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»Dinosaurier« in der Inneren Medizin geht

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Mit bewegten Worten verabschiedete sich Chefarzt Dr. Thomas Koch von den Mitarbeitern und Kollegen der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding. Er wird in seine schwäbische Heimat, in den Schwarzwald, zurückkehren.

Ruhpolding. Nach knapp 16 Jahren Tätigkeit als Chefarzt der Inneren Abteilung in der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding wurde Dr. Thomas Koch jetzt im Rahmen einer Feierstunde verabschiedet. Er wird in Bad Säckingen (Baden Württemberg) eine Chefarztposition übernehmen. Wie bereits berichtet, übernimmt Dr. Herbert Bruckmayer, leitender Oberarzt der Inneren Abteilung der Kreisklinik Trostberg, vorübergehend die Leitung der Abteilung, bis ein neuer Chefarzt gefunden worden ist.


In Vertretung von Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden Hermann Steinmaßl würdigte Josef Konhäuser in seiner Begrüßungsrede das 16-jährige Wirken Dr. Kochs als kompetenten Partner mit medizinischer Qualität und menschlicher Kompetenz.

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Schwester Theodolinde Mehltretter, Generaloberin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, war es ein Anliegen, für 14 Jahre gemeinsames Wirken unter ihrer Führung im Vinzentinum persönlich »Vergelt’s Gott« zu sagen. »Ihr ärztliches Können und Ihr tatkräftiger Einsatz zum Wohle der Patienten war mitbestimmend für die Beliebtheit des Vinzentinums« so die ehemalige Hausherrin.

Der Vorstand der Kliniken Südostbayern AG, Stefan Nowack, hob die vielen Zusatzbezeichnungen des Internisten und Angiologen Dr. Koch hervor. Die spezielle Intensivmedizin, die Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren und die Sportmedizin, zu der Dr. Koch durch das Biathlon eine intensive Verbindung pflegt, sollen als Beispiele aufgezählt sein. In den fast 16 Jahren hatte Dr. Koch verschiedene »Co-Chefärzte« mit kürzerer oder längerer Verweildauer. Häufig hat er jedoch die Klinik allein geleitet. »Die Konstante in Ruhpolding war stets Dr. Koch, dessen ruhige und besonnene Art ich besonders geschätzt habe«, betonte Stefan Nowak.

Prof. Rupert Ketterl als Ärztlicher Direktor der Kliniken Ruhpolding und Traunstein stellte Dr. Koch als einen sogenannten »Dinosaurier« in der Inneren Medizin dar. So hatte Dr. Koch von der Bayerischen Ärztekammer die volle Weiterbildungsermächtigung im Fach der Inneren Medizin erhalten, die in der Regel nur an große Abteilungen und Kliniken vergeben werde. Die Facharztausbildung ist somit ohne Wechsel des auszubildenden Arztes für junge Assistenzärzte in Ruhpolding möglich gewesen. »Die gründliche und sorgfältige Arbeitsweise sowie der stetige kollegiale Umgang mit den ärztlichen Mitarbeitern förderte zudem die Attraktivität einer Facharztweiterbildung hier am Vinzentinum. Dies spiegelte sich auch in der Tatsache wieder, dass Dr. Koch keine Probleme hatte, die Ausbildungsstellen zu besetzen«, betonte Prof. Ketterl.

Sichtbar gerührt nahm Dr. Thomas Koch die Laudatio der Vorredner zur Kenntnis, die man normalerweise nur erhalte, wenn man in den Ruhestand geht, für sein Lebenswerk geehrt wird oder man verstorben ist. »Alle drei Optionen treffen für mich nicht zu«, so Dr. Koch. Er stellte fest, dass manches Lob oder anerkennende Worte sicher öfters für jeden Mitarbeiter motivierender sind und nicht so sparsam gebraucht werden sollten – ganz nach dem schwäbischen Sprichwort »Net gschimft ist globt gnug«.

Dr. Koch dankte vielen seiner Weggefährten der letzten Jahre und hob die enge Kooperation mit Chefarztkollegen des Klinikums Traunstein seit der Fusion hervor. Sein besonderes »Vergelt’s Gott« galt vor allem den Mitarbeitern der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding. »Ohne ihr tägliches Engagement würde der Klinikbetrieb nicht funktionieren« so Koch. Den Mitarbeitern, egal in welcher Funktion, ebenfalls die Wertschätzung entgegen zu bringen, so wie er es in den vergangenen Jahren versucht hat, war sein Wunsch an den Träger und die neuen Führungskräfte.