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Drei Scherenschnitte zieren die neu gestaltete Mietenkamer Ortsmitte

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Die drei lebensgroßen Scherenschnitte zieren seit kurzem die Einfriedungsmauer in Mietenkam. Sie symbolisieren das einst bäuerliche Leben im Ortsteil Mietenkam. (Foto: T. Eder)

Grassau – Sie sollen das bäuerliche Leben im Ortsteil Mietenkam charakterisieren, die lebensgroßen Scherenschnitte, die ab sofort die Einfriedungsmauer verschönern. Damit wurde nun auch der letzte Teil der Ortskernsanierung umgesetzt.


Die Idee stammte vom Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung, Robert Höpfner. Er schlug vor, die Mauer als Projektionsfläche zu nützen, nachdem die lange Mauer in der Diskussion stand. Als mögliches Motiv verwies er auf ein Bild, das einen Torfarbeiter an der Lore zeigt. Diese Idee griff Mediengestalterin und Grafikerin Verena Schmid auf und entwarf hierzu einen lebensgroßen Scherenschnitt. Doch bei dieser Figur sollte es nicht bleiben. Schließlich einigte sich der Mietenkam-Beirat auf drei Figuren, die das bäuerliche Leben darstellen sollten.

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Da sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mauer auch eine Schmiede befand, nahm die Künstlerin auch dieses Thema auf und fertigte den Entwurf für eine weitere zweidimensionale Metallskulptur, die den Hufschmied bei der Arbeit darstellt. Dieser kniet vor dem Pferd, in der einen Hand den Pferdehuf und in der anderen den Hammer, um das Pferd neu zu beschlagen.

Haupterwerb in Mietenkam war früher die Landwirtschaft. Folgerichtig widmete sich Schmid in ihrer dritten Skulptur diesem Beruf. Der starke Ochse zieht den Pflug, mit dessen Unterstützung der Bauer sein Feld bestellt. Diese Skulptur ist besonders filigran gearbeitet und auch doppelt so groß wie die beiden anderen Darstellungen.

Die Entwürfe der Künstlerin setzte der Mietenkamer Bau- und Kunstschlosser Thomas Reiter gekonnt um. Alle Metallteile wurden mit der Hand ausgesägt, damit die Figuren noch mehr Dynamik erhalten. Viele Arbeitsstunden waren dazu nötig, um die lebensgroßen Figuren, Pferd und Ochs sowie auch Pflug und Lore auszusägen. Bewusst wurde nicht schwarz, sondern mattes Anthrazit als Farbe gewählt. Die Figuren werden nachts mit LED-Streifen hinterleuchtet, sodass die Konturen noch stärker ins Auge fallen. Aus der einst so unwillkommenen Mauer ist nun ein richtiger Blickfang geworden. tb