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Dreifach-Turnhalle wird deutlich teurer als geplant

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Die  Bagger  sind bereits angerückt und haben am Annette-Kolb-Gymnasium Teile der ehemaligen Zulassungsstelle abgerissen. Hier sollte eigentlich Anfang 2016 mit dem Bau der Dreifach-Sporthalle begonnen werden. Doch der Baubeginn wird sich verzögern. (Foto: Reiter)

Traunstein – Eigentlich hätte sich der Traunsteiner Stadtrat gestern mit dem Thema befasst. Doch zum zweiten Mal wurde der Punkt »Errichtung einer Dreifach-Sporthalle am Annette-Kolb-Gymnasium« von der Tagesordnung genommen. Oberbürgermeister Christian Kegel nannte als Grund, dass weitere Detailplanungen benötigt würden. Es gebe noch Abstimmungsbedarf zwischen der Stadt, dem Landkreis und dem Turnverein, sagte er am Rande der gestrigen Stadtratssitzung im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Sicher ist aber bereits: Die Halle wird deutlich teurer als geplant und der Baubeginn verzögert sich.


Die Turnhalle wird vom Landkreis und der Stadt Traunstein gemeinsam gebaut und nach Fertigstellung auch gemeinsam genutzt. Die Stadt hat dabei als weiteren Partner den Turnverein Traunstein. Dieser hatte nachträglich den Wunsch geäußert, dass die Abteilungen Judo und Ringen eigene Räume in der Halle bekommen. Die Gesamtkosten wurden ursprünglich auf 7,2 Millionen Euro veranschlagt, wobei die Stadt ein Drittel der Kosten trägt und der Landkreis zwei Drittel.

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Doch nach dem derzeitigen Stand der Planer und Architekten wird das Projekt deutlich teurer. »Es ist die Rede von 9,3 Millionen Euro«, sagte Roman Schneider, der Pressesprecher des Landratsamtes auf Nachfrage. Dafür gebe es mehrere Gründe. So müsse die Halle wegen des sehr beengten räumlichen Umfelds bis zu sieben Meter tief ins Erdreich gebaut werden. Zudem sei aus technischen Gründen ein aufwändiger Verbau zum Nachbargrundstück nötig. Mehrkosten verursachten auch die Brandschutzmaßnahmen, weil die Halle als Versammlungsstätte für bis zu 500 Personen dienen soll. Die Kostenmehrung sei im Sommer in einer nichtöffentlichen Sitzung des Kreisausschusses diskutiert und nach einigen planerischen Korrekturen letztendlich so akzeptiert worden, so Roman Schneider.

Die Turnhalle soll dort gebaut werden, wo früher die Zulassungsstelle war. Das Gebäude an der Gabelsbergerstraße wird gerade abgerissen. Mit dem Bau der neuen Halle hätte eigentlich Anfang des nächsten Jahres begonnen werden sollen, »doch jetzt verzögert sich das Ganze«, sagte Roman Schneider. »Wenn wir erst im Sommer mit dem Bau anfangen, dann kommen wir in den Winter rein. Das ist schwierig.« Es könne also durchaus sein, dass das ganze Projekt erst ein Jahr später in Angriff genommen werden könne. »Das wäre der schlechteste denkbare Fall. Landrat Siegfried Walch wäre eine schnellere Lösung im Sinne des AKG-Schulsports natürlich lieber.«

Der Pressesprecher des Landratsamtes betont auch, dass die Stadt – falls sie sich dafür entscheidet – für die zusätzlichen Kosten für die Judo- und Ringerräume alleine aufkommen müsse, »weil der Landkreis nur Anlagen für den Schulsport, nicht aber für den Breitensport bauen darf«.

Oberbürgermeister Christian Kegel geht davon aus, dass das Thema im Dezember vom Stadtrat behandelt werden kann. Er rechnet mit einer Baubeginnverzögerung von drei bis fünf Monaten. »Wir haben zehn Jahre auf die Halle gewartet, da dürfte das kein Problem sein«, sagte er. KR

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