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Drei Schwimmsteg-Einzelteile an der Fraueninsel

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In drei Einzelteile zerrissen hat der jüngste Sturm den Weststeg an der Fraueninsel. Die Gemeinde will nun die Schadensursache feststellen lassen und hat ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren beantragt, informierte Inselbürgermeister Georg Huber bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Chiemsee. (Foto: Thümmler)

Chiemsee. »Es ist sehr traurig, ich kann es aber nicht mehr rückgängig machen«, so Bürgermeister Georg Huber zum Weststeg an der Fraueninsel in der Bürgerversammlung der Gemeinde Chiemsee beim Klosterwirt. Sie ist zwar eine der kleinsten Gemeinden Bayerns, hat aber aufgrund der Insellage nicht minder große Probleme. Den größten Verdruss gibt es derzeit mit dem noch nicht fertigen Schwimmsteg.


»Drei Einzelteile des Schwimmsteges schwimmen jetzt wieder aufgrund des letzten starken Windes auf der Westseite der Insel«, so Huber. Wie wiederholt berichtet, rissen die Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen immer wieder. Die Gemeinde wolle die Schadensursache jetzt endgültig feststellen lassen und habe ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren beantragt. »Wir wollen das Beste daraus machen, einen Supersteg bekommen wir aber nicht mehr«, so Huber.

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Die öffentlichen Stege seien die Parkplätze der Insel. Für den baufälligen Südsteg habe sich dagegen eine gute Lösung ergeben, fuhr der Bürgermeister fort. So werde in diesem Jahr der übrig gebliebene Schwimmstegteil des Weststeges den vorderen kaputten Teil des Südsteges ersetzen.

Der Christkindlmarkt 2012 sei gut verlaufen, obwohl der Wintereinbruch zu Schwierigkeiten geführt habe. Der Abbau der Hütten habe sich dadurch verzögert. Für heuer hoffe er, dass der Christkindlmarkt wieder in gewohnter Weise stattfinden könne und Probleme mit dem Hauptveranstalter, der Priener Tourismusgesellschaft (PTG), inzwischen ausgeräumt werden können. So habe die PTG ohne Absprache mit der Gemeinde Bettelbriefe an Gemeinden und Privatpersonen mit der Bitte um finanzielle Unterstützung gesandt.

Bei der Bauleitplanung für die Fraueninsel sehe die Gemeinde »gewisse atmosphärische Störungen« mit der Kreisbauabteilung des Landratsamts im Vorfeld. So habe die Gemeinde zwar die Planungshoheit, aber verschiedene Fachbehörden sähen das anderes. Huber stellte eindeutig fest: »Wir wollen keine Käseglocke übergestülpt und die Insel ist kein Museum.« Der Bürgermeister hoffte auf eine vernünftige Lösung, ansonsten wolle die Gemeinde keine Bauleitplanung.

Bei der energetischen Sanierung des Gemeindehauses, bei der nach Meinung der Gemeinde »geschlampt und gepfuscht« worden sei, könne jetzt für den Jugendraum im Keller nächste Woche der neue Boden verlegt werden. Die Inseljugend könne bald wieder in ihre Räume einziehen. Der Keller sei jetzt wieder dicht, da die Gemeinde in eigener Regie den Schaden behoben habe. Um das Eindringen von Regenwasser in den Keller zu verhindern, sei eine neue Drainage gelegt worden.

Wie es weitergehen soll mit der Verbesserung des besonders vom Kloster gewünschten schnelleren Internets könne er derzeit nicht sagen, so Huber. So haben Besprechungen ergeben, dass die Zukunft im Glasfaser-Kabel liegen solle. Ob solche Kabel jedoch auch im See verlegt werden können, habe bis jetzt niemand sagen können, erklärte er.

Dass auf der Herreninsel jetzt eine eigene Löschgruppe der Priener Feuerwehr installiert worden sei, freute Huber. Dagegen werde das Problem einer Sicherung der Wasserversorgung auf der Herreninsel (wir berichteten) noch viele Fragen aufwerfen. Nicht gut fand er, dass sich die beiden Tourismusverbände Rosenheim und Traunstein immer noch nicht vereinigten. Als weitere Ziele nannte Huber eine Sanierung des Wegenetzes, besonders vom Dampfersteg bis zum Hotel Linde und die zunächst teilweise Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. th