde von einigen Besuchern die Absicht der Stadt, sich erneut um die Ausrichtung der Landesgartenschau zu bewerben. Vorgeschlagen wurde, stattdessen erst einmal den Stadtplatz aufzuräumen, denn »der schaut aus wie eine Steingrube«. Kegel räumte ein, dass man beim Pflaster nacharbeiten müsse, aber: »Ich habe noch selten einen so schönen Stadtplatz gesehen.«

Florian Wurm hatte neben der Bewerbung um die Landesgartenschau und der Kritik am Stadtplatz auch Bedenken wegen des neuen Gewerbegebietes Süd. Als Anlieger der Hochstraße klagte er: »Wir ersaufen im Verkehr.«

Zuvor war die Landesgartenschau auch Thema des Diskussionsbeitrages von Peter Fassbender sen. Es sei zwar »riesig«, dass sich der Oberbürgermeister für die Gartenschau einsetze. Nach Informationen Fassbenders würden aber weder die Familie Panzer noch die Familie Gessenharter die Grundstücke hergeben, welche die Stadt für die Schau gerne hätte. »Warum bewirbt man sich, bevor man die Grundstücke gesichert hat?«, lautete die konkrete Frage.

Christian Kegel sagte dazu, neben dem Areal für den Salinenpark habe man dieser Tage ein zweites Grundstück gesichert. Um welches es sich dabei handle, dürfe er aber noch nicht öffentlich machen. Er versicherte, dass man die Bewerbung nur mit den Flächen abgeben werde, derer man sich sicher sei.

Helga Mandl wollte wissen, wieviel uns die Landesgartenschau kosten werde und wo künftig das Frühlingsfest stattfinden werde, wenn der Festplatz an der Siegsdorfer Straße für die Schau umgestaltet wird. Der Oberbürgermeister bezifferte die Investitionen auf geschätzt 16 Millionen Euro, wovon man aber einen erheblichen Teil als Zuschüsse bekommen wird. Die Kosten für die Durchführung der Veranstaltung, so seine Prognose, dürften durch die Eintrittsgelder gedeckt werden. Der Festplatz an der Siegsdorfer Straße sei nach derzeitigem Stand kein konkreter Bestandteil der Planungen.

Neben dem Thema Schneeräumung, schnelles Internet und mangelnde Fahrradfreundlichkeit ging es auch um die Westumfahrung und die Sperrung des Weges beim Gasthaus Alpenrose. Georg Jobst wollte wissen, wo die neue Straße verlaufen soll und wie weit die Planung sei. Das Thema sei noch nicht spruchreif; der Stadtrat hat lediglich beschlossen, dass man prüfen solle, ob man das Projekt verwirklichen kann. Bezüglich des Durchgangs bei der Alpenrose berichtete das Stadtoberhaupt, dass man mit dem neuen Besitzer erfolgreich verhandelt habe und der Weg zunächst einmal offenbleibe. Das könne sich aber ändern, wenn das Grundstück bebaut werde. Für diesen Fall suche man nach einer Lösung, den Gehweg an der Staatsstraße zu verbreitern.

Das Problem mit freilaufenden Hunden in Traunstorf sprach Ernst Harrecker jun. an. Vor allem Kinder würden dadurch erschreckt, weil sie ja nicht wissen, ob das Tier harmlos oder aggressiv ist. »Haben wir einen Leinenzwang oder keinen?«, wollte Harrecker wissen. Der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung bei der Stadt Traunstein, Manfred Bulka, erläuterte, ein solcher Zwang sei rechtlich nur möglich, wenn die Sicherheit gefährdet sei. Generell könne man keine Anleinpflicht erlassen.

Noch schlimmer, so Harrecker, seien die Hinterlassenschaften der Vierbeiner, denn viele Hundebesitzer hielten es nicht für nötig, diese mitzunehmen und zu beseitigen. In der Presse werde immer groß berichtet, wenn Giftköder ausgelegt und gefunden werden. Über die Tiere, die leiden oder gar verenden, weil sie mit Hundekot verunreinigtes Gras fressen müssen, schreibe keiner. Kühe können verenden und es gebe Totgeburten – das interessiere aber niemanden; es werde immer nur in eine Richtung berichtet. Der kurze Kommentar des Oberbürgermeisters zum Thema Hundekot: »Es ist ein Saustall hoch drei.«

Nächste Woche stehen noch zwei weitere Bürgerversammlungen  auf dem Programm: am Montag  um 19 Uhr im Gasthaus Jobst in Rettenbach und am  Donnerstag  um  die gleiche  Zeit im Gasthaus Sailer-Keller -K.O.-