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Vom Wuhrsteingebiet ging es für die geschmückten Kühe hinunter ins Tal

Ein guter Sommer für Mensch und Tier

Schleching – Von den Gemeinschaftsalmen im Wuhrsteingebiet haben die Almbauern ihre Kühe nach dem Almsommer ins Tal hinab getriebene. Damit sie den prächtigen Kopfschmuck der Tiere bewundern können, haben viele Menschen den Straßenrand gesäumt.

Otto Zaiser half beim Almabtrieb nicht nur als Treiber, er hatte im Vorfeld auch den aufwendigen Kopfschmuck der Tiere angefertigt. (Foto: Wunderlich)

Die 16 Jungtiere vom Grafn-Hof waren seit Ende Mai auf 1100 Meter Höhe versorgt worden. Die letzten vier Wochen übernahm Otto Zaiser diese Arbeit; er setzte seinen Jahresurlaub dafür ein. Zaiser fertigte auch den Kopfschmuck der Kühe für den Almabtrieb an: Aufstecker, Boschen Kronen und Wiftelbaum. Aus Almrausch, Lärchenzweigen, Blumen, Krepppapier und bunte Bändern bastelte er den schönen Schmuck. »Die Tiere sind ganz stolz, wenn sie aufgekranzt werden« berichtete er.

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Der alte Brauch des »Aufkranzens« der Tiere ist heidnischen Ursprungs und diente früher dazu, das Vieh beim Almabtrieb vor den im Wald vermuteten Dämonen zu schützen. Besonders die Spiegel am Schmuck sollten die bösen Geister bei ihrem eigenen Anblick vertreiben.

Nur dann werden alle Tiere geschmückt, wenn den ganzen Almsommer über kein Tier verunglückt ist und das gesamte Vieh wieder gesund im heimischen Stall ankommt. Diesmal ging es für die Kühe mit sechs Treibern den Berg hinunter. Auch sie zollten mit ihrer traditionellen Kleidung dem Tag den gebührenden Respekt. wun