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Doch keine zweite Brücke in Seebruck?

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Etwa an der Stelle, an der die Alz eine leichte Rechtsbiegung macht, hätte das neue Brückenbauwerk entstehen sollen. Stattdessen wird jetzt die bisherige Brücke saniert oder neu gebaut.

Kommt jetzt eine "Monsterbrücke"? – Die Gemeinde Seeon-Seebruck wird einen neuen Brückenstandort in Seebruck nicht weiter verfolgen, sondern sich auf den Neubau der jetzigen Alzbrücke konzentrieren.


Die fehlende Unterstützung der Bevölkerung und der überörtlichen Behörden und nicht zuletzt der Kaufpreis für das benötige Grundstück führten dazu, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung im Bürgersaal Truchtlaching einhellig die Reißleine zog.

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Die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben, die ihr von der Regierung Oberbayern auferlegt worden seien, immer erledigt, sagte der sichtlich frustrierte Bürgermeister Bernd Ruth. »Ich bin so frustriert, dass i sog, des konn's ned sei.« Für ihn sei es nach drei Jahren im Amt die größte Niederlage, kurz vor dem Ziel »nein« sagen zu müssen, so Ruth.

Grundstück hätte wohl weit über eine Million gekostet

Die Summe, die für das Grundstück hätte aufgebracht werden müssen, wurde zwar nicht genannt. Der Preis dürfte sich aber bei weit über einer Million Euro bewegen. Ruth sagte, er habe versucht, den Preis zu drücken, was ihm aber nicht gelungen sei. Der Erwerb des Grundstücks wäre auch mit dem Risiko verbunden gewesen, dass der neue Brückenstandort aufgrund der strengen Auflagen, insbesondere des Naturschutzes, womöglich überhaupt nicht hätte realisiert werden können. Auf dem besagten Grundstück in der sogenannten Reimer-Kurve besteht bereits Baurecht.

Die PS Bauträger GmbH hatte das 7300 Quadratmeter Grundstück an der Ludwig-Thoma-Straße erworben, noch bevor sich die Gemeinde dafür entschied, den Bereich als Sanierungsgebiet auszuweisen. Die Bauanträge für drei Häuser waren auch bereits eingereicht. Seit der beschlossenen Änderungssperre liegt der Bauträger mit der Gemeinde im Clinch. Der Bauträger möchte jetzt den ihm entstandenen Schaden ersetzt haben und hat eine Amtshaftungsklage erhoben. Diese müsse die Gemeinde jetzt noch überstehen, sagte Ruth.

Lobend erwähnte der Bürgermeister, dass der Gemeinderat zu 100 Prozent hinter der Seebrucker Dorfentwicklung im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) stehe und trotz des Widerstands so durchgehalten habe. Die damit einhergehende Verlegung der Alzbrücke, die ein Teil des Entwicklungskonzepts gewesen wäre, aber separat durch das Staatliche Bauamt abgewickelt hätte werden müssen, wäre eine Chance gewesen, den Verkehr aus dem Ort zu bekommen. Es sei schade, dass die Bemühungen des Gemeinderats kein positives Ende genommen haben. Von der Bevölkerung, deren Bedenken er bezüglich eines neuen Brückenstandorts zwar verstehen könne, sei er aber maßlos enttäuscht. Es habe nur Kritik gehagelt, Anerkennung oder Anregungen habe man so gut wie gar keine verspürt. Im Stich gelassen fühlt sich der Bürgermeister auch von der Politik. Lediglich Landrat Siegfried Walch habe die Gemeinde in ihrem Vorhaben unterstützt, sagte Ruth.

Initiative »Pro Seebruck« begrüßt Entscheidung

Unter den Zuhörern bei der Gemeinderatssitzung waren auch Vertreter der Bürgerinitiative »Pro Seebruck«, die sich gegen einen neuen Brückenstandort und für eine große Ortsumfahrung ausgesprochen hatte. Sie begrüßten die Entscheidung, eine neue Trasse nicht mehr weiterzuverfolgen. »Ich bin schon erleichtert«, sagte Dagmar Liese dem Traunsteiner Tagblatt. Andere Zuhörer erklärten kopfschüttelnd, dass sie es nicht nachvollziehen könnten, weshalb eine Umgehungsstraße in einem Tourismusort wie Seebruck nicht möglich sei. Ruth hatte in der Sitzung erklärt, dass die Regierung von Oberbayern erst kürzlich klar signalisiert habe: »Eine Ortsumfahrung wird nicht gebaut!«

Das Gremium war sich aus den vorgenannten Gründen geschlossen einig darüber, das Bemühen um einen neuen Brückenstandort aufzugeben. »Es ist schade, wir haben so viel Herzblut hineingesteckt und Geld investiert«, bedauerte Sepp Daxenberger (CSU). Den Schwerlastverkehr aus dem Ort hinauszubringen, wäre für die Entwicklung Seebrucks genial gewesen.

Eine "Monsterbrücke" aus der jetzigen Brücke machen?

Martin Bartlweber (FW) kam zu der Überzeugung, dass die Gemeinde jetzt an einem Punkt angelangt sei, die obere Trasse zu verlassen. »Wir haben alles probiert.« Auch für sie sei der Punkt gekommen, sich mit einem tränenden Auge von der neuen Trasse zu verabschieden und zu sagen »ich steige aus«, sagte Christine Eglseer (CSU). Nach Ansicht von Josef Hölzl (FW) würden die vielen Unwägbarkeiten die zeitliche Schiene überrollen. Hölzl sprach sich ebenso gegen den Kauf des Grundstücks aus wie die zweite Bürgermeisterin Martha Gruber. »Wir haben schon zwei Grundstücke bei der Bestandsbrücke gekauft und sollten nicht wieder Geld investieren«, so Gruber.

Als frustrierend bezeichnete Andreas Dorn (FW) die Gespräche bei der Regierung von Oberbayern, denen er als Gemeinderat mit beiwohnte. »Da hab ich keinen Lichtblick gesehen«. Er mahnte aber auch an, dass die Bestandsbrücke deshalb noch lange keine gemähte Wiese sei. »Eine »Monsterbrücke« kann dort unten genau so umgesetzt werden.«

Unterstützug von den Gegnern eingefordert

Rudolf Mayer (FW) erwartet deshalb jetzt von den Gegnern Unterstützung beim Bau der angestammten Brücke. »Ich hoffe schon, dass den bevorstehenden Kampf nicht wieder der Gemeinderat alleine durchfechten muss, sondern diesen dann auch die Gegner unterstützen.« Auch Franz Wörndl (CSU) befürchtete, dass durch den Ausbau der jetzigen Bücke der Kampf erst so richtig losgehe. »Eine neue Brückentrasse wäre für Seebruck eine Traumlösung gewesen«, so Wörndl. Für Michael Regnauer (CSU) wäre die Neutrassierung die zukunftsträchtigste Lösung gewesen. »Ich hoffe, dass unsere Kinder nicht einmal sagen, warum habt ihr die Trasse nicht besser verfolgt.«

Nach Angaben vom Martin Birgel vom Planungsbüro Dragomir wäre die Neutrassierung der Brücke eine gute Variante für die Dorfentwicklung im Rahmen des ISEK gewesen. »Für uns gilt jetzt das Ziel, das allerbeste für Seebruck rauszuholen«, so Birgel. Er warnte davor, in eine 08/15-Lösung zurückzufallen. Dr. Hans Michael Schober vom gleichnamigen Landschaftsarchitektenbüro teilte mit, dass nach dem bisherigen Erkenntnisstand der höheren Naturschutzbehörde ein Brückenbauwerk am neuen Standort möglich wäre. ga

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