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Eigene Mitte und Identität für Mietenkam

Grassau. Viele Fragen aber auch Anregungen gab es in der Informationsveranstaltung in Mietenkam in der Kfz-Garage der Firma Rieder zum Thema Ortsgestaltung. Unter anderem galt dem geplanten Dorfladen die Aufmerksamkeit. Bewirtet wurden die Gäste von den Maibaumfreunden.


Eingangs informierte Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke über die Planung, um Mietenkam eine attraktive Mitte mit einem Dorfplatz, Dorfladen, Dorfcafé und einen Versammlungsraum zu geben. Über das bayrische Städtebaurahmenprogramm sei mit einem Zuschuss von 60 Prozent für Maßnahmen zu rechnen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro.

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Die Planungen im Detail stellte Professor Helmut Bielenski vor. Laut Maßnahmenplan wurde bereits mit dem Abbruch des Gasthofs Kampenwand und Neubau der erste Abschnitt in Angriff genommen. Zwei wesentliche Ziele, nämlich die Realisierung eines Dorfladens und eines Versammlungsraums, können damit erreicht werden. Die zweite Maßnahme, Abbruch und verschobener Wiederaufbau der Einfriedungsmauer und der Nebengebäude auf dem gegenüberliegenden Grundstück, könne voraussichtlich Mitte Juli erfolgen.

Es soll einen Dorfladen geben

Damit werde die Straßenverschiebung vorbereitet, die im dritten Planungsabschnitt folgt. Mit der Anlage des Dorfplatzes werde voraussichtlich im Sommer 2014 begonnen. Bielensky bezeichnete das Vorhaben als »historische Chance«, Mietenkam eine eigene Mitte und Identität zu geben. Hierzu gehöre auch ein Dorfladen, der mit 112 Quadratmetern vorgesehen sei und für die Dauer von 20 Jahren von der Gemeinde für diesen Zweck angemietet werde. Gleichwohl soll im Erdgeschoß, alles barrierefrei, ein rund 100 Quadratmeter großer Versammlungsraum installiert werden, der vom Betreiber des kombinierten Dorfladens und Dorfcafés betrieben werden soll.

Auf dem neuen Dorfplatz sei keine Möglichkeit zum Spielen, wurde eingewandt. Der beste Spielbereich sei ein Brunnen, so Jantke. Für weitere Spielgeräte sei der Platz zu klein. Gefragt wurde nach den Öffnungszeiten des Dorfladens. Wie Jantke meinte, werde dies noch eine interessante Geschichte. Einige Bewerbungen seien bereits eingegangen. Die Öffnungszeiten liegen in der Hand des Betreibers und werden sich an dem Bedarf der Mietenkamer orientieren. Bei entsprechender Nachfrage werde der Laden auch funktionieren, fügte Bielensky hinzu.

Hans Genghammer bedauerte, dass die Mietenkamer erst so spät einbezogen werden. Dem wollte Jantke nicht zustimmen. Er verwies auf den Mietenkambeirat und erklärte, dass zuerst Grundstücksverhandlungen geführt werden müssen, bevor in die Planung eingestiegen werden kann. Solange die zur Diskussion stehenden Flächen nicht in öffentlicher Hand seien, könne auch nicht öffentlich diskutiert werden.

Gefragt nach den Folgekosten für Café und Laden, meinte der Bürgermeister, dass die Gemeinde natürlich eine Miete verlangen werde, die einen dauerhaften Betrieb ermöglicht. Es müsse der Gemeinde schon etwas wert sein, einem Ortsteil mit 840 Einwohnern eine gewisse Identität zu geben, so Jantke. Falls kein geeigneter Pächter gefunden werden kann, werde es noch einmal eine Informationsveranstaltung geben. Möglich sei es auch, einen Dorfladen als Genossenschaft zu führen.

Straße durch den Ort wird nicht begradigt

Ein Thema war auch die Auflösung des südlichen Seitenarms des Heidewegs. Da im hinteren Bereich ein Busunternehmen sei, komme es beim Ausfahren zu Engpässen. »Wenn wir die Chance haben, einen Dorfplatz ohne Autos zu bekommen, sollen wir diese nutzen«, so Jantke und erntete mit dieser Meinung große Zustimmung. Gefragt wurde nach Unterstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen. Laut Jantke diene der Glasvorbau des Dorfladens auch als Unterstellplatz, da auf der Höhe des Dorfplatzes der Bus halten wird. Auf der gegenüberliegenden Seite bleibt das Buswartehäuschen erhalten.

Auch wurde nach einer sicheren Fahrbahnüberquerung gefragt. Eine Ampelanlage sei aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht möglich, sagte Jantke. Bedenken äußerte eine Mietenkamerin hinsichtlich der Straßenführung. Sie befürchtete, dass dann noch schneller durch den Ort gefahren werde. Die Straße werde nicht begradigt, versicherte Bielensky. Der derzeitige Radius wird beibehalten. Optisch werde es aber übersichtlicher.

Letztlich verwies Jantke noch auf den Fragebogen, der jedem Mietenkamer Bürger ab 16 Jahren zugestellt werde. Die Fragebögen können im Rathaus abgegeben werden. tb