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Drogenschmuggler muss ins Gefängnis

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Für siebeneinhalb Jahre muss ein 25-jähriger Kraftfahrer aus Moldawien ins Gefängnis. Er hatte am 28. Mai 46 Kilogramm Haschisch im Auto geschmuggelt. Den Autoeigner und Beifahrer, einen 32-Jährigen, sprach die Zweite Strafkammer am Landgericht bezüglich der Drogen frei. Er kam wegen gefälschter Papiere mit neun Monaten Strafe zur Bewährung davon.


Auf einem Parkplatz nahe Bad Feilnbach beendeten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim die Fahrt der beiden Männer. Den Schleierfahndern fielen damals zunächst Wellen im Teppich auf dem Wagenboden auf. Auf der Dienststelle holten sie dann 38 Päckchen aus dem eigens eingebauten Metallboden.

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Gestartet waren die Angeklagten in Barcelona. Mit einer Fähre setzten sie nach Italien über. Von dort ging es weiter Richtung Deutschland. Beide Männer behaupteten vor Gericht zunächst, nichts von der brisanten Drogenladung gewusst zu haben. Nach Barcelona hatte den 32-Jährigen, der nach eigenen Angaben zusammen mit einem anderen Moldawier groß ins Holzgeschäft einsteigen wollte, angeblich nur die Aussicht auf einen lukrativen Holzkauf geführt. Sein Verteidiger, Dr. Markus Frank aus Rosenheim, schilderte die Vorgeschichte seines Mandanten in vielen Details. Über seinen Verteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim ließ der 25-jährige Angeklagte erklären, er habe keine Ahnung von dem im Wagen versteckten Haschisch gehabt.

Das Gericht legte beiden Männern angesichts der belastenden Aktenlage nahe, über Geständnisse nachzudenken. Sie könnten einen erheblichen Strafnachlass bringen. Ansonsten gehe es möglicherweise im Fall einer Verurteilung um zweistellige Strafen. Nach einem Gespräch mit den Verteidigern und Staatsanwalt Martin Unterreiner stellte die Kammer dem 25-jährigen Drahtzieher im Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe zwischen sieben Jahren und drei Monaten und sieben Jahren und neun Monaten in Aussicht. Unter der gleichen Voraussetzung sollte die Strafe des achtfach, vorwiegend wegen Verkehrsdelikten vorbestraften 32-Jährigen zwischen drei Jahren sowie drei Jahren und neun Monaten liegen.

Der 25-Jährige besann sich daraufhin und räumte die Vorwürfe über seinen Verteidiger Harald Baumgärtl ein. Der 32-Jährige hingegen änderte seine Einlassung nicht. Er blieb dabei, von den Drogen nichts gewusst haben. Das sei letztlich nicht zu widerlegen gewesen, hob Vorsitzender Richter Erich Fuchs in der Urteilsbegründung heraus. Deshalb habe die Kammer den 32-jährigen Autoeigner nach dem Grundsatz »in dubio pro reo«, im Zweifel für den Angeklagten, in dem Punkt frei gesprochen. Zu bestrafen gewesen sei er wegen »Verschaffens von amtlichen Ausweisen«. Der Grund: Der Beifahrer hatte den Schleierfahndern einen gefälschten Führerschein und einen »internationalen Fantasieführerschein« präsentiert. Nachdem der 32-Jährige seit Ende Mai in Untersuchungshaft gesessen hatte, durfte der Deutschrusse den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.

Ausschlaggebend für eine Strafe von siebeneinhalb Jahren für den 25-jährigen Organisator der Drogenfahrt mit einer solch enormen Menge an Betäubungsmitteln war nach Worten von Erich Fuchs das Geständnis: »Es kam spät, aber nicht zu spät.« kd

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