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Dreharbeiten am Keltengehöft

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Das hat es am Keltengehöft in Stöffling noch nie gegeben. Kelten und Römer trafen im Rahmen eines professionellen Film- und Fotonachmittags auf kamerabestückte Drohnen. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck – Rund 20 Kelten und Römer blickten am Keltengehöft in Stöffling ungläubig in den gerade noch so friedlichen, weißblauen Himmel, denn furchteinflößende, kamerabestückte Drohnen schwirrten auf einmal über ihre Köpfe. Ein Römer zog ob dieses vermeintlichen neuzeitlichen »Angriffs« sogar sein Schwert. Doch Regisseurin Sylvia Rothe (Rubin Film) aus Arlaching und ihre Filmkollegen Richard Joerges und Thomas Fickert von der Münchner Firma Dexperio und Traugott Emrich aus Markt Indersdorf mussten nicht einschreiten, denn alle historischen Darsteller hatten sich extra fein herausgeputzt, um an diesem geschichtsträchtigen Ort an der Entstehung eines 360-Grad-Films mit modernster Aufnahmetechnik mitzuwirken. Neben den beiden Drohnen – eine filmte, die andere machte Panoramafotos – waren am Boden weitere drei Profi-Kameras im Einsatz. Gefilmt wurden das entbehrungsreiche Leben unserer Vorfahren, deren Handwerks- und Kochkünste, Angriffs- und Verteidigungsstrategien mit Schwert und Schild und dergleichen.


Bevor die vielen Filmsequenzen passend zusammengefügt sein werden und der Film Premiere feiern wird, steht allerdings noch viel Detailarbeit an. »Für drei Minuten Film sind wir zwei Tage beschäftigt«, erzählte Richard Joerges, doch er tut es gern, denn es ist natürlich nicht nur sein Beruf, sondern auch seine Berufung. Auch seine beiden Kollegen Thomas Fickert und Traugott Emrich, ein Pionier der Drohnenfotografie und des 360-Grad-Films, hatten während der dreistündigen Filmaufnahmen eine Menge Spaß, denn so viele bestens gelaunte Kelten und Römer waren ihnen bisher auch noch nicht vor die Linse gelaufen. Man habe den Filmtag aufgrund der Wetterprognosen extra verschoben und »tatsächlich ist die Sonne pünktlich zu Drehbeginn herausgekommen«, freute sich Dokumentarfilmerin Sylvia Rothe, die die Dreharbeiten gemeinsam mit Matthias Ziereis organisiert hatte. Ob allerdings wirklich alles nach Wunsch verlaufen sei, sehe man immer erst am Computer, meinte sie. Mit dem noch zu bearbeitenden Filmmaterial und einer »Virtual Reality Brille« wird es bald möglich sein, das vor 2000 Jahren belebte Stöfflinger Keltendorf zu besuchen. Dazu brauche man keine teure Brille, so Filmemacherin Rothe. Ein Smartphone und eine selbstgebastelte Pappbrille würden ausreichen. Wer nach der virtuellen Zeitreise auch mit waschechten Kelten und Römern ins Gespräch kommen will, dem ist das 8. Bedaius-Familienfest am 3. Oktober am Keltengehöft Stöffling zu empfehlen. mmü

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