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Doch ein Lastenaufzug fürs neue Rathaus in Traunreut

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Ins Traunreuter Rathaus soll nun doch ein Lastenaufzug eingebaut werden. Der ursprüngliche Beschluss, auf einen Lastenaufzug aus Kostengründen zu verzichten, wurde in der jüngsten Stadtratssitzung revidiert. Das Betonhäuschen (Anlieferungsschacht) vor dem Haupteingang soll entsprechend gestaltet werden. (Foto: Rasch)

Traunreut. Trotz des gegenteiligen Beschlusses, den der Stadtrat im Dezember 2011 getroffen hat, wird im Rathausneubau nun doch ein Lastenaufzug eingebaut. Trotz der sieben Gegenstimmen einigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung darauf, einen Aufzug für 51 000 Euro zu kaufen und den ursprünglichen Beschluss, einen Lastenaufzug von der Planung zu streichen, aufzuheben.


Schacht bereits vor dem Beschluss gebaut

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Kritik hagelte es bereits in der Bauausschusssitzung, weil im Zuge der Bauarbeiten bereits ein Schacht eingebaut wurde, obwohl der Stadtrat einen Lastenaufzug aus Kostengründen abgelehnt hatte. Diese eigenmächtige Entscheidung der Verwaltung hatte auch in der Bevölkerung für einen Riesenwirbel gesorgt. Bürgermeister Franz Parzinger versuchte in der Sitzung eine Entschuldigung zu finden.

Der Beschluss sei tatsächlich übersehen worden, gab er zu. Das Stadtoberhaupt hält aber einen Lastenaufzug für unerlässlich. Dieser sei zwingend notwendig, ansonsten müssten die Materialanschaffungen über den Haupteingang ins Haus geschafft werden, sagte Parzinger. Er regte an, den Beschluss vom Dezember 2011 aufzuheben und diesen in eine Empfehlung umzuwandeln.

Josef Winkler (Bürgerliste), der die Diskussion im Bauausschuss entfacht hatte, wollte diese Argumentation aber nach wie vor nicht akzeptieren. Er bezweifle, dass es nicht ohne einen Lastenaufzug gehe. Nach seinen Informationen werde gerade mal vier Mal im Jahr Material angeliefert. »Soll uns das 51 000 Euro wert sein?« »Da könnten wir gerade so gut das Fenster aufmachen und das Geld rauswerfen«, betonte er.

Auch sein Fraktionskollege Johannes Danner sprach sich gegen den Aufzug aus. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass in einem Abstand von gerade mal zehn Metern zum Personenaufzug ein weiterer Aufzug notwendig sei. Sein Vorschlag wäre, das kleine Betonhäuschen (Anlieferungsschacht) vor dem neuen Haupteingang wieder abzutragen.

Dem Vorschlag von Martin Czepan (Grüne), zunächst abzuwarten, ob der Lastenaufzug wirklich gebraucht werde und ihn dann gegebenenfalls in einem Jahr einzubauen, wurde kein Gewicht geschenkt.

Klaus Ritter und Ernst Biermeier (Freie Wähler) stimmten ebenfalls dagegen, während Ernst Ziegler und Walter Waltrich (SPD) sowie Michael Elsen (CSU) grünes Licht für den Einbau gaben. In den Augen Waltrichs sei ein Lastenaufzug absolut zweckmäßig und wichtig für ein modernes Rathaus.

Lastenaufzug war eigentlich schon abgelehnt worden

Nach dem derzeitigen Stand wurden laut Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann für den Rathausneubau 96 Prozent der Leistungen vergeben. Die Kostenüberschreitung liegt aktuell bei 242 000 Euro – die Kosten haben sich während der Bauphase auf rund 6,5 Millionen Euro erhöht. Die ursprünglich errechneten Gesamtkosten im Dezember 2011 lagen bei 6,7 Millionen Euro.

Aus Kostengründen wurden damals einige Vorschläge des Architekten gestrichen, darunter eine Dreifachverglasung, eine Lüftungsanlage mit höherer Wärmerückgewinnung und Tageslichtsteuerung und eben auch der Lastenaufzug. Damit konnten zu dieser Zeit die Kosten auf 6,2 Millionen Euro reduziert werden. Ursprünglich hätte der Neubau zunächst 3,3 Millionen Euro, dann 4,5 Millionen Euro kosten sollen. ga