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Durch die verkehrsberuhigte Zone »durchbrettern« ohne abzubremsen

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So ruhig wie hier am Wochenende ist es in der sogenannten verkehrsberuhigten Zone in Marquartstein selten. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Um eine verstärkte Verkehrsberuhigung in der sogenannten »verkehrsberuhigten Zone« im Zentrum von Marquartstein ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Verlesen wurde ein Brief von drei Familien, die im Gustapfelbau wohnen und sich zunehmend durch den starken Verkehr in der Zone gestört fühlen.


Vorausgeschickt wurde, dass sie sich in Marquartstein eigentlich sehr wohlfühlen, sich aber oft nicht auf dem Balkon aufhalten und wegen des Lärms kein Fenster öffnen könnten. Kein Autofahrer halte sich an die eigentlich hier Geschwindigkeitsbegrenzung auf sieben Kilometer pro Stunde. Zur Verbesserung der Situation schlagen die Anwohner unter anderem eine Einbahnregelung von der Schlechinger Straße aus vor und/oder eine Sperrung für den Durchgangsverkehr samstags ab 13 Uhr.

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Bürgermeister Andreas Dögerl sagte, dass sich die Gemeinde im Laufe der Jahre immer wieder Gedanken gemacht habe, wie der Verkehr in diesem Bereich besser beruhigt werden könnte. Durch die Sperrung der alten Brücke über die Tiroler Achen für den Schwerlastverkehr sei bereits eine Verkehrsberuhigung eingetreten, weil Lastkraftwagen nicht mehr durch die mit Kopfsteinpflaster versehene, verkehrsberuhigte Zone fahren dürfen. Wenn – wie im Zuge der Dorferneuerung geplant – einmal ein Marktplatz in diesem Bereich entstehe, würde die Straße ganz für den Verkehr gesperrt.

Klaus Biersack hielt die Verkehrssperrung am Wochenende nicht für praktikabel, die Einbahnregelung aber für gut. Auch Claudia Kraus meinte, man sollte die Einbahnregelung mal ein halbes Jahr lang ausprobieren und sehen, ob sich etwas verbessere. Der »große Verkehr« spiele sich unter der Woche, nicht am Wochenende ab. Zweiter Bürgermeister Günter Richter, dessen Konditorei gleich am Anfang der Fußgängerzone steht, bestätigte die Anwohner. Er könne oft ab sechs Uhr morgens beobachten, wie die Autofahrer »kerzengerade ohne zu bremsen« von der Bundesstraße in die Zone rauschten und bis zur Schlechinger Straße »durchbretterten«.

Josef Moritz hielt eine Einbahnregelung eventuell für die anliegenden Geschäftsleute für kontraproduktiv. Bürgermeister Dögerl beendete die Debatte, indem er vorschlug, möglichst bald eine Ortsbesichtigung mit der Polizei zu organisieren, die beurteilen solle, was tatsächlich möglich und rechtlich machbar sei. Auch sollten noch heuer weitergehende Gestaltungsvorschläge für die verkehrsberuhigte Zone umgesetzt werden. Die alten Holzpflanztröge vermoderten bald, so Dögerl. gi