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Die Traunsteiner Grünen diskutierten über den Haushalt der Stadt – Folgekosten im Blick haben

»Ein anderes Bewusstsein für Kosten«

Traunstein – Die Traunsteiner Grünen diskutierten bei ihrem Stammtisch im Gasthaus Sailer-Keller über einen zukunftsfähigen Haushalt der Stadt. Vorgeschlagen wurde, für alle zukünftigen Maßnahmen eine Art Projektsteckbrief, in dem Ausgaben, Einnahmen, Zuschüsse und Folgekosten für die kommenden Jahre ersichtlich sind.


Stadtrat Wilfried Schott ist der festen Meinung, »dass wir in Zukunft radikal mit der Anzahl der Projekte nach unten müssen. Wir müssen immer erst anschauen, was wir an Geld haben«. Für ihn macht es auch wenig Sinn, Projekte einfach um ein Jahr zu verschieben, da die Kosten dann eben im Folgejahr auftauchen würden. »Diese riesigen Kredite müssen auch irgendwann einmal zurückgezahlt werden«, sagte dazu Ortssprecherin Katharina Stadler.

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Thomas Lang-Nachtnebel ist selbstständiger Kleinunternehmer. Er sagte, dass Vieles wünschenswert sei. »Aber wie jede Firma muss auch eine Stadt schauen, was machbar ist.«

Rüdiger Funk wollte wissen, ob es für die Stadträte überhaupt transparent gewesen sei, welche Kosten bei den einzelnen Projekten auf die Stadt zukommen – und er eröffnete damit eine Diskussion über die Folgekosten von Projekte.

»Wie viel kostet uns der Unterhalt?«

Ortssprecher Wolfgang Wörner sieht besonders bei der Klosterkirche in diesem Zusammenhang ein Problem: »Wissen wir denn, was wir für den Unterhalt Jahr für Jahr zahlen müssen?«, fragte er und führte als Beispiele die Heizkosten dieses großen, hohen und schlecht dämmbaren Gebäudes an. Hinzu kämen Personalkosten »und wahrscheinlich sogar Zuschüsse, wenn die Eintrittsgelder die Veranstaltungskosten nicht decken«.

Wilfried Schott, der bei der Klosterkirche immer eine »Sanierung light« forderte, möchte für alle zukünftigen Projekte einen Projektsteckbrief, in dem alle Ausgaben, Einnahmen, Zuschüsse, und Folgekosten für die kommenden Jahre leicht ersichtlich sind.

»Die Ablehnung des Haushalts war gut, sonst wäre es einfach so weitergegangen«, sagte Gerhard Lechner. »In Zukunft wird es ein anderes Bewusstsein für Kosten geben.«

Zu der wieder aufkeimenden Idee, den Haidforst abzuholzen, sagte Helga Mandl: »Es ist doch Unsinn, ohne Grundstücksbedarfe von lokalen Firmen den Wald abzuholzen und dann wieder Gewerbe anzulocken, das über Jahre hinweg keine Gewerbesteuer zahlt.«

Wolfgang Wörner erinnerte an die Bürgerinitiative »Rettet den Haidforst«, die vor ein paar Jahren eine großflächige Abholzung verhinderte. »Viele Aktive der Bürgerinitiative sind untereinander noch in Kontakt und werden sich auch diesmal die Abholzung des Waldes nicht gefallen lassen«, sagte Wörner.

Technologiepark und Leerstandskataster gewünscht

»Viel besser als irgendein flächenfressendes Gewerbe wäre doch die Ansiedlung eines Technologieparks«, schlug Wilfried Schott vor. Technologiefirmen und Ingenieurbüros bräuchten einen schnellen Internetanschluss, aber relativ wenig Platz. Hierfür müsse auch kein Wald abgeholzt werden, das gehe auch mitten in der Stadt.

»In der Innenstadt gibt es so viele Leerstände, ich wünsche mir da schon seit langem ein Leerstandskataster«, sagte dazu Helga Mandl. Wenn Firmen leerstehende Gebäude wieder nutzen würden, sei das auch gut für die Belebung der Innenstadt, für die Geschäfte und Lokale. fb