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Ehrenkrug für Bruder Ulrich vom Kloster in Gars

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Bruder Ulrich (Mitte) vom Kloster Gars am Inn und »Erschaffer« der größten Klostergärtnerei Europas wurde auf der Herbstversammlung des Kreisverbands für Gartenkultur und Landespflege Traunstein mit dem Ehrenkrug geehrt. Es gratulierten Kreisvorsitzender Michael Luckas (links) und dessen Vorgänger, Laudator Hans Steiner. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Bestens unterhalten wurden die Vertreter der hiesigen Obst- und Gartenbauvereine auf der Herbstversammlung des Kreisverbandes Traunstein für Gartenkultur und Landespflege im Grabenstätter Hof. Höhepunkte waren der Luftbildervortrag des Kreisgeschäftsführers Georg Unterhauser sowie die Ehrung von Bruder Ulrich vom Kloster Gars am Inn.


1500 Vorträge gehalten

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Dieser hatte nach seinem 80. Geburtstag angekündigt, seine jahrzehntelange Vortragstätigkeit zu beenden. Kreisvorsitzender Michael Luckas überreichte Bruder Ulrich für dessen große Verdienste um die hiesigen Gartenbauvereine den Ehrenkrug des Kreisverbandes Traunstein. »Zwischen 1968 und 2014 hat Bruder Ulrich rund 1500 Vorträge in Ortsvereinen unseres Bezirks Oberbayern gehalten, davon einen großen Teil im Kreisgebiet Traunstein«, sagte der frühere Kreisvorsitzende Hans Steiner. Für seine aufopfernde ehrenamtliche Arbeit im Interesse der Gartenbauvereine hatte Bruder Ulrich bereits 2004 vom Bayerischen Landesverband die höchstmögliche Auszeichnung, die goldene Rose, erhalten.

In seinem kurzen Jahresrückblick erinnerte Kreisvorsitzender Michael Luckas an die wichtigsten Ereignisse im vergangenen Gartenjahr, unter anderem den Traunsteiner Gartentag in Palling, die Lehrfahrten zur Landesgartenschau in Deggendorf und die Jubiläen »90 Jahre Gartenbauverein Inzell«, »110 Jahre Gartenbauverein Petting« und »125 Jahre Gartenbauverein Traunstein«.

Lobend erwähnte er auch die gut angenommenen Seminare und Fachkurse mit der Kreisfachberatung. Der Sommerschnittkurs in Lampertsham sei gut besucht und der Sensenmähkurs in Erlstätt ein »voller Erfolg« gewesen, so Luckas. Überraschend viele Frauen hätten sich dort die althergebrachte Kunst des Dengelns, Wetzens und Mähens von Fachleuten näherbringen lassen. Das zurückliegende Gartenjahr könnte als »eines der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen«, mutmaßte Luckas und erinnerte an den »praktisch ausgefallenen Winter, das sommerlich-tropische Frühjahr, den unbeständigen Sommer und den ausgeprägten Altweibersommer«, der bis weit in den Oktober hinein angehalten habe.

Bescheidenes Obstjahr

Heuer habe man es mit einem bescheidenen Obstjahr zu tun, sagte der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Georg Unterhauser. Und das, obwohl die Bäume im Frühjahr noch sehr vielversprechend geblüht hätten. Später Frost habe dann aber für einen ersten Dämpfer gesorgt und der anschließende feucht-warme Sommer den Pilzkrankheiten »Tür und Tor geöffnet«. Exemplarisch nannte Unterhauser die Birnenpockenmilbe, die sich immer weiter ausbreite, die Zweigmonilia, die Schrotschusskrankheit, den Apfel- und Birnenschorf sowie die Regenfleckenkrankheit. Eine große Gefahr für die Buchsbäume sei der gefräßige Buchsbaumzünsler. Später entführte Unterhauser die Besucher mit seiner ferngesteuerten Fotodrohne zu den schönsten Orten und Landschaften im Chiemgau und Rupertiwinkel. Für seinen beeindruckenden Luftbildervortrag und seine informative Moderation erntete er reichlich Applaus. Mittlerweile sei sein Hobby zum Nebenberuf geworden, auch deshalb, damit »ich was zum Tun habe, wenn ich nächstes Jahr in Pension gehe«, betonte der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege.

Grabenstätter Verein ist der zweitjüngste im Kreisverband

Nachdem Bürgermeister Georg Schützinger die Vorzüge seiner Gemeinde mit schönen Bildern vorgestellt hatte, berichtete der Vorsitzende des gastgebenden Gartenbauvereins Grabenstätt, Gerhard Wimmer, über die vielfältigen Aktivitäten seines noch recht jungen Vereins. »Unser Verein wurde erst 2000 gegründet und ist der 51. und derzeit zweitjüngste Verein im Kreisverband«, so Wimmer. Begonnen habe man mit 26 Vereinsmitgliedern, jetzt seien es schon 276.

Eine Lanze für die Jugendarbeit brach Maria Zehentner, die seit einem Jahr Jugendsprecherin im Kreisverband ist. »Nach und nach werde ich alle Kindergruppen besuchen«, versprach Zehentner und lobte die gute Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen.

Bei der abschließenden Tombola wechselten zahlreiche Blumen, Pflanzen und Gestecke den Besitzer. Um für ein möglichst einladendes Ambiente zu sorgen, hatte der Gartenbauverein Grabenstätt den Eingangsbereich, das Treppenhaus und den Saal im Vorfeld liebevoll geschmückt. mmü