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Ein Abbild der Leistungsfähigkeit

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Wahre »Meisterstücke des Wohnens« zeigten die frisch gebackenen Schreinermeister bei der Ausstellung am Wochenende in der Franz-Eyrich-Halle. Im Bild das besonders gelungene Meisterstück von Markus Hoyer, das auch Kreishandwerksmeister Peter Eicher (rechts) begeisterte. Weitere Bilder sind unter www.suedost-news.de zu sehen. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Zwei Meisterkurse im Schreinerhandwerk wurden im Bildungszentrum Traunstein der Handwerkskammer für München und Oberbayern erfolgreich abgeschlossen. Traditionell werden bei der Übergabe der Meisterbriefe die Meisterstücke in einer Ausstellung gezeigt, so wie jetzt im Glasanbau der Franz-Eyrich-Turnhalle vor Gästen aus Kommunalpolitik, Handwerk und Angehörigen der jungen Meister. Am Wochenende war die Ausstellung auch im Rahmen des Blattl-Sonntags auch für Besucher geöffnet.


Auch für die Meisterschulen haben sich die Zeiten geändert

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Max Stadler, Leiter des Bildungszentrums, betonte, auch für die Meisterkurse hätten sich die Zeiten geändert. Habe man früher lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, so würden Meisterschulen heute um Teilnehmer buhlen. Die Stücke, die man nun der Öffentlichkeit zeige, seien ein Abbild der Leistungsfähigkeit des Schreinerhandwerks. Diese würden eine Kreativität und Individualität zeigen, die sich wohltuend von der industriellen Serienproduktion abheben. Er machte deutlich, dass den erfolgreichen Meistern alle beruflichen Wege offenstünden.

An der Hochschule müsste man den Meister (englisch »Master«) erst machen. Die jungen Schreinermeister hätten diesen nun schon mit Bestehen der Prüfung. In seinen Ausführungen machte er den hohen Stellenwert deutlich, den ein Meister im Handwerk habe: »Meister ist schon immer eine Ehrenbezeichnung gewesen und zeugt von hohem Respekt.«

Fundamente Bayerns: Landwirtschaft und Handwerk

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Handwerks: »Wenn es keine Handwerksbetriebe mehr gibt, dann gibt es keine Arbeitsplätze mehr. Das Fundament des ländlichen Bayerns sind die Landwirtschaft und das Handwerk. Man darf auch bei einem Möbelstück nicht nur kurzfristig denken. Schreiner schaffen langfristige Werte, wie beispielsweise meinen Esstisch bei mir zu Hause. Meinen Tisch kann ich einmal meinen Kindern vererben«, lobte sie das Schreinerhandwerk.

Kreishandwerksmeister Peter Eicher nannte es einen »Meilenstein« im Berufsleben der jungen Handwerker. Sie hätten den richtigen Weg eingeschlagen und umfangreiches theoretisches Wissen erworben sowie praktische Fähigkeiten erlernt. Vor allem in der Praxis sei man den akademischen Berufen oft weit voraus. »Hier schlägt die Meisterprüfung viele Uni-Diplome«, sagte der Kreishandwerksmeister. Handwerksmeister müssten den Vergleich zur akademischen Ausbildung nicht scheuen. In dem Meisterkurs sowie in der Prüfung sei den Teilnehmern viel abverlangt worden. »Jetzt ernten sie die Früchte davon.« Er warb für einen Beitritt zur Innung auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Siegfried Reichenberger, Obermeister der Schreiner-Innung Berchtesgadener Land gab den jungen Meistern Tipps fürs künftige Berufsleben: »Bildet Netzwerke. Wir Handwerker müssen zusammenhalten.« Gerade auch die industrielle Konkurrenz, die für jeden Bereich einen Spezialisten habe, mache es erforderlich, mit eigenen Spezialisten zusammenzuarbeiten. »Arbeitet nicht nur am Betrieb, sondern an euch selbst«, so der Obermeister aus dem Berchtesgadener Land.

Bevor die jungen Handwerker ihre begehrten Meisterbriefe erhielten, wurde noch Prüfer Wolfgang Dreier aus München geehrt. Dieser ist bereits seit dem Jahr 1966 Prüfungsmitglied und seit dem Jahr 1991 Prüfungsvorsitzender.

Zahlreiche Besucher nutzten den Blattl-Sonntag

Auch am Samstag und am Sonntag konnten sich die Besucher beim Ausstellungsbesuch über die Qualität der Meisterstücke selbst ein Bild machen. Gerade der sehr gut besuchte Blattl-Sonntag in Traunstein brachte noch einmal viele Besucher, die sich die Meisterwerke anschauen und auch erklären lassen wollten. awi