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Eigentümer holte Boot: 1800 Euro Strafe

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Foto: dpa/Uli Deck

Weil er am Waginger See nicht den gewünschten Liegeplatz im Wasser, sondern nur einen auf dem Land bekommen hatte, holte der Eigentümer sein Segelboot samt Anhänger einfach wieder ab. Die nicht an den Segelclub überwiesene Pacht brachte dem 71-Jährigen eine Verhandlung vor dem Amtsgericht Altötting ein.


Der Ruheständler wurde im Februar 2014 verurteilt, die bis dahin angefallenen 1155 Euro Liegeplatzkosten zu begleichen. Der Verein erhielt für den Fall der Nichtzahlung ein Pfandrecht an dem Kajütboot. Das hinderte den 71-Jährigen nicht, in der Nacht auf 6. Mai 2014 unerlaubterweise sein Boot mitzunehmen.

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Folgen waren eine Anzeige und ein Strafbefehl des Amtsgerichts Traunstein über 30 Tagessätze zu je 60 Euro, somit von 1800 Euro – wegen »Pfandkehr«. Die »Pfandkehr«, ein Paragraf aus dem Strafgesetzbuch, schützt denjenigen, der zwar nicht Eigentümer ist, aber an einer Sache ein Recht besitzt. Der Schiffseigner wollte den Strafbefehl nicht akzeptieren und legte Einspruch ein.

In der gestrigen Verhandlung erschien der 71-Jährige ohne Verteidiger. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Robert Tischer. Richter Maximilian Lermer verdeutlichte dem Angeklagten, im Fall seiner Verurteilung werde sich die Strafe angesichts seiner Einkommensverhältnisse wohl verdoppeln. Da zog es der Pensionist doch vor, seinen Einspruch zurückzunehmen. Damit wurde der Strafbefehl rechtskräftig. kd