weather-image

Ein gutes Umfeld ist für alle wichtig

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Bei einem Rundgang um die Kirche segnete Pfarrer Andreas Ager das neu gestaltete Umfeld des Waginger Gotteshauses. (Foto: H. Eder)

Waging am See – »Kinder und Jugendliche gedeihen am besten, wenn das Umfeld stimmt«, stellte Pfarrer Andreas Ager am Allerheiligentag fest. Aber auch für eine Kirche und ihre Besucher sei ein schönes Umfeld wichtig, meinte er und stellte damit den Zusammenhang zum »runderneuerten« Kirchenvorplatz her, dem er im Anschluss an den Gottesdienst den Segen spendete. Das einstmals holprige Pflaster sei jetzt durch ein wunderbares neues ersetzt, und mit dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Totenlicht sei ein uraltes Relikt wieder zu Ehren gekommen.


Der frühere Kirchenpfleger Hans Meyer erklärte, vor gut 400 Jahren, um das Jahr 1611, sei die Waginger Kirche abgebrannt. Erhalten geblieben sei dabei unter anderem ein Teil des Sakramentenhäuschens, das neben dem Hochaltar stand und in dem in der damaligen Zeit das Allerheiligste und die heiligen Öle untergebracht waren. Bald nach dem Neubau wurde dieses »spätgotische Kleinod aus Rot-Marmor« aus der Kirche entfernt, weil das Allerheiligste von da an im Tabernakel untergebracht werden musste. So stand dieses über lange Zeit neben der Kirche – und erst jetzt, mit der Renovierung, habe es wieder eine Funktion bekommen – als Totenlicht. Denn immer wenn jemand stirbt, brennt darin eine Kerze.

Anzeige

Pfarrer Ager sagte dazu, die Konstruktion des Totenlichts bestehe aus einem umgestülpten Taufbecken als Fußteil und aus einem daraufgesetzten runden Stein. Auf diesem Unterbau ruht das alte Sakramentenhäuschen mit der Kerze, abgedeckt von einem Schindeldach mit Kreuz, beides eine Arbeit von Tom Hinterreiter. Hinter dieser Konstruktion stecke laut Pfarrer Ager die Botschaft, dass man als Getaufter auch bereits ein Erlöster sei, dass selbst im Tod für einen das Licht Gottes, das Licht der Erlöstheit, brenne. Dies sei die wunderbare Theologie dieses Kleinods.

Die Menschen sollten die Schönheit und Entspanntheit des Platzes nutzen, erst recht, wenn im nächsten Jahr die von der Gemeinde spendierten Bänke aufgestellt seien. Dadurch, dass hier einst der Friedhof war und durch das Kriegerdenkmal werde der Mensch zudem immer wieder daran erinnert, dass er vergänglich sei.

Abschließend dankte Pfarrer Ager den Handwerkern und Firmen, die alle großartige Arbeit geleistet hätten, und den Nachbarn, die Lärm und Unannehmlichkeiten während der Bauzeit ertragen mussten. Der Gemeinde galt sein Dank für die finanzielle Unterstützung. Die Gesamtkosten lagen bei rund 250 000 Euro, nach Ostern hatten die Arbeiten begonnen.

Zweiter Bürgermeister Christian Reiter sprach in seinem Grußwort den Wunsch aus, das neu gestaltete Kirchenumfeld möge allen gute Begegnungen und ein schönes Miteinander bringen. Die Gemeinde habe – obwohl die Maßnahme ein Projekt der Kirche war – maßgeblich zum Gelingen beigetragen. Zum einen habe sie einen Zuschuss von 32 700 Euro geleistet, zum anderen für verschiedene zusätzliche Arbeiten weitere rund 30 000 Euro ausgegeben, etwa für Abwasserbeseitigung, Wasser, Außenbeleuchtung und Stromanschlusssäulen, für die Renovierung des Kriegerdenkmals und vier neue Parkbänke, die im kommenden Jahr aufgestellt werden. Dass sich die Gemeinde auf diese Weise beteiligt habe, liege daran, dass es sich »um unser aller Dorfmitte« handle. Daher verstehe es sich von selbst, dass Kirche und Gemeinde zusammenhelfen.

Der Kirchenchor umrahmte den Gottesdienst musikalisch mit der »Missa simplex«, die Rihards Dubra aus Riga komponiert hat – ein Musiker, mit dem Chorleiter Alfons Schmuck seit Jahren gute Kontakte pflegt. he