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Droht die Auflösung des Vereins?

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Unterwössen – Sichtlich hin- und hergerissen zeigte sich der Vorstand des Krieger- und Soldatenvereins Wössen, Lorenz Plenk, in seinem Jahresbericht bei der Mitgliederversammlung. Zum einen erntet der Verein für eigentlich jede Veranstaltung Lob, zum anderen aber steht die Vereinsgemeinschaft vor der extrem schwierigen Herausforderung, Nachwuchs und eine neue Vorstandschaft zu finden. Vorstand Plenk sieht sogar die Drohung einer Vereinsauflösung aufziehen.


Der Krieger- und Soldatenverein hat mit seiner Fahnenabordnung an den Wallfahrten nach Maria Eck und zur Kampenwand teilgenommen, berichtet der Vorstand. Der Tagesausflug ging ins Osttiroler Defreggertal, der Mehrtagesausflug führte nach Würzburg. Hatte es im Vorfeld noch Äußerungen gegeben, Würzburg sei bereits zu gut bekannt, verzeichnete die Vorstandschaft nach beiden Ausflügen »nur positive Stimmen«, so Plenk.

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Negativ falle laut Plenk auf, dass zur Vorstandswahl im nächsten Jahr Mitglieder der Vorstandschaft aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr kandidieren. Die Altersstruktur im Verein sähe nicht gut aus. Die jüngsten Mitglieder seien um die 60, viele sogar noch älter. Nachdem sich das Konzept der Bundeswehr geändert habe, traue er sich nicht, auf eine Änderung der Altersstruktur zu hoffen. Das erschwere die Vereinsarbeit. In Unterwössen habe es deshalb bereits keine Kriegsgräbersammlung mehr gegeben. Dafür sei die in Oberwössen mit rund 950 Euro sehr erfolgreich verlaufen.

Bisher hätten sich keine Nachfolger für die Arbeit in der Vorstandschaft gefunden, so Plenk weiter. Diese Situation könne auf Dauer zur Vereinsauflösung führen. Vor diesem Hintergrund sei der Vereinsbeitrag bisher nicht eingezogen. Kassier Karl Speckbacher gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass auch er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sehe, erneut zu kandidieren.

Verein nicht einfach im Sande auslaufen lassen

Bürgermeister Ludwig Entfellner wandte sich gegen ein solches Szenario. Man sollte diesen traditionsreichen Verein Unterwössens nicht einfach im Sande auslaufen lassen. Deshalb habe er schon das Gespräch mit Plenk und dem zweiten Vorsitzenden Hermann Minisini gesucht. Auch in den anderen Unterwössner Vereinen solle man die Situation überdenken. In ein paar Wochen wolle er das Schicksal des Krieger- und Soldatenvereins mit den Vorständen der Vereine erörtern, so Entfellner weiter. Vorstand Lorenz Plenk, seit 25 Jahren in diesem Amt, sprach Entfellner hohe Anerkennung aus.

»Der Verein ist wichtig«, meldete sich der zweite Vorstand Hermann Minisini zu Wort. Pfarrer und Bürgermeister hätten bereits eindrucksvoll die Bedeutung des Volkstrauertags unterstrichen. Der Mensch lerne nichts dazu, sonst gäbe es keine Kriege, sieht Minisini. Deshalb sei der Verein auch ein wichtiger Mahner gegen Krieg und Verfolgung. Minisini berichtete, dass der Vereinsausschuss die Situation erörtert habe. Gemeinsam seien die Ziele formuliert und die Mitgliederliste auf geeignete Kandidaten durchgesehen worden. Die Vorstandschaft werde die nächsten Tage Gespräche mit möglichen Kandidaten führen. »Der Verein sollte nicht aufgegeben werden«, so Minisini. »Deshalb meine Bitte an euch alle, mitzuhelfen, die Ziele zu verwirklichen. Die Arbeit in diesem Verein bringe keinen großen Aufwand.«

Bürgermeister Entfellner fasste am Ende zusammen: »Ich sehe den Willen, weiterzumachen. Deshalb mein Aufruf an euch, nicht gleich nein zu sagen, wenn ihr um Mitarbeit gefragt werdet.« lukk

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