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»Ein ausgesprochen gutes Jahr«

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Unterwössen – Heuer sei ein »ausgesprochen gutes Jahr für die Gemeinde mit vielen Investitionen für die Zukunft« gewesen. So charakterisierte Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner das zu Ende gehende Jahr in der letzten Gemeinderatssitzung für 2016. Das Sahnehäubchen war nach seiner und der Meinung vieler Bürger die Verschönerung des Dorfes.


Der Rathauschef ging in seinem Bericht auf alle kommunalpolitisch relevanten Themen ein. Insgesamt hat die Gemeinde Investitionen von 2,5 Millionen Euro geschultert, davon 1,2 Millionen aus eigenen Mitteln. Trotzdem könne man wie geplant 130 000 Euro tilgen und damit die Gesamtverschuldung auf 2,1 Millionen Euro und die Pro-Kopf-Verschuldung auf etwa 600 Euro reduzieren. Insgesamt seien die Schulden in den vergangenen drei Jahren um 700 000 Euro gesunken.

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Einen breiten Raum nahm in Entfellners Bericht die geplante Umnutzung des Hallenbads ein. Aus gegebenem Anlass mahnte er zu Geduld, Ausdauer und Kreativität. Gleichzeitig erinnerte er an den Grundsatzbeschluss des Gemeinderats vom vergangenen Jahr, dass alle Sanierungs- und Umbaumaßnahmen nur unter dem Vorbehalt der finanziellen Möglichkeiten durchgeführt werden. Man werde sich also nicht unter Druck setzen lassen.

Nach der Ermittlung der Grundlagen und einer groben Vorplanung befinde man sich jetzt im Stadium der Entwurfsplanung mit den Vorarbeiten der Fachplaner für Statik, Elektrotechnik, Brandschutz, Heizung, Lüftung, Sanitär und insbesondere der energetischen Sanierung sowie der Abklärung von Fördergeldern und steuerlichen Möglichkeiten. Der Weg zu einem endgültigen Finanzierungskonzept und die eventuelle Festlegung auf einzelne Bauabschnitte als Basis für eine Genehmigungsplanung sei noch weit, stellte der Bürgermeister klar.

Abgeschlossen wurden hingegen die Oberflächenentwässerung für Hinterwössen mit Gesamtkosten von 770 000 Euro und die städtebaulichen Maßnahmen zur Verschönerung und Neuorganisation von Unterwössen.

Gut vorangekommen sei man laut Entfellner mit dem Umbau des alten Schulhauses in Oberwössen in ein Dorfhaus, um einen gesellschaftlichen Anker für Vereine und die Bevölkerung zu setzen. Nach dem Baubeginn im August seien Statik, Dämmung und Umbauten bereits abgeschlossen. Fenster und Fassade werden noch heuer fertig, vielleicht auch noch die Installationen und der Innenputz. Im neuen Jahr müssen dann noch der Innenausbau, die Einrichtung und Terrasse sowie der Vorplatz und die Parkplätze erledigt werden. Nach einer vorsichtigen und unverbindlichen Einschätzung könnte alles Ende März abgeschlossen sein. Der Rathauschef: »Ich glaube, es wird ein kleines Schmuckkästchen.«

Als eine zentrale Aufgabe der Gemeinde bezeichnete er es, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen und dabei eine Innenverdichtung vorzunehmen. Man sei dabei, entsprechende Strategien zu erarbeiten. Touristisch habe man unter anderem die elektronische Kurkarte auf den Weg gebracht, testweise einen Wanderbus eingeführt und die Beschilderung der Wanderwege komplett abgeschlossen, so der Bürgermeister weiter. Trotz eines weiteren Bettenrückgangs sind die Gästezahlen um 10,4 Prozent und die Übernachtungen um 1,5 Prozent gestiegen.

»Es freut mich, dass wir in unserer Gemeinde ein prosperierendes, gesellschaftliches Leben haben, das von einem großen ehrenamtlichen Engagement getragen ist«, sagte der Rathauschef nicht ohne Stolz. Als zwei herausragende Ereignisse nannte er in diesem Zusammenhang die »mustergültige« Ausrichtung des 80. Gaufests des Chiemgau-Alpenverbands und den Wiederaufstieg der ersten Fußballmannschaft in die Kreisklasse B.

Zu den wichtigsten Aufgaben für 2017 zählte der Bürgermeister die Neugestaltung vom Friedhofsvorplatz und Sparkassenparkplatz, die Weiterentwicklung des Hochwasserschutzes in Oberwössen, die Planung der Bundesstraße 305 von Litzelau bis Oberwössen, die Ortsentwicklung mit einer entsprechenden Bauleitplanung sowie die Fertigstellung des neuen Dorfhauses in Oberwössen. In Sachen »Hallenbad« steht die Umnutzung der alten Sauna in ein Mütterzentrum an, außerdem soll die Gesamtplanung zügig weiterentwickelt werden.

Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger fügte abschließend hinzu: »Wir haben viel gemacht, sind aber noch lange nicht am Ende.« bvd