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Ein Erfolgsmodell für den ländlichen Raum

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Helmut Brunner, der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, appellierte an die rund 200 Tagungsgäste, die Erfolgsgeschichte Urlaub auf dem Bauernhof weiter fortzuschreiben. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck. Die traditionelle Einkommensalternative »Urlaub auf dem Bauernhof« gilt als bayerisches Markenprodukt und wird über die Bundesgrenzen hinaus geschätzt. Im vergangenen Jahr konnte mit 12,7 Millionen Übernachtungen ein Rekordhoch verbucht werden. Diese beeindruckende Erfolgsgeschichte müsse weiter fortgeschrieben werden, sagte der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner am gestrigen Mittwoch bei einer Fachtagung des Landwirtschaftsministeriums Kloster Seeon.


Innovationen sind weiterhin gefragt

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Brunner rief die rund 200 Tagungsteilnehmer auf, sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen, sondern die Entwicklung und eine weitere Vernetzung voranzutreiben. Ganz nach dem Motto: »Stillstand ist Rückstand.« Innovationen und Kreativität seien weiterhin gefragt, um Angebote zu schnüren, die die Trends der Zeit erfassen. Trends, wie Gesundheit und Fitness, Nachhaltigkeit und Authentizität hätten auch Auswirkungen auf die Architektur und insbesondere das Design der Unterkünfte.

Der Gast wünsche sich Einrichtungen, in denen er sich wohlfühle und die ihn inspiriere. Dabei müssen die Architektur und das Design im Einklang mit der persönlichen bäuerlichen Lebenswelt stehen. Die Summe aller charakteristischen Merkmale von Urlaub auf dem Bauernhof, wie die bäuerliche Familie, der Hof, die Wohnung, das Essen, die Region und die Kultur, sollten in seinen Augen nach innen und außen strahlen und die Gäste begeistern. Brunner: »Der Gast muss neugierig nach Hause fahren und nicht nur neugierig kommen.«

Mit den Fachtagungen, die alle drei Jahre abwechselnd in einer anderen bayerischen Region stattfinden, wolle das Ministerium überregional Impulse setzen und den Blick in zukunftsweisende Themen richten. Das Ziel von Beratung und Qualifizierung sei eine Win-Win-Situation für alle: Für die Gäste, die den Bauernhofurlaub als Ausgleich zu ihrer Lebens- und Arbeitswelt erleben wollen, für die Landwirte, die zusätzliches Einkommen erwirtschaften und für den ländlichen Raum. Denn ein gelungener Bauernhofurlaub sei der beste Botschafter für die Landwirtschaft. »Nutzen Sie Ihre Stärken und werben Sie damit.« Die Sternklassifizierung sei ein Beispiel dafür, wie man Qualität kundtun und nachvollziehbar machen könne.

Übernachtungszahlen sind auf Rekordhoch gestiegen

Dass das Erfolgsmodell Urlaub auf dem Bauernhof anhält, zeigen die Übernachtungszahlen. Urlaub auf Bauernhöfen sei so beliebt wie nie zu vor, betonte der Minister. Im vergangenen Jahr seien die Übernachtungen in Bayern um 400 000 auf ein Rekordhoch von 12,7 Millionen Übernachtungen gestiegen. Das bedeute, jeder siebte Feriengast im Freistaat übernachte auf einem Bauernhof oder bei einem Winzer.

Dieser Erfolg mache den Agrotourismus in Bayern zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Laut einer Studie gibt ein Gast pro Tag 37 Euro auf dem Urlaubshof, in der Gastronomie und bei den touristischen Partnern aus. Allein diese Umsätze, die 2012 bei rund 500 Millionen Euro lagen, würden bestätigen, dass der Urlaub auf dem Bauernhof ein Erfolgsmodell und wichtiger Motor für den ländlichen Raum sei. ga