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Drei Spaßvögel auf Kreuzfahrt

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Was tun, wenn drei Pinguine so gute Freunde sind, dass sie an der Schwelle zur Arche Noah keinen zurücklassen wollen? Unser Bild zeigt (von links) Ramona Maier, Luisa Dießbacher, Monika Kloiber, und Valerie Lehmann.

Ruhpolding – »Gott – wer ist das? Schwierige Frage!« Das Junge Theater Ruki zeigte mit seinem neuen Familienstück »An der Arche um Acht«, dass die großen Themen der Welt, die Fragen nach Gott, Glauben und Käsekuchen, äußerst unterhaltsam und kurzweilig auf die Bühne gebracht werden können. Regisseur Wigbert Dehler hat die philosophische Fabel temporeich in Szene gesetzt: Lustig sind die poppigen Schlager-Einsprengsel, pfiffig die Figuren, ihre Charaktere und pointierten Dialoge, die Bühnenmalerei von Hans Kolbo – ein rundum gelungener Theaterspaß mit Tiefgang.


Autor Ulrich Hub erzählt in seinem Kinderstück, wie drei Pinguine den alten Noah überlisten, um sich vor der großen Sintflut zu retten. Denn von jeder Tierart dürfen nur zwei Exemplare an Bord der Arche. Was aber, wenn drei Pinguine die besten Freunde sind und kein Pinguin einen anderen Pinguin im Regen stehen lässt? So beginnt das große Abenteuer einer besonderen Kreuzfahrt, einer Reise ins Ungewisse, die viele Fragen aufwirft: Was ist Freundschaft? Wie löse ich Konflikte? Kann man an einen Gott glauben, der den großen Nachteil hat, dass man ihn nicht sehen kann? Und: Mag Gott wirklich Käsekuchen?

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Die humorvollen und zugleich spannenden Szenen verleihen dem Stoff eine angenehme Leichtigkeit, getragen von fünf liebenswerten Figuren. Ramona Maier, Luisa Dießbacher, Elena Holzmayr, Monika Kloiber, und Valerie Lehmann streiten sich so hinreißend lustvoll wie lustig über Gott und den Rest der Welt.

Dabei lassen sie ihren Emotionen freien Lauf, geben sich mal humanistisch und feinsinnig, dann wieder vorwitzig und frech, oder ganz und gar verbohrt und egoistisch. Großartig ist Monika Kloiber als gestresste Organisatorin der Arche-Fahrt: eine übernächtigte Taube mit Rüschenröckchen, genervt von klopfenden Spechten, seekranken Giraffen, einer verloren gegangenen Ameise und natürlich vom Versteckspiel der Pinguine.

Fazit: Das Stück bietet schlaues Theater für Kopf und Herz – nicht nur für Kinder ab fünf Jahren, ist ein Erlebnis für jung und alt und alle, die Spaß am Theater haben. Und ein Plädoyer für die Glaubensfreiheit. Auch für den Schulunterricht ist dieses anspruchsvolle Bühnenstück geeignet – deshalb hat das Junge Theater Ruki nach dem Premierenwochenende gleich 240 Vorschulkinder und Grundschüler empfangen können. Am Samstag gibt es die beiden letzten Vorstellungen um 14 und 18 Uhr im Theater an der Hauptstraße 55 in Ruhpolding. Informationen gibt es auch unter Tel. 08663/2602. fb