weather-image
25°

Drei neue Info-Tafeln über Schul-Namensgeber enthüllt

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Bürgermeister Thomas Gasser und Schulleiterin Michaela Märzendorfer enthüllten gemeinsam die Info-Tafeln. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Wer war eigentlich Franz von Agliardis? Diese Schülerfrage kam den Lehrern der Franz-von-Agliardis Grund- und Mittelschule Teisendorf und Bürgermeister Thomas Gasser immer wieder zu Ohren. Die Person des Namensgebers der Schule soll nun für die gesamte Schulfamilie mit drei neuen Infotafeln in der Schulaula greifbarer und lebendiger werden. Zusammen mit Schulleiterin Michaela Märzendorfer enthüllte der Bürgermeister die Tafeln vor zahlreichen Schülern und Eltern.


Gasser erklärte, der Pfleger Franz von Agliardis sei eine Art Landrat gewesen. Er habe zuerst auf der Burg Raschenberg bei Oberteisendorf gelebt und wegen des zugigen Wohnsitzes Beschwerde bei der Regierung eingereicht. Daraufhin sei er ins spätere Forstamt gezogen und habe dort als Vertreter des Fürsterzbistums Salzburg residiert und Gericht gehalten. Als Verdienste des Pflegers stellte der Rathauschef heraus, dass er die schulische Ausbildung in Teisendorf förderte und dass er den Ort durch geschicktes Verhandeln mit den Franzosen zur Zeit der napoleonischen Kriege vor Brandschatzung und Plünderungen bewahrte.

Anzeige

Es sei wichtig, dass man sich als Schüler mit dem Schul-Namensgeber identifizieren kann, hob Gasser hervor. Nach dem Akt der Namensgebung im Dezember 2013 und der Entwicklung des Schul-Logos seien die Tafeln ein weiterer Schritt. Die Präsentation soll in nächster Zeit noch geringfügig erweitert werden. An die linke Seite kommt noch eine kleine Tafel mit dem symbolischen Schulhausschlüssel, der bei der Einweihung überreicht wurde. Rechts von den Tafeln sollen die Ergebnisse einer Projektarbeit im Kunstunterricht ausgestellt werden. Die Schüler werden Bilder malen zum Thema: »Wie stelle ich mir Franz von Agliardis vor?« Für die gesamte Präsentation möchte die Marktgemeinde einen Betrag von 1500 bis 2000 Euro investieren.

In der Schulaula können sich die Schüler und anderen Besucher nun einerseits über das Wappen von Franz von Agliardis informieren, andererseits erhalten sie eine Kurzinformation über seine Herkunft, seine Biografie und seine Verdienste für das Schulwesen. Ebenso ist eine Beschreibung von Teisendorf aus Sicht des Schul-Namensgebers nachzulesen. Franz von Agliardis wurde am 2. Februar 1749 geboren. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau starb 1799. Mit seiner zweiten Frau hatte er fünf Kinder. Nach seiner Zeit als Praktikant auf dem Hofkammerrath in Salzburg leistete der Beamte in Rovereto, im Lungau, im Pongau und schließlich von 1787 bis 1810 als Pfleger in Teisendorf seine Dienste. Danach lebte er bis zu seinem Tod 1824 in Laufen und ist auf dem Friedhof St. Sebastian in Salzburg begraben.

»Was Annehmlichkeit der Lage und eine gute Luft belanget, möchte Teisendorf außer Salzburg und Laufen beinahe all übrigen Gerichten des Landes den Rang streitig machen«, schwärmte Franz von Agliardis in seiner topografischen Beschreibung seines Pfleg- und Landgerichts. Allerdings bemängelte er 1789 in einem Schreiben an die Regierung in Salzburg, dass es an geschulten Lehrern mangele. Er erkläre sich das mit den geringen Dienstbezügen. Im Jahr 1800 erwähnt Agliardis bereits eine Teisendorfer Hauptschule mit 80 bis 100 Kindern, »sodass vor einigen Jahren die Schulstube vergrößert werden musste«.

Das Design der drei Info-Tafeln schuf Silke Blumhoff, die einen Kunst- und Gestaltungskurs in der Ganztagsklasse anbietet. Sie hat Reproduktionen von Original-Dokumenten, des Wappens und der Unterschrift von Agliardis künstlerisch einbezogen. Die Inhalte wurden einer an der Schule erhältlichen Broschüre über Franz von Agliardis und der Festschrift zur Namensgebungs-Feier entnommen. Grundlage für die vom ehemaligen Schulleiter Wilhelm Hilger gebündelten Fakten waren Forschungen von Kreisheimatpfleger Max Wieser aus Piding. Seine Quellen für eine erste Zusammenfassung bereits im Jahr 1975 waren Texte im Archiv der Gemeinde, deren Originale sich im Hauptstaatsarchiv in München befinden, und Salzburger Niederschriften im Archiv der Landesregierung Salzburg. vm