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Ehrenamtliche wollen Asylbewerbern helfen

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Britta Barth, gebürtige Traunreuterin, ist Asylsozial- und Migrationsberaterin beim Diakonischen Werk. Sie hat in Traunreut ein Treffen organisiert, um weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für die Betreuung von Asylsuchenden zu gewinnen. (Foto: H. Eder)

Traunreut – Die Stadt Traunreut hat bisher erst relativ wenige Asylbewerber zugewiesen bekommen, aber es steht wohl die Ankunft weiterer Flüchtlinge bevor. Deshalb ist im Mehrgenerationenhaus eine Zusammenkunft organisiert worden mit dem Ziel, zum einen weitere ehrenamtliche Helfer für die Betreuung zu gewinnen und zweitens die bisherigen privaten Initiativen besser zu koordinieren. Die Asylsozialberaterin Britta Barth, die zusammen mit Stadträtin Helga Zembsch dieses Treffen initiiert hat, gab zu dem Themenkreis Anregungen und Hilfen.


Ein konkretes Ergebnis dieses Nachmittags im Mehrgenerationenhaus ist eine Liste von Personen, die bereit wären, Deutschunterricht zu geben und die sich zu diesem Zweck »Nachhilfe« bei der vhs holen. Wie die zuständige vhs-Mitarbeiterin Jeanette Janschke auf Anfrage erklärte, stehen sechs Personen auf dieser Liste, und sie sei jetzt dabei, einen solchen Kurs für künftige Kursleiter zu planen.

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Fragen zum Thema Asyl werden beantwortet

Außerdem verteilt die Stadt inzwischen an Flüchtlinge, die sich in der Stadt anmelden, Infomaterial in den Sprachen Arabisch, Persisch, Russisch und Rumänisch, um deren Erstellung sich Norbert Vollmayr gekümmert hat. Er ist auch zweimal pro Woche im Mehrgenerationenhaus anzutreffen und steht dort am Dienstag und Donnerstag zwischen 14.30 und 17 Uhr für Fragen zum Thema Asyl beratend bereit. Auch die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses kann man bei Problemen kontaktieren: Telefon 08669/90 98 121. Hier werden auch Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten, die aber laut Dr. Uwe Wenzel, dem Leiter der Einrichtung, recht unregelmäßig angenommen würden.

16 unbegleitete Jugendliche und 30 Erwachsene

In Traunreut leben derzeit unter anderem eine palästinensische Großfamilie sowie Somalier und Nigerianer, insgesamt knapp 30 Menschen. Demnächst kommen soll, wie es bei dem Treffen hieß, eine Gruppe von vier jungen Männern aus Afghanistan. All diese Asylbewerber sind dezentral in Wohnungen über das ganze Stadtgebiet verstreut untergekommen. Zudem gibt es in Traunreut auch eine Gruppe von 16 unbegleiteten Jugendlichen, die professionell betreut werden. Sehr engagiert sind Norbert Vollmayr aus Traunwalchen, Barbara Herning und Stadträtin Helga Zembsch aus Traunreut, und auch die »Licht-für-Kinder«-Vorsitzende Rosl Hübner bringt sich beim Thema Asyl in Traunreut ein.

Bei dem Treffen im Mehrgenerationenhaus haben sich einige bereit erklärt, ebenfalls bei der Betreuung mithelfen zu wollen; diese werden jetzt von den Ehrenamtlichen, die schon Kontakte haben, sozusagen »mitgenommen«. Und dann wird es in Traunreut erstmals ein »Café International« geben, wie es die Nachbarstädte Trostberg und Traunstein bereits vorgemacht haben: ein Treffen bei Kaffee und Kuchen, bei dem sich Einheimische und Asylbewerber in zwangloser Runde kennenlernen und – entsprechende Sympathien vorausgesetzt – dann auch in Kontakt bleiben können. Dieses erste Traunreuter »Café International« findet am Samstag, 30. Mai, von 15 bis 17 Uhr im katholischen Pfarrsaal statt. Ansprechpartnerin dafür ist Helga Zembsch, Telefon 08621/617 37.

Britta Barth ist seit Jahren Asylsozialberaterin und seit kurzem mit einer Halbtagsstelle auch Migrationsberaterin. Ihre zeitlichen Kapazitäten seien sehr begrenzt, sagte sie, denn sie ist für die Unterkünfte in Engelsberg, Ruhpolding und Trostberg zuständig. Sie sei gerne bereit, mit ihrem Wissen und Kontakten helfend zur Seite zu stehen. Nicht möglich sei es ihr aber, sich um die kleinen Gruppen beziehungsweise Familien zu kümmern, die dezentral untergebracht sind. Da hoffe sie auf ehrenamtliche Mitarbeiter, und das sei auch der Grund für dieses Treffen gewesen. Gleichwohl aber kann man sich bei Problemen unter Telefon 0151/151 973 99 an sie wenden.

Die Probleme sind vielfältig

Beim folgenden Austausch von Erfahrungen zeigte sich, wie vielfältig die anfallenden Probleme sind und wie schwierig oft eine Lösung ist, wenn man nicht genau weiß, wer dafür zuständig ist. So erzählte Norbert Vollmayr, dass bei einer Unterkunft für sieben Leute zunächst nur drei Betten vorhanden waren, dass für so viele der Kühlschrank zu klein war, dass sie Geld brauchten für Fahrten zu Behördenterminen und manch anderes mehr. Dann wohnt in Traunreut auch noch eine alleinerziehende, afrikanische Frau mit ihrem Baby, die besonders auf Unterstützung angewiesen ist. Bei alledem würde es den ehrenamtlichen Mitarbeitern helfen, wenn sie über kleine Geldbeträge verfügen könnten. Deshalb ruft die Betreuergruppe zu Spenden auf. Das Konto, das dafür eingerichtet wurde, hat die folgenden Daten: IBAN DE77 7105 2050 0000 0073 44, BIC BYLADEM1TST. Ab einem Betrag von 200 Euro werden Spendenquittungen ausgestellt, dazu muss auf der Überweisung der Name samt kompletter Adresse angegeben sein. he