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Ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn

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Dekan Georg Lindl (rechts) nahm  die  offizielle  Amtseinführung von Pfarrer Peter Bergmaier und beglückwünschte ihn zu seiner neuen Aufgabe (Foto: vom Dorp)

Übersee – Mit offenen Armen und großer Herzlichkeit haben die Überseer Bürger ihren neuen katholischen Pfarrer Peter Bergmaier in ihrer Mitte aufgenommen. Die offizielle Amtseinführung erfolgte durch Dekan Georg Lindl im Rahmen eines großen Festgottesdienst in der voll besetzen Pfarrkirche. Bergmaier ist Nachfolger von Pfarrer Dr. Pierre Makanga, der nach nur zwei Jahren sein Amt vor einem Jahr wegen Krankheit aufgeben musste.


Im leichten Schneetreiben begann der Festtag mit einer Begrüßung von Dekan und Pfarrer am Pfarrzentrum durch die Kindergartenkinder und die Blaskapelle, zehn Fahnenabordnungen und einem anschließenden Kirchenzug. Es folgten ein Festgottesdienst mit vielen Glaubensbrüdern aus der Umgebung, mit einer großartigen musikalischen Begleitung des Kirchenchors unter der Leitung von Christian Dengler sowie herzlichen Begrüßungsworten durch Dekan Lindl und späteren Grußworten von Kirchenpfleger Ludwig Klarwein, dem evangelischen Pfarrer Rudolf Scheller und Bürgermeister Marc Nitschke. Trotz des Freudentages war das Gedenken an Pfarrer Makanga, der jetzt in einem Pflegeheim in München lebt, in allen Redebeiträgen präsent.

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Nach der Verlesung der Ernennungsurkunde von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx vom Bistum übergab Dekan Lindl offiziell den Schlüssel für die Pfarrkirche an den neuen Pfarrer. Gleichzeitig sprach er die Beauftragung des Seelsorger-Ehepaares Luitgard und Richard Mittermaier aus. Der Dank des Dekans galt den Ruhestandspriestern Hans Holzner, Heinrich Zimmermann und Paul Voggenauer sowie Pater Ionutz und Pater Ciprian für ihre Dienste während der einjährigen Überbrückungszeit.

In seiner Predigt zeigte sich der neue Pfarrer bescheiden. Er wisse zwar, dass die Pfarrgemeinde die verschiedensten Erwartungen an ihn habe. Aber er sei kein Zauberer, Supermann oder Eventmanager, sondern sehe sich eher als ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn.

Sein Anliegen sei die Gemeinschaft. »Ich will mit Ihnen gemeinsam diesen Weg gehen, nicht ohne Sie und auch nicht an Ihnen vorbei.« Dazu brauche es Kinder und Jugendliche, Berufstätige und Familien, Omas und Opas sowie alle Verantwortungsträger der Pfarrei. Christsein gehe nicht vom Fernsehsessel aus, sondern erfordere Bewegung und Offenheit für Neues, so Bergmaier.

Kurz ging der 50-Jährige auf seinen schweren Geburtsfehler im Gesicht ein, der ihn als Säugling beinahe das Leben gekostet hätte und als Kind und Jugendlicher viele Operationen erforderte. »Ich hoffe, dass Sie mich in meiner Sprache trotzdem gut verstehen und mich so annehmen können, wie ich bin.«

Für alle ein Segen werden

Als Orientierungshilfe für ein gemeinsames, frohes und gelungenes Christsein bot er seiner Gemeinde das Bild eines goldenen Bilderrahmens mit vier Ecken an. Die erste Ecke stehe für das Ja zu Gott, zum Allgemeinwohl, zu Humor und Fröhlichkeit. Die zweite Ecke bedeute Freude an der Schöpfung und die dritte die Heilige Schrift. Die vierte Ecke gehöre laut Bergmaier dem Atemholen am Sonntag mit seiner Ruhe und der Begegnung mit Gott. Als neuer Pfarrer komme er nun in die Mitte des Bildes zu denen, die in der Pfarrei schon ihren Platz haben. Er hoffe, dort für alle ein Segen zu werden.

Kirchenpfleger Ludwig Klarwein zeigte sich als Vertreter der Pfarrgemeinde froh darüber, »dass wir wieder einen Pfarrer haben, der unseren Glauben wieder aufpoliert«. Sehr herzliche Willkommensgrüße und eine Ikone als Geschenk überbrachte der evangelische Pfarrer Rudolf Scheller. Er äußerte den Wunsch »für ein gutes Hin und Her zwischen der kleinen und der großen Kirche in Übersee«.

Einen ganzen Wagen voller Geschenke zum Kennenlernen von Übersee hatte Bürgermeister Marc Nitschke als Vertreter der politischen Gemeinde mitgebracht. Ein Bildband vom Luftkurort aus der Luft und ein Heimatbuch von Übersee sollen den Pfarrer mit seiner neuen Heimat vertraut machen. Ein Blumenpräsent stehe für Übersee als »Blumendorf« und ein Landschaftsbild von Walter Brendel für das berühmte »Künstlerdorf«. Dass die Überseer auch zu feiern verstehen, machte Nitschke schließlich mit einer Flasche Bürgermeistersekt deutlich.

Sichtlich erfreut über seinen guten Start zeigte sich Pfarrer Bergmaier dann am Ende des Gottesdienstes mit umfangreichen Dankesworten.

Großer Andrang herrschte beim anschließenden Empfang im Pfarrzentrum, den der Cantiamo Chor zuvor musikalisch eingeleitet hatte. bvd

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