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Direktmandate mit deutlich mehr Stimmen errungen als zuletzt

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Damit haben sich die Prognosen bestätigt, wonach es nach dem schlechten Abschneiden vor fünf Jahren für die CSU nur noch aufwärtsgehen könne. Sie braucht die FDP nicht mehr als Koalitionspartner und hat künftig die absolute Mehrheit im Landesparlament.


Klaus Steiner steigerte sein Ergebnis von 2008, als er 44,7 Prozent der Stimmen bekam, auf diesmal rund 51 Prozent. Ihren Anteil an Zweitstimmen steigerte die CSU von 42,4, auf über 57 Prozent.

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Die SPD, vor fünf Jahren mit 13 Prozent der Zweitstimmen noch abgeschlagen hinter den Grünen ( 20,8 Prozent), steigerte sich auf knapp 18 Prozent, blieb damit aber immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Direktkandidat Dirk Reichenau kam nur knapp über 13 Prozent hinaus

Die Grünen mussten herbe Verluste einstecken. Ihr Zweitstimmenanteil sank von 20,8 auf 8,85 Prozent. Bei den Erststimmen erzielte Gisela Sengl ein Ergebnis, das fast identisch mit dem vor fünf Jahren ist. »Das ist der Daxenberger-Effekt«, kommentierte eine Journalistin das Zweitstimmen-Debakel der Umweltpartei.

Die Freien Wähler mit Lothar Seissiger blieben bei den Erststimmen mit 8,70 Prozent stabil bzw. verbesserten sich leicht. Bei den Zweitstimmen büßten sie erheblich ein.

Die Bayernpartei landete mit 3,21 Prozent noch deutlich vor den Liberalen, die nur noch 2,23 (nach 6,25 Prozent) der Zweitstimmen bekamen. Direktkandidat Alfons Baumgartner erreichte beachtliche 5,2 Prozent und konnte damit seinen Stimmenanteil gegenüber 2008 noch einmal deutlich steigern. Die übrigen Parteien blieben ohne Bedeutung.

Berchtesgadener Land

Das Direktmandat im Kreis Berchtesgadener Land errang Michaela Kaniber (51,19 Prozent). 13 Prozent bekam Michael Koller von den Freien Wählern, 11,85 Prozent Bartl Wimmer von den Grünen und 11,59 Prozent SPD-Kandidat Roman Niederberger.

Bei den Zweitstimmen erreichte die CSU fast 52 Prozent, die SPD 16,28 Prozent und die Grünen 8,81 Prozent. Die Freien Wähler blieben unter sechs, alle anderen Parteien unter drei Prozent.

Schleching am schnellsten

Als erstes trafen um 19.26 Uhr im Landratsamt Traunstein die Ergebnisse aus der Gemeinde Schleching ein. Im Landratsamt in Bad Reichenhall meldete vier Minuten später als erstes der Gemeindewahlleiter von Marktschellenberg die Ergebnisse aus seiner Gemeinde.

Die Resultate aus Schleching waren gleich zu Beginn ein Spiegelbild dessen, was in den Prognosen vorausgesagt worden war: Die CSU und ihr Direktkandidat gewinnen deutlich; die SPD legt ebenfalls zu und die Grünen büßen Stimmen ein. Desaströs das Abschneiden der FDP. Nur jeder Dritte, der den Liberalen vor fünf Jahren seine Stimme gegeben hat, wählte sie in Schleching auch diesmal.

In Marktschellenberg lag die CSU wie in Schleching deutlich über 55 Prozent. Ihre Direktkandidatin Michaela Kaniber, die die Nachfolge von Roland Richter anstrebte, holte zwar die meisten Stimmen (39 Prozent), aber doch deutlich weniger als ihre Partei Zweitstimmen bekam. Dieser Trend setzte sich an diesem Abend in den meisten anderen Gemeinden so fort. Mit 31,1 Stimmen erreichte in Marktschellenberg die Kandidatin der Freien Wähler, Michael Koller, das zweitbeste Ergebnis. Bei den Zweitstimmen landeten die Freien allerdings bei nur 9,1 Prozent.

Chiemsee noch schneller

Noch schneller als Schleching war die Gemeinde Chiemsee. In der kleinsten gemeinde Bayerns lag das vorläufige Endergebnis bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale vor: Kein Kunststück, denn nur die Stimmzettel von 99 Bürgern waren in der Wahlurne; der Rest der 150 Wahlberechtigten (Beteiligung über 80 Prozent) hatte seine Stimmen per Briefwahl abgegeben.

Als in den Landratsämtern in Bad Reichenhall und Traunstein die Ergebnisse aus etwa einem Dutzend Gemeinden eingetroffen waren, erhärtete sich der eingangs vermutete Trend. Allerdings handelt es sich dabei in erster Linie um kleinere Landgemeinden, in denen die CSU traditionell stark ist.

Bei den kleinen Parteien gab es jedoch immer wieder »Ausrutscher« in beide Richtungen. Durchgängig war in erster Linie der Trend katastrophaler Stimmeneinbußen bei der FDP. SPD-Kandidat Dirk Reichenau schlug sich ebenso wacker wie Gisela Sengl von den Grünen und Lothar Seissiger von den Freien Wählern. Die Direktkandidaten der anderen kleinen Parteien erreichten Stimmanteile, die im unteren einstelligen Bereich waren und nicht überraschten.

Die größeren Städte Traunstein, Traunreut und Bad Reichenhall gehören erfahrungsgemäß zu den letzten Orten, aus denen die Ergebnisse eintrafen. Für größere Abweichungen sorgten aber deren Ergebnisse auch nicht. Eine Ausnahme machte diesmal Traunreut, wo man relativ früh mit dem Auszählen fertig war.

Die Gemeinden Ruhpolding, Seeon-Seebruck und Siegsdorf waren diesmal die drei Schlusslichter im Landkreis Traunstein. Ihre vorläufigen Endergebnisse lagen bei Redaktionsschluss für diese Ausgabe um kurz nach 22 Uhr noch nicht vor. -K.O.-