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»Ein Festtag für Surberg«

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Mit dem obligatorischen Durchschneiden eines Bandes wurde die erneuerte Eisenbahnüberführung in Hufschlag eröffnet (von links): Ralph Hößle von Max-Aicher-Bau, Bürgermeister Josef Wimmer, Bauamtsdirektor Sebald König, Dr. Walthari Fuchs vom Ingenieurbüro Haumann und Fuchs, zweiter Bürgermeister Michael Wimmer, Dekan Peter Bertram und Pater Joy Velicakathu.

Surberg – Mit einer kleinen Feier ist die Eisenbahnüberführung in Hufschlag nach ihrer Erneuerung offiziell eingeweiht worden. Für den Verkehr war sie bereits Ende des vergangenen Jahres freigegeben worden. Die kirchliche Weihe übernahmen der Ortsgeistliche Pater Joy Velicakathu und der evangelische Dekan Peter Bertram.


Es sei nicht alltäglich, dass eine Gemeinde ein Bauwerk einweihen könne, das sie nichts koste, sagte Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer. Bauherr sei die Deutsche Bahn AG mit dem Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein, als Vertragspartner. Die alte Eisenbahnüberführung sei rund 100 Jahre alt gewesen. Um 1980 habe die Bahn bereits festgestellt, dass die Eisenbahnüberführung »abgängig«, also verbraucht und dringend erneuerungsbedürftig sei. Dennoch habe sie noch 35 Jahre gehalten, obwohl sie täglich bis zu 240 Züge überquert hätten.

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»Von Seiten der Bahn ist die Erneuerung dieses Bauwerks immer wieder verschoben worden«, so Wimmer. Sehr zum Ärgernis der Surberger, vor allem der Hufschlager, weil in dem Nadelöhr viele Lastwagen stecken geblieben seien, wie das Gemeindeoberhaupt feststellte. Täglich seien bis zu 10 000 Fahrzeuge durch dieses Nadelöhr gefahren. Mit der Erneuerung wurde die lichte Breite von sechs auf neun Meter erweitert, sodass Platz für den Bau eines Geh- und Radwegs war. Zudem wurde ein neuer Regenwasserkanal erstellt.

Die Gemeinde habe 2001 die feste Zusage erhalten, dass die Eisenbahnüberführung 2002 erneuert werde. Aus irgendwelchen Gründen sei dies nicht geschehen und die Erneuerung sei aus den folgenden Fünf-Jahres-Plänen immer wieder herausgefallen. In einem Gespräch mit dem damaligen Innenminister Günther Beckstein sei 2005 vereinbart worden, die Erneuerung der Eisenbahnüberführung erst nach dem Bau der Nordostumfahrung von Traunstein durchzuführen. Die Baulast sollte trotzdem beim Freistaat bleiben.

Von einem Festtag für Surberg sprach Sebald König, der leitende Direktor des Staatlichen Bauamts Traunstein. Auch er erinnerte an die Zusage von Innenminister Beckstein, dass der Freistaat auch nach der Abstufung der Staatsstraße 2105 zu einer Gemeindestraße noch die Kosten für eine Erneuerung übernehmen werde. Die Gesamtkosten betrugen 2,6 Millionen Euro. Davon übernahm der Freistaat 1,6 Millionen Euro. Die restlichen 38 Prozent zahlte die Deutsche Bahn.

Das Staatliche Bauamt werde in den Pfingstferien noch den Deckenbau der Straße bis zum Hallabrucker Berg durchführen lassen. Vom 23. bis 25. Mai bestehe dann eine Vollsperrung. Ebenso werde das Staatliche Bauamt ein weiteres Versprechen einlösen und noch in diesem Jahr mit dem Bau der Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 304 in Heilig Geist beginnen.

Dekan Bertram griff den Satz einer Anwohnerin auf, dass die neue Eisenbahnüberführung ein Geschenk Gottes sei. Ein Geschenk Gottes sei sie, weil die Kinder und Familien in Hufschlag Schutz und Sicherheit bräuchten. Er sehe noch die Bilder vom alten »Mauseloch« vor sich. Alle müssten deshalb für die Verbesserung der Situation dankbar sein. Bjr