weather-image
22°

»Do waar no ebbs« – Lausbuben- und Wirtshausgeschichten

Bergen. Der Mundartautor und Gschichtlschreiber Robert Gapp aus Bergen erzählt auch in seinem zweiten Buch mit dem Titel »Do waar no ebbs« Lausbuben- und Wirtshausgeschichten aus seiner Kindheit in Bergen. Ergänzt wird das neue Buch durch eine kleine Auswahl an Gedichten und Karikaturen von Toni Maier.

Robert Gapp mit seinem neuen Buch »Do waar no ebbs«.

Der Gymnasiallehrer Robert Gapp hat sich in seinem Ruhestand einem ganz neuen Zeitvertreib gewidmet, dem Aufschreiben von amüsanten Geschichten aus den 1950er Jahren. Und dies tut er im herzhaft bayerischen Dialekt, genauso wie man im Chiemgau spricht. Sein erstes Buch »Da Gagste und i« kam vor zwei Jahren heraus. In der Zwischenzeit sind eine ganze Reihe neuer Geschichten entstanden, die er aus erster und auch aus zweiter Hand kennt und in gewohnt humorvoller Art und Weise zu Papier gebracht hat. Da geht es wieder um Anekdoten aus dem Wirtshaus »Zum Eisenhammer« in Bergen, wo er aufwuchs, um seine eigenen Lausbubenstreiche und Abenteuer der Wirtshausbrüder. Aber auch andere Geschichten wie beispielsweise eine »Weihnachtsfabel auf bairisch« sind enthalten.

Anzeige

Neu in dem zweiten Buch ist, dass Robert Gapp auch Gedichte aufgenommen hat, die zum Nachdenken und Innehalten anregen. Aufgrund der Erfahrungen bei zahlreichen Lesungen in Altenheimen in den letzten Jahren befasst sich der Autor in seinen Gedichten unter anderem mit dem Thema »Altwerden«. Gerade die älteren Zuhörer würden bei seinen Geschichten oft zurückversetzt in ihre eigene Kindheit und so manches Mal komme dann der Ausspruch: »Ja, so war des bei uns aa.« Ausgeschmückt werden die Geschichten und Gedichte im neuen Buch durch treffende Karikaturen des Bergeners Toni Maier, dem ehemaligen Wirt der Bründlingalm, der mit seinen netten Figuren das Erzählte in Bilder fasst. Ans Ende seines Buches hat Robert Gapp eine Übersetzungshilfe gesetzt, in der manche alte bayerische Begriffe erklärt werden, die heute nicht mehr im gängigen Sprachgebrauch vorhanden sind. Wer weiß heute schon noch, dass ein »Stranizl« eine spitzige Papiertüte ist oder dass man zum Aschermittwoch »Aschamigga« sagte. Und schließlich fordert der Autor die Leser auf, doch seinem Vorbild zu folgen und ihre eigenen Geschichten aufzuschreiben. Für Robert Gapp bedeutet das Schreiben ein Aufarbeiten seiner eigenen Kindheit genauso wie die Pflege der bayerischen Sprache. Dass er damit auch noch anderen Menschen eine Freude machen kann, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Vorerst will Robert Gapp zwar nach dem Erscheinen seines zweiten Buches erst einmal eine Pause machen. Aber Ideen hat er noch genug und das eine oder andere neue Gedicht entsteht schon wieder so ganz nebenbei, wenn er seine Beobachtungen und seine Gedanken zu Papier bringt.

Das Buch »Do waar no ebbs« gedruckt bei der Druckerei Miller in Traunstein, ist im Buchhandel sowie am Anzeigenschalter des Traunsteiner Tagblatts, Marienstraße 12 in Traunstein, erhältlich. mix