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Eigene Ressourcen für Rathausneubau

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Seeon-Seebruck – Ein neues Rathaus in Holz steht beim Seeon-Seebrucker Gemeinderat hoch im Kurs. Das Gremium hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür entschieden, das Kerngebäude des neuen Rathauses in Holz auszuführen. Welches System letztendlich zur Ausführung kommen soll – ob Holzrahmenbauweise oder Massivholzbauweise – darüber soll noch konkret beraten werden.


In der lebhaften Diskussion kristallisierte sich heraus, dass dem Werkstoff Holz der Vortritt eingeräumt werden soll. Die Vertreter der CSU-Fraktion signalisierten deutlich: »Wir sollten mit einem nachhaltigen Rohstoff ein ökologisches Zeichen nach außen setzen«, sagte Sepp Daxenberger. »Ich bin absolut für einen Holzbau.« Die Ressourcen vor der Haustür zu nutzen, legte auch Franz Wörndl dem Gremium ans Herz. »Der Baustoff Holz liegt in der Gemeinde rundumadum.«

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Auch Christine Eglseer sprach sich für nachhaltige Materialien aus. Norbert Maier (FW) beschäftigten die Stärken und Schwächen von Holzhäusern. »Für mich ist entscheidend, wie lange hält es und was kostet der Unterhalt?«

Dazu erteilte Bürgermeister Bernd Ruth dem Statiker Theo Daxenberger das Wort, der in die Sitzung gebeten wurde, um Fragen zu beantworten. Laut seinen Aussagen seien Holzhäuser im Vergleich zur herkömmlichen Massivbauweise genauso langlebig und im Unterhalt gleich. Auch früher mit weniger Wissen gebaute Holzhäuser stünden zum Teil seit Hunderten von Jahren und würden heute noch genutzt.

Sebastian Maier (FW) befürchtete, dass ein Holzbau das Bauvorhaben verteuern könnte. »Ich befürchte, dass selbst die 35 000 Euro Mehrkosten nicht ausreichen werden«, sagte er. Die Gemeindeverwaltung hatte bereits berechnen lassen, was ein Holzbau im Vergleich zu einem Massivbau kosten würde. Eine vorläufige Berechnung hatte ergeben, dass bei einem Holzbau mit Mehrkosten von rund 35 000 Euro zu rechnen sei.

Bürgermeister Bernd Ruth erklärte dazu, dass es sich dabei um eine sehr knappe Berechnung handle, die über die Kubatur errechnet worden sei. Die konkreten Kosten ließen sich erst berechnen, wenn die nächsten Schritte, welches Holzbausystem letztendlich angewandt werden soll, geklärt sind.

Im Frühjahr soll mit dem Neubau des Rathauses begonnen werden. Solange in Seebruck gebaut wird, muss die Verwaltung, wie berichtet, für etwa zwei Jahre in die ehemalige Gaststätte Gruber-Alm in Roitham bei Seeon ausweichen. Der Umbau der früheren Gaststätte, die die Gemeinde erworben hat, läuft unterdessen auf Hochtouren. Noch vor Weihnachten möchte die Verwaltung ihr Übergangsdomizil beziehen. Gleichzeitig wird auch der südliche Gebäudetrakt der ehemaligen Gruber-Alm umgebaut, um dort 14 Flüchtlinge zu beherbergen. ga