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Dritte Alternative für den Jugendtreff vorgeschlagen

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Traunstein – In die Diskussion über den Ausbau oder Abriss der Güterhalle greift nun auch die Traunsteiner Liste mit einem eigenen Sanierungsvorschlag ein, den Architekt Wolfgang Sojer aus Traunstein bei der Mitgliederversammlung im Aubräu zur Diskussion stellte. Für viele zu teuer sei der geplante Ausbau für 3,8 Millionen Euro, sagte Sprecher Ralph Joerger. Die Stadt halte aber an ihren Plänen fest.


Nach den Plänen von Architekt Sojer soll die Güterhalle eine Innendämmung von Boden, Wänden und Dach erhalten, die witterungsunabhängig beginnen kann. Dadurch ist außen nur eine Sanierung der Substanz notwendig. Danach kann ein modularer Innenausbau erfolgen, bei dem zunächst nur die benötigten Bereiche ausgebaut werden müssten. »Weitere Nutzungen der aktuell nicht benötigten Flächen bleiben flexibel möglich und ermöglichen einen späteren bedarfsgerechten Standardausbau vom Büro bis zum Lager«, so Sojer.

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»Wir wollen einen Jugendtreff für vertretbares Geld und keinen Luxusausbau«, sagte Robert Gastager dazu. Er war gegen den teuren Ausbau, befürchtete aber, dass die Jugend wieder nichts haben werde, wenn die Güterhalle abgerissen werde. Dem stimmte Dr. Rainer Schenk zu: »Wenn wir die Güterhalle wegreißen, was passiert dann in den nächsten Jahren mit dem Jugendtreff?«. Für Wolfgang Schrag war der Abriss die schlechteste Lösung. Simon Steiner war gegen den Ausbau für 3,8 Millionen Euro. Den Initiatoren des Bürgerbegehrens für einen Abriss hielt er zudem vor, sie sagten nicht, wo sie den Jugendtreff haben wollten.

Baur: Die Güterhallenstraße an die Bahn verlegen

Konrad Baur antwortete, die Stadt habe mehrere Angebote von Immobilien gehabt und diese abgelehnt. Er schlug vor, nach dem Abriss die Güterhallenstraße an die Bahn zu verlegen und auf der dadurch frei werdenden Fläche einen Neubau zu errichten. Die Stadt stecke in einer stadtplanerischen Sackgasse. Seit sechs Jahren drehe sich bereits alles um die Sanierung. Dietrich von Dobeneck erklärte dazu, für einen Neubau brauchte man weniger Fläche.

Dass es so lange dauere, liege an der Stadt, meinte Gastager, deshalb werde auch ein Neubau nicht schneller verwirklicht. Vertreter des Traunsteiner Jugendbeirats waren daher für die Güterhallenlösung, weil dies die schnellere Lösung sei. Die Überplanung des Bahnareals und die Straßenverlegung dauerten dagegen viel länger. Dass es mit einem Neubau schneller gehe, sei ein Wunschtraum, meinte auch Dr. Schenk. »Im Stadtrat und in der Stadtverwaltung sitzen die gleichen, die seit sechs Jahren über den Jugendtreff diskutieren.«

Auch Baur sagte, er habe wenig Vertrauen in den Stadtrat, der die Jugend immer wieder vertröstet habe. Das Konzept Sojers sei für den Stadtrat eine Neuplanung und deshalb auch keine schnelle Lösung. Für Gastager waren Projekte wie die Klosterkirche der Beweis, dass in Traunstein überhaupt nichts schnell gehe. Auch ein Neubau sei daher keine schnellere Lösung. Wenn die teure Sanierung der Güterhalle beim Bürgerbegehren abgelehnt werde, wisse der Stadtrat aber, dass es so nicht gehe.

Von Dobenek betonte, der Stadtrat sei sich einig, dass man schnell einen Jugendtreff brauche. Wie auch immer die Entscheidung ausfalle, bekomme man eine schnelle Lösung. »Es geht dabei aber immer um die Entscheidung, nicht um die Ausführung.«

Baur machte deutlich, dass die Idee der Traunsteiner Liste nicht zur Debatte stehe. Sie müsste entweder ein eigenes Bürgerbegehren starten oder den Oberbürgermeister überzeugen. Steiner sagte, es komme auf die Fragestellung des Ratsbegehrens an. Dann sei es unter Umständen möglich, dass die Fraktion der Traunsteiner Liste einen Antrag auf Umplanung stellen könne. Sollte das Ratsbegehren so formuliert sein, dass es nur einen Ausbau für 3,8 Millionen Euro gebe, stimme er dagegen. Sollte eine Umplanung möglich sein, sei er für den Erhalt der Güterhalle. Das modulare Konzept von Sojer sei besser, weil da kein Geld ausgegeben werde für 900 Quadratmeter, deren Nutzung nicht bestimmt sei.

Dem stimmte auch Joerger zu. Mit dem Konzept hätte man die Möglichkeit, den Jugendtreff anders einzurichten. Für Gastager hängt viel vom Ratsbegehren ab: »Wir stimmen über den Abriss, die Straßenverlegung und den Neubau ab.«

Jugendbeirat bedauert, dass er nicht eingebunden wird

Der Jugendbeirat bedauerte, dass die Jugend nicht eingebunden werde, weil die meisten aus Altersgründen nicht am Bürgerbegehren teilnehmen dürften. Es gehe nicht nur um Kosten, sondern auch um Zeit. Von Dobenek konnte sich für diese Zeit eine Zwischenlösung auf Mietbasis vorstellen. Der Stadtverwaltung seien fünf Objekte vorgeschlagen worden, aber für den Oberbürgermeister sei dies keine Option. Bjr