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Ehrenbürgerwürde an Georg Schützinger verliehen

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In dankbarer Würdigung und Anerkennung seiner vielfältigen Verdienste erhielt der scheidende Bürgermeister Georg Schützinger (Mitte) das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Grabenstätt. Gustl Lex (rechts) aus Grabenstätt und Bernhard Hennes aus Langenspach wurden mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Unter Einhaltung strenger Abstands- und Hygienevorschriften hat es in der Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt eine Feierstunde mit Ehrungen verdienter Gemeindebürger gegeben. »Eine kleine Ehrung« habe ihm zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer im Vorfeld angekündigt, verriet der scheidende Bürgermeister Georg Schützinger und zeigte sich völlig überrascht und sichtlich gerührt, als man ihm das Ehrenbürgerrecht »seiner« Gemeinde verlieh.


Weit und breit ist niemand so lange im Amt

»Nach 36 Jahren aus dem Amt zu scheiden, ist eine starke Leistung. Es gibt weit und breit niemanden, der so lange Bürgermeister ist, er hat sich diese Ehrung wirklich verdient«, lobte Muggenhamer die Verdienste Schützingers. »Mit Umsicht, Geschick und persönlichem Einsatz« habe dieser sein Amt, das seine Berufung gewesen sei, seit 1984 ausgeführt und mit ihm habe die Gemeinde »eine sehr positive Entwicklung genommen«. Obwohl in knapp vier Jahrzehnten viele Investitionen getätigt worden seien, habe man die notwendigen Rücklagen schaffen können, um auch schwierige Zeiten, wie die aktuelle Corona-Krise, bewältigen zu können.

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Als Meilensteine nannte Muggenhamer unter anderem den Schlossumbau zum Rathaus, die Errichtung der Grundschule, die Sanierung der Schlossökonomie, den Turnhallenbau in Grabenstätt, den Bau der Kindergärten in Erlstätt und Grabenstätt mit jeweils zweimaliger Erweiterung und die Errichtung der Feuerwehrhäuser. Von den mehr als 1000 Gemeinderats- und Ausschusssitzungen, die es seit 1984 gab, habe Schützinger nur eine Bauausschusssitzung versäumt, weil er krank gewesen sei, so Muggenhamer. Beispiellos sei auch, dass dieser als Eheschließungsbeamter der Gemeinde über 1200 Trauungen vollzogen habe.

Der letzte Grabenstätter, der die Ehrenbürgerwürde innehatte, war der 2001 verstorbene Altbürgermeister Max Huber – Schützingers Amtsvorgänger. Schützinger blickte kurz auf seine lange Amtszeit zurück und bedankte sich bei allen Weggefährten und bei seiner Familie.

In Würdigung und Anerkennung ihrer Verdienste hatte Bürgermeister Schützinger auf der Grundlage eines Gemeinderatsbeschlusses eingangs den verdienten Gemeindebürgern Gustl Lex und Bernhard Hennes die Bürgermedaille der Gemeinde verliehen. Roman Metzner konnte diese Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Lex war von 1990 bis 2002 Mitglied des Gemeinderats und ist Gründungsmitglied des 1982 ins Leben gerufenen Grabenstätter Männerchors, dem er seit 1987 auch vorsteht. Als Mitglied der Kirchenverwaltung habe Lex 36 Jahre die Geschicke der Pfarrei St. Maximilian Grabenstätt maßgeblich mitbestimmt, betonte Schützinger und verwies zudem auf dessen Verdienste als Mundartdichter, Ortsheimatpfleger und Vortragsredner.

Bernhard Hennes saß von 1984 bis 2002 im Gemeinderat und fungierte von 1996 bis 2002 auch als ehrenamtlicher zweiter Bürgermeister. Schützinger erinnerte an dessen langjährige aktive Tätigkeit im Verbandsausschuss des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Mühlener Gruppe. Mittlerweile ist Hennes auch Vorsitzender des Zweckverbands. Seit 2014 lenkt der Geehrte auch die Geschicke der Krieger- und Soldatenkameradschaft Erlstätt.

Schützinger würdigte auch die Verdienste des dritten, neuen Bürgermedaillenträgers Roman Metzner, der seit drei Jahrzehnten im Gemeinderat sitzt und bis 2015 30 Jahre dem TSV Grabenstätt/Chiemsee vorstand. Als TSV-Vorsitzender setzte er sich leidenschaftlich für mehrere Großprojekte ein, wie die Errichtung der Schul- und Breitensportanlage mit Funktionsgebäude in den 90er Jahren und den Bau der Turnhalle, die 2013 eingeweiht wurde.

Gemeinderäte wurden verabschiedet

Zu Beginn der Feierstunde wurden die scheidenden Gemeinderäte verabschiedet. Der wiedergewählte CSU-Rat Rudi Aigner hatte sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angenommen und erlag Mitte April einer schweren Krankheit. Aigner gehörte dem Gemeindegremium seit 1996 an. Roman Metzner (CSU) gehörte dem Gemeinderat seit 30 Jahren (fünf Wahlperioden) an und brachte im Finanz- und Haushaltsausschuss stets seine Fachkompetenz und Erfahrung ein.

Nach 18 Jahren ausscheiden wird Anita Kohlbeck (SPD). Schützinger lobte insbesondere ihren »kritischen Geist«. Auf jeweils zwei Amtszeiten blicken Doris Biller (Freie Wähler), Hans Pertl (CSU) und Maximilian Wimmer (CSU), der das Amt des dritten Bürgermeisters bekleidete, zurück. Pertl war in dieser Wahlperiode Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Auch im Finanzausschuss sei er stets eine Bereicherung gewesen, so Schützinger. Biller habe sich insbesondere dem Thema Jugend verschrieben und Wimmer sei in den verschiedensten Bereichen mit seiner Expertise stets ein Gewinn gewesen.

Nach einer Wahlperiode verlassen Andreas Lukas (Freie Wähler) und Alois Wiesholler (CSU) das Gremium. Als Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Feilnbach und früherer Kämmerer war Lukas für die Arbeit im Finanz- und Haushaltsausschuss prädestiniert und dem Musikvereinsvorsitzenden Wiesholler lagen die Vereine immer besonders am Herzen. mmü

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