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Dorfbewohner kaufen sich Zeit

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Wirtin Berta Poschenrieder (Roswitha Lapper) deckt sich beim Handelsreisenden Karl-Gustav Zeitlhack (Andreas Schrobenhauser) reichlich mit viel Urlaubszeit ein. (Foto: Humm)

Chieming. Ein voller Erfolg war die Premiere der Theatergruppe des Trachtenvereins mit der Komödie »Da Zeitbscheißer« im Chieminger Unterwirtssaal. Dieses heitere aber auch nachdenkliche Stück in vier Akten stammt aus der Feder von Peter Landstorfer. Die Besucher waren begeistert: Für die neun Schauspieler gab's immer wieder Szenenapplaus im Verlauf der zweistündigen Vorstellung.


Zum Beginn der Aufführung herrscht auf der Bühne reges Geschäftstreiben, denn für die Kaufleute des Dorfes Urstädt zählt nur das Motto »Zeit ist Geld«. Metzger und Wirt Paul Poschenrieder (Georg Hunglinger) mit Ehefrau Berta (Roswitha Lapper) haben es eilig in die Wirtschaft beziehungsweise in die Metzgerei zu kommen. Die Krämerin Maria Dorfleitner (Margot Hunglinger) baut vor ihrem Laden ihre Waren zum Verkauf auf und Liesel (Monika Wiesholler) stellt ihre Blumen vor dem Geschäft aus.

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Poststellenleiter Anton Bleschl (Wolfgang Hölzle) lässt sich von dieser Hektik nicht anstecken, da er als Beamter es ja gewohnt ist, alles behutsam angehen zu lassen. Friseur Severin Scheitl (Andreas Hunglinger) versucht sich als Poet, um Eindruck auf Liesel zu machen – jedoch ohne Erfolg.

Ganz andere Sorgen hat der Dorfpfarrer (Josef Wiesholler). Er liegt im Clinch mit dem Wirt, möchte eine neue Kirchenuhr haben und versucht dies durch einen Spendenaufruf zu erreichen. Er stößt dabei aber immer wieder beim Bräu auf Widerstand. So bekämpfen sich die beiden mit dem Ergebnis, dass jedem eine Lumperei nach der anderen einfällt.

So schenkt der Wirt, um den Pfarrer zu ärgern, während des Sonntagsgottesdienstes in seiner Wirtschaft Freibier aus und der Pfarrer wiederum brummt bei der Beichte eines reuigen Sünders statt einigen »Vater unser« für einige Wochen Stammtischverbot aus.

Sehr belebend sind auch die Auftritte der Köchin Kreszenz (Sonja Hunglinger), die beim Einkauf stets was zu meckern hat und für ausgiebige Ratscherei sorgt. Die tagtägliche Hektik nutzt der Handelsreisende Karl-Gustav Zeitlhack (Andreas Schrobenhauser) aus. Nach und nach erscheinen alle bei ihm, um verschiedene Zeitarten bei ihm zu kaufen. Der eine erhält mehr Freizeit, der andere mehr Urlaubszeit.

Sie alle finden Gefallen an ihrer eingekauften Zeit und zufrieden ist letztlich auch der Pfarrer, der erreicht hat, dass er endlich seine neue Kirchenuhr erhalten wird. Wie dies geschieht, wird nicht verraten. Darüber klären weitere Aufführungen dieser ereignisreichen Komödie am kommenden Donnerstag um 18 Uhr, am kommenden Freitag und am kommenden Samstag jeweils um 20 Uhr im Gasthaus Unterwirt die Theaterbesucher auf.

Karten sind im Vorverkauf bei Schreibwaren »Pfiffikus«, Telefon 08664/389, erhältlich. Auskünfte gibt es auch bei der Theaterfamilie Margot und Georg Hunglinger, Telefon 08664/1224. OH