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Ein Engel wider Willen

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Tina Sommer (Maria Kötzinger, von links) und Patrick Freund (Florian Scheck) richten Willy Lieberl (Stefan Rösch) als Engel her, der von Alex Kurz (Michaela Sinzinger) und Frieda Zacherl (Christina Fackler) bewundert wird. (Foto: Mix)

Traunreut. Um einen »Engel wider Willen« ging es im amüsanten Weihnachtstheater, das die Theatergruppe des Burschenvereins Hörpolding nun zweimal aufführte.


Eigentlich wollte er sich als Nikolaus anbieten, doch als Willy Lieberl (hervorragend gespielt von Stefan Rösch) deshalb in der Jobvermittlung vorspricht, hat die Chefin der Agentur, Alex Kurz (Michaela Sinzinger), eine in ihren Augen viel bessere Idee. Sie sucht nämlich für einen Kunden dringend einen Engel und will Willy Lieberl dazu überreden, für einen einzigen Auftritt in diese Rolle zu schlüpfen. Er wehrt sich jedoch heftig dagegen. »I war scho ois Kind nia a Engel«, erwidert er. Und außerdem hätten Engel wohl kaum einen Bart wie er, fügt er hinzu.

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Da kommen seine Nachbarinnen Tina Sommer und Frieda Zacherl gerade recht. Maria Kötzinger und Christina Fackler, die beide schon beim Theater soufflierten, standen bei diesem Stück erstmals auf der Bühne. Sie spielten ihre Rollen als Schwangere und als alte Frau sehr überzeugend. Diese beiden Nachbarinnen können Willy Lieberl gar nicht genug loben, weil er doch so hilfsbereit und freundlich ist, einfach »wia a richtiger Engel«.

Als auch noch sein Arbeitskollege Patrick Freund (Florian Scheck) hinzukommt und in die Lobeshymnen mit einstimmt, bleibt Willy Lieberl nichts anderes übrig. Er ergibt sich widerwillig in sein Schicksal und probiert unter Protest das Engelskostüm. »Do schau i doch aus wia a Weißwurst, die jeden Moment platzt«, beschwert er sich.

Doch dann kommt für den Engel wider Willen am Ende doch noch die Erlösung. Als nämlich Alex Kurz dem Kunden freudig mitteilt, dass sie einen Engel für die Firmenfeier gefunden hat, stellt sich heraus, dass es sich dabei um den Arbeitgeber von Willy Lieberl handelt. Sein Chef will den kollegialen und hilfsbereiten Mitarbeiter nämlich als »Engel des Betriebes« besonders ehren und hat für diese Aufgabe einen Engel gesucht, den er aber nun schlecht selber spielen kann.

Regie führte wie schon bei den letzten Theaterstücken Markus Gruber, für die Maske war in bewährter Form Gundi Thaler verantwortlich. Der Einakter bot viele witzige Pointen und Anspielungen und das Publikum hatte großen Spaß. An einem Abend stand nach dem Theaterstück die jährliche Christbaumversteigerung des Burschenvereins auf dem Programm. mix