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Ein fester Bestandteil in der Schullandschaft

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Mit Begeisterung waren die Schüler beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Montessori-Schule Traunstein bei der Sache. Für den »Monte-Rap« und ihre Lieder erhielten sie vom Publikum großen Beifall. (Foto: Rasch)

Traunstein. »Schwierige Kinder gibt es nicht, sie müssen nur entsprechend gefördert werden«. Dieser pädagogische Ansatz von Maria Montessori ist auch aus dem Landkreis Traunstein nicht mehr wegzudenken. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich die Montessori-Schule Traunstein in den vergangenen 25 Jahren zu einem festen Bestandteil in der Traunsteiner »Schulfamilie« entwickelt. Auf das, was die große Schulgemeinschaft anlässlich des Jubiläums auf die Beine gestellt hat, wäre sicher auch die 2008 verstorbene Gründerin Maria Danner stolz gewesen.


Beeindruckendes Programm vorbereitet

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Die umfangreichen Vorbereitungen für das Jubiläum und die Unterstützung durch Eltern und Firmen haben sich gelohnt. Die zahlreichen Festgäste waren begeistert von den vielfältigen Eindrücken, die sie bei der Feier auf dem ehemaligen Telekom-Gelände sammeln konnten: Ob bei den Vorführungen von Schülern und Lehrern am Nachmittag, beim Eintauchen in die einzelnen Zeitabschnitte der Schule in der historischen Ausstellung, bei der schwungvollen Rockmusik der Liveband »Baeck in town« während der Abendveranstaltung oder einfach im Austausch mit ehemaligen und heutigen Schülern, mit Lehrern und Eltern.

Stellvertretend für die Schulgemeinschaft erhielten Schulleiter Kay Hoßbach, Geschäftsführer Manfred Kraut und der Vorsitzende des Montessori-Förderverein Traunstein, Ralf Tradler, zahlreiche Glückwünsche zum Jubiläum. Zu den Gratulanten zählten Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler, Schulamtsdirektor Otto Mayer, Traunsteins 3. Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner und der Vertreter des Landrates, Andreas Danzer. Danzer, der als neuer stellvertretender Landrat seine erste Rede hielt, bezeichnete die Einrichtung als eine Bereicherung und wichtige Säule der Landkreispolitik. Ein großes Kompliment sprach Schulamtsdirektor Mayer der gesamten Schulfamilie aus: »Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zum vielfältigen schulischen Angebot in der Stadt und im Landkreis Traunstein.«

Am Eingang begrüßten zahllose »Zaunlatten-Schüler« die Besucher. Kinder und Jugendliche aller Jahrgangsstufen hatten diese während der vergangenen Wochen in einem Projekt aus Holz gesägt und bemalt. Ein Farb- und Glimmerfeuerwerk aus aufwendig gefertigten Bildern mit der jeweils integrierten Zahl »25« lud zum Weitergehen in die Flure ein.

Gesellschaftskritische Geschichte aufgeführt

Bis auf den letzten Platz war der Mehrzweckraum beim Theater besetzt. »Konrad« nach der Idee von Christine Nöstlinger sorgte mit seiner gesellschaftskritischen Geschichte über »das perfekte Kind auf Bestellung« immer wieder für Erheiterung, regte die Zuschauer teilweise aber auch zum Nachdenken an. Neu verfasst und mit der Theatergruppe einstudiert hatte das Stück die Leiterin der Offenen Ganztagsschule, Ingrid Viviani-Unseld.

Vor allem die Schüler der ersten Jahre staunten über die in der historischen Ausstellung dokumentierten Aktivitäten der Schule. Zu den besonders attraktiven zählte das Original-Schulhausschild aus Ton von 1988. Die Schule ist bis heute beeindruckend gewachsen: von einer ursprünglich durch Eltern initiierten und der ehemaligen Regelschullehrerin Maria Danner gegründeten, 20 Kinder zählenden Gruppe zu einem umfassenden Betrieb mit 176 Schülern. Heute besteht sie aus jahrgangsgemischten Klassen und bildet Schüler bis zur Mittleren Reife mit Übertrittsmöglichkeit zum Chiemgaugymnasium und anderen weiterführenden Schulen aus.

Starker Bezug zur Praxis wird gefördert

Seit 2011 gibt es die offene Ganztagsschule mit vielen Angeboten. Regelmäßige Projekte, eine Theatergruppe sowie Französisch- und Spanisch-Sprachkurse gehören heute zum Schulalltag. Der gemeinnützige Verein hat zukunftsweisende Pläne: »Besonders am Herzen liegt uns für unsere Schüler neben einer individuell gewachsenen, fundierten Allgemeinbildung und hoher Sozialkompetenz der Bezug zur Praxis«, betonte Manfred Kraut. Deshalb wolle die Schule die Partnerschaft mit regionalen Unternehmen intensivieren.

Strukturelle Veränderungen des Vereins sollen eine solide Grundlage für bevorstehende Aufgaben bilden. »Die Schule hat mittlerweile eine Größe erreicht, die auf Basis einer Vereinsstruktur mit ehrenamtlichen Vorständen nicht mehr optimal arbeiten kann«, erklärte Vorstand Ralf Tradler. Eine Mitgliederversammlung stellte kürzlich die Weichen für eine entscheidungs- und handlungsstarke Vereinsstruktur. Schulleiter Kay Hoßbach sieht einen wichtigen Aspekt in der ständigen Kultivierung eines offenen, vertrauensvollen Schulklimas. »Wir sind anders, wir geben mehr, wir sind ein lebendiger Organismus.« ga