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Siegfried Walch (CSU)

Diskussion über Walchs Äußerung geht weiter – Kabarettist Christian Springer bot Diskussion an

Die Äußerung von Landrat Siegfried Walch (CSU) über »illegale Wirtschaftsflüchtlinge« sorgt weiter für Diskussionen. Kabarettist Christian Springer aus München hat Walch jetzt einen Brief geschrieben und ihm angeboten, über das Thema Flüchtlinge öffentlich zu diskutieren. Springer hat seine Ausführungen auch an das Traunsteiner Tagblatt geschickt.


Auf das Schreiben des Kabarettisten geht der Landrat nicht ein. »Das Landratsamt Traunstein antwortet nicht auf 'offene Briefe'«, sagte Michael Reithmeier, Pressesprecher der Behörde, auf Anfrage.

»Leider Gottes haben wir immer noch viele illegale Wirtschaftsflüchtlinge in unseren Unterkünften. Ansonsten würden die Kapazitäten jetzt für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung stehen.« – An dieser Äußerung von Landrat Walch in einer Videobotschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine scheiden sich die Geister.

Springer forderte Walch auf, »erstens diese Äußerung umgehend zurückzunehmen« und »zweitens sich bei den Betroffenen und auch bei den Helferkreisen und -organisationen zu entschuldigen, die unzählige Aufgaben ehrenamtlich übernehmen, die eigentlich Sie als Landrat zur Aufgabe hätten«.

Der Kabarettist unterbreitet dem Landrat das Angebot zusammenzukommen. Springer schrieb: »Ich bin gerne bereit, über dieses Thema öffentlich und direkt mit Ihnen zu diskutieren, in einem Wirtshaussaal Ihrer Wahl.« Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, zu erfahren, was ihr Landrat meint, wenn er sagt, dieses und jenes sei bei der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen Realität.

Eine Antwort auf sein Schreiben wird Springer nicht erhalten. »Wenn jemand 'offene Briefe' schreibt, geht es ihm nicht um die Sache und Dialog, sondern um öffentlichen Effekt«, sagte Reithmeier. Und weiter: »Unabhängig davon ändern 'offene Briefe' nichts an der Realität, wie wir sie als zuständige Behörde bei der Flüchtlingsunterbringung tagtäglich erleben.«

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