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Eigenständige Waldrapp-Gruppe aus Burghausen in Rottau gesichtet

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Schon wieder waren Waldrappe im Achental zu Gast: Letzte Woche waren vier dieser seltenen Vögel in Schleching gesichtet worden (wir berichteten), am Sonntag und auch noch am gestrigen Montag in der Früh waren in Rottau 13 Waldrappe zu sehen. Andreas Hilger fotografierte sie auf einer Wiese und auf seinem Hausdach. Inzwischen sind sie weitergezogen in Richtung Toskana, wo sie überwintern und von wo sie hoffentlich im nächsten Frühjahr wieder zu uns zurückkehren. Die vier »Schlechinger Waldrappe« kamen aus Salzburg, die Gruppe in Rottau aus Burghausen. Dort läuft seit 2004 ein Wiederansiedlungsprojekt. Es ist einer von mehreren Standorten, an denen das deutsch-österreichische Waldrapp-Team seit Jahren bemüht ist, die Vögel wieder heimisch zu machen. Der Biologe Dr. Johannes Fritz, Leiter des Waldrapp-Teams, bestätigte gestern dem Traunsteiner Tagblatt auf Anfrage, dass es sich bei den 13 Vögeln in Rottau um eine inzwischen eigenständige Gruppe aus Burghausen handelte. Im Rahmen des Wiederansiedelungsprojektes waren Waldrappe von Menschen aufgezogen und darauf trainiert worden, ihnen hinter einem Ultraleichtflugzeug bis in ein geeignetes Wintergebiet zu folgen. So lernten sie die Flugrouten kennen und können – bei erfolgreicher Wiederkehr und entsprechendem Bruterfolg – als sogenannte »zugerfahrene« Altvögel ihrem Nachwuchs selbst den Weg zeigen. Die 13 Waldrappe in Rottau waren sowohl erfahrene Alt- als auch Jungvögel. Sie hatten Burghausen bereits vor einiger Zeit verlassen, hielten sich bislang aber noch im Alpenvorland auf, erklärte Fritz. Das sei völlig normal. Jetzt ziehen sie weiter in die Toskana. Laut Fritz sind alle Vögel mit einem GPS-Gerät ausgestattet, einmal pro Tag bekommt das Waldrapp-Team so eine Mitteilung über ihren Aufenthaltsort. Da die Altvögel der Gruppe von Menschen aufgezogen wurden, zeigen sie wenig Scheu. So kam Andreas Hilger relativ nahe an die Vögel heran, um sie gut fotografieren zu können. Dr. Fritz hofft nun, dass die Gruppe nicht nur wohlbehalten in der Toskan ankommt, sondern auch im Frühjahr nach Burghausen vollzählig zurückkehrt und brütet, damit man der dauerhaften Wiederansiedlung wieder einen Schritt näher kommt.


 
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