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Edi Ager feierte seinen 80. Geburtstag

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Edi Ager (Mitte) beging gestern seinen 80. Geburtstag. Wie an jedem anderen Werktag auch, war er an seinem Arbeitsplatz im Sägewerk in Unterwössen-Neuschmied anzutreffen. Zusammen mit seiner Frau Monika erfreut er sich bester Gesundheit. Er hat eben keine Zeit zum Altwerden, meinte Bürgermeister Hans Haslreiter. (Foto: Flug)

Unterwössen. Ein Unterwössener Original feierte gestern seinen 80. Geburtstag: Es ist Edi Ager, der sogar an seinem Jubeltag im Sägewerk anzutreffen war. In der Stube neben dem Büro gaben sich gestern Freunde, Geschäftskollegen und Weggefährten die Klinke in die Hand. Bürgermeister Hans Haslreiter meinte beim Gratulieren, dass der Unterwössener zum Altwerden einfach keine Zeit habe.


Bekannt ist Edi Ager vor allem auch für seine lederne Kurze und seinen Hut. Doch während die Kurze alle 30 Jahre neu angeschafft wird, so die zweite Ehefrau Monika schmunzelnd, gehört Edi Ager nun seit 80 Jahre ins Achental. So manche Geschichte und Anekdote wurde da gestern zusammengetragen, frisch erzählt, als sei es erst gestern gewesen.

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Da war die Jugend des Edi als Zimmerer, gelernt in der Zimmerei des Schwagers in der Dorfmitte. Dazu gehörten auch die kalten Wintertage auf dem Holzgerüst in 40 Meter Höhe am Kirchturm der Oberwössner Pfarrkirche. Da gab es aber auch den Trompeter Edi Ager. Fünf Männer hatten sich in einer Kapelle zusammengefunden und trugen bayerische Musik und Brauchtum in die Welt. Das brachte ihn nach Frankreich und in die Niederlande. Gern erinnert sich der Jubilar an ein einwöchiges Engagement in Paris, wo die jungen Naturburschen in ihren kurzen Lederhosen Begeisterungsstürme auslösten. Unvergessen ist auch der Abend, wo sich die versammelte Weiblichkeit im Lokal von jedem der Burschen einen Kuss abholte. Manche hätten sich gleich wieder angestellt, behauptet Edi Ager seit Jahren. Allein in der Frankreichwoche habe jeder der Burschen damals erstaunliche 500 Mark an Trinkgeld bekommen. Daneben eine gute Gage. Das Musikantengeld steckte Edi Ager vor 50 Jahren in die Gründung seines Sägewerkes, zunächst in Schleching, dann in Unterwössen. Fachkenntnisse und ein enormer Fleiß brachten dem Unternehmen schnell Erfolg auf dem regionalen Markt. Die Firma wuchs. Edi Ager und seine Frau entwickelten auch enge Geschäftsbeziehungen in den oberitalienischen Raum. 1984 fing Sohn Edi Ager jun. im Unternehmen an. Er hat an der Technischen Lehranstalt für Holzwirtschaft in Kuchl gelernt. Mit ihm ging es weiter aufwärts.

Das Wichtigste neben dem Unternehmen ist für Edi Ager die Familie. Dazu gehören neben der zweiten Frau Monika, Sohn und Tochter aus erster Ehe. Die Tochter ist Hauswirtschafterin und lebt in Altenmarkt. Beide seiner Kinder haben wieder zwei Kinder, somit erfreut sich der Senior an vier Enkeln. lukk