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DSL in Neukirchen erst ab 14. Januar

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Teisendorf. Mit der DSL-Verbindung zu Weihnachten wird es in Neukirchen nichts mehr: Wie Rückfragen bei der vom Markt Teisendorf beauftragten Firma ip-fabric ergaben, verschiebt sich der Termin erneut auf Mitte Januar. Viele Bürger fühlen sich im Ungewissen. Die im Oktober eröffnete Neukirchner Filiale der Siegsdorfer Praxisgemeinschaft Theresienstraße hat ohne DSL sogar ernsthafte Probleme.


»Die Firma ip-fabric erwartet, dass – bedingt durch die Feiertage – ab 14. Januar die ersten Anschlüsse von der Telekom zu Chiemgau-DSL umgeschaltet werden«, kündigte die Firma nun per Pressemitteilung an. Noch bei der Bürgerversammlung in Neukirchen hatte deren Geschäftsführer Martin Born erklärt, die ersten DSL-Nutzer könnten voraussichtlich Mitte Dezember online gehen. Der 15. Dezember war auch auf der Internetseite der Firma als Stichtag für die Verfügbarkeit in Neukirchen genannt worden.

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Tatsächlich konnten die Ausbaumaßnahmen am 15. Dezember abgeschlossen werden, wie es in der Pressemitteilung heißt, und weiter: »Für die ersten Kunden wurden die Anforderungsformulare an die Telekom verschickt, mit denen die Umschaltung der Anschlussleitung zu Chiemgau-DSL veranlasst wird.« Da die Anträge auch von der Telekom bearbeitet werden müssen und nun einige Feiertage anstehen, legt sich die Firma vorsichtshalber auf keinen früheren Termin als den 14. Januar fest.

Zu diesem Termin könnten alle Kunden umgeschaltet werden, egal ob sie nur DSL bestellt haben oder auch Telefonie mit oder ohne Rufnummernmitnahme. Um einen nahtlosen Wechsel zu gewährleisten, sollten Interessenten auf keinen Fall den Vertrag beim bisherigen Netzbetreiber selbst kündigen, sondern einen Wechselauftrag an Chiemgau-DSL stellen. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.chiemgau-dsl.info.

Über massive Probleme durch die Verzögerung beim DSL-Ausbau in Neukirchen klagen die Ärzte Dr. Lothar Seissinger und Dr. Markus Ulrich. Ihnen war als Umschaltungstermin der 30. September versprochen worden. »Daher haben wir die Filialpraxis in Neukirchen bewusst erst am 1. Oktober eröffnet«, erklärt Seissinger. Diese brauche dringend eine DSL-Verbindung zum Server in der Hauptpraxis in Siegsdorf, da das ISDN mit dem Datentransfer völlig überfordert und eine Festleitung mit 700 Euro pro Monat viel zu teuer sei.

Laut Seissinger brauchen die Ärzte derzeit eine zusätzliche Kraft, um in Neukirchen alles wie früher per Hand zu dokumentieren und in Siegsdorf in den Computer einzutippen. Am kommenden Donnerstag sollten bei einem Termin mit dem Hardware- und dem Softwarespezialisten in der Neukirchner Filiale medizinische Geräte wie Ultraschall oder EKG angeschlossen und in das Computersystem eingebunden werden. Dieser Termin musste nun abgeblasen werden. Die Geräte werden nur notdürftig angeschlossen und bedient wie anno dazumal. Ultraschallbilder und Ähnliches werden ausgedruckt und können nicht per Computer den Patienten zugeordnet werden.

»Unser Hardwaretechniker ruft jede Woche bei ip-fabric an«, berichtet Dr. Seissinger frustriert. Doch eine verbindliche Terminzusage habe dieser bisher noch nicht bekommen. Immer seien neue Gründe für die Verzögerung genannt worden.

Der Neukirchner Michael Schmid, der mit ip-fabric bereits einen Vertrag abgeschlossen hat, freut sich schon seit der ersten Ankündigung auf das schnelle Internet. »Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, um die wievielte Verschiebung es sich handelt«, klagte er in einem ratlosen Mail an seine Heimatzeitung. Er befürchtet, dass er, nachdem sein Vertrag mit der Deutschen Telekom von ip-fabric zum 15. Januar gekündigt wurde, eine Weile ohne Telefon ist, falls der Termin erneut nicht eingehalten werden kann. »Das neue DSL wird für die Benutzer nicht billig, und da erwartet man sich einfach einen besseren Service«, findet er. Auch die bisherige Informationspolitik des Unternehmens ärgert ihn.

Weiteren Ärger hatten die Neukirchner vergangene Woche, doch diesmal wegen der Telekom: Vom dritten Adventssonntag bis zum vergangenen Mittwochabend ging das Telefon nicht. Schuld war laut Telekomsprecher Jan Hölkemann, dass Wasser in ein Hauptkabel eingedrungen war. Von der Massenstörung waren offenbar fünf Verteiler betroffen. Diese Störung ist inzwischen behoben, aber das Warten auf das schnelle Internet geht weiter. vm