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»Dieses neue Heim ist für uns wie ein Sechser im Lotto«

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Der »Foxbau«, wie das neue Pfadfinderheim genannt wird, liegt idyllisch auf dem ehemaligen Bergbad-Gelände. (Foto: T. Eder)

Grassau – »Für uns Pfadfinder geht hier ein lang ersehnter Traum in Erfüllung«, betonte der Stammesführer der Achentaler Pfadfinder, Christian Keller, bei der Einweihung und Vorstellung des neuen Pfadfinderheims auf dem ehemaligen Bergbad-Gelände. »Wir haben hier alles, was sich das Pfadfinderherz wünscht: Wald, Wiesen, ein Gewässer und ein Haus mit Gruppenräumen, einer Küche und einem Schlafsaal für Übernachtungen.«


Wie glücklich die Pfadfinder jetzt in ihrem neuen Zuhause sind, zeigten sie an ihrem Festtag. Bürgermeister Rudi Jantke erinnerte an die Herbergssuche. Etliche Jahre seien die Pfadfinder in einigen Räumen im Erdgeschoß des ehemaligen Schul-, Kindergarten- und Bauhofgebäudes zwischen Schule und Rathaus untergebracht gewesen.

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Im Zuge der Ortskernsanierung und Neugestaltung des Parkplatzes musste dieses eher »schlechte als rechte« Pfadfinderheim aufgegeben werden. Ersatz fanden die Pfadfinder in dem früher als Jugendtreff genutzten Haus am Birkenweg. Hier konnten sich die Pfadfinder laut Jantke über zehn Jahre lang gut einrichten. Doch mit der Planung des neuen BRK-Gebäudes konnte den Pfadfinder das Häuschen nicht länger überlassen werden.

»Uns allen war aber wichtig, dass der Pfadfinderstamm und die hervorragende Jugendarbeit, die von ihm geleistet wird, auf jeden Fall weiterhin in unserer Gemeinde erhalten bleibt«, betonte Jantke. So entschied der Marktgemeinderat, die Pfadfinder bei der Suche einer neuen Heimat zu helfen und sie mit einem Zuschuss von 10 000 Euro finanziell zu unterstützen.

Mehrere Gebäude standen zur Option

Jantke informierte, dass das Dachgeschoß im neuen BRK-Gebäude eine Option gewesen wäre, doch für die Pfadfinder, die viel in der Natur sind, als ungeeignet betrachtet wurde. Der Neubau eines Heims auf dem Gelände der Verbandskläranlage scheiterte aufgrund der Außenbereichslage und aus Brandschutzgründen. Auch der ehemalige runde Trinkwasserbehälter der Gemeinde wäre interessant gewesen. Die Umbauarbeiten hätten aber die finanziellen Möglichkeiten der Pfadfinder weit überfordert, so Jantke.

Immer sei neben Stammesführer Christian Keller auch Folker Schindlmayr, Fox genannt, bei den Bemühungen um ein neues Pfadfinderheim aktiv beteiligt gewesen. Man beschloss gemeinsam auf den Wirt des Bergbadstüberls zuzugehen und mit diesem über eine gemeinsame Nutzung des Bergbadstüberl zu reden. Die Pfadfinder würden den ehemaligen Umkleidebereich als Heim nutzen und der Wirt könnte weiterhin das Lokal betreiben. Zunächst hatte sich der Wirt mit dieser Lösung angefreundet, dann kurze Zeit später aber doch den Antrag gestellt, ihn aus dem Pachtvertrag mit der Gemeinde freizustellen. Laut Jantke sei dies einerseits bedauerlich, da das Stüberl für Wanderer und Gäste ein beliebter Anlaufpunkt gewesen war. Andererseits aber hätte sich nun für die Pfadfinder durch die Nutzung des gesamten Gebäudes optimale Bedingungen ergeben.

Ganzer Stolz ist die Gastronomie-Stahlküche

Nach Übernahme des neuen Heims im vergangenen Oktober musste kurzfristig das Dach abgedichtet, alte Holzbauten abgerissen und entsorgt, das Gebäude renoviert und für die Bedürfnisse der Pfadfinder gestaltet werden, erklärte Stammesführer Christian Keller. Heute könne das Gebäude hervorragend genutzt werden. Neben den zwei Gruppenräumen wurde ein funktionelles Büro für die Leitung installiert. Besonders stolz sind die Pfadfinder auf ihre neue Gastronomie-Stahlküche, die sie aus einer Wirtschaft günstig erwerben konnten. Sie haben nun die Möglichkeit, auch für größere Gruppen zu kochen.

Für gemeinsame Unternehmungen – auch über Nacht – bietet das Matratzenlager Unterschlupf, die große Terrasse ist besonders im Sommer ein willkommener Aufenthaltsort. Bei der Namenssuche für das neue Heim wurde sofort an den »Vater« der Grassauer Pfadfinder, der über Jahrzehnte den Stamm führte, gedacht. So entschieden sich die Pfadfinder ihr neues Heim »Foxbau« nach Folker Schindmayr zu benennen.

Sein Lob richtete Keller an die Gemeinde und an Bürgermeister Rudi Jantke, der sich sehr für die Pfadfinder engagierte hatte. »Dieses neue Heim ist für uns wie ein Sechser im Lotto«, so Keller. Gleichwohl lobte Keller die Pfadis, den Förderverein und die Eltern, die sich ebenfalls stark einbrachten und mithalfen. Unterstützung bekamen die Pfadfinder auch von heimischen Unternehmern und von privaten Förderern.

Pfarrer Andreas Horn spendete den Segen

Natürlich wollten die Pfadfinder auch den Segen für ihren »Foxbau« und freuten sich, dass Pfarrer Andreas Horn die Segnung übernahm. Auf das Idyll hinweisend, meinte Pfarrer Horn, dass dies ohnehin schon ein gesegneter Fleck sei und die Pfadfinder nun auch mit Gottes Segen ihren Pfad finden werden.

Nach dem offiziellen Teil konnten die Besucher den »Foxbau« besichtigen. Die Pfadfinder standen Rede und Antwort, informierten über ihre Arbeit und zeigten Bilder ihrer schönsten Touren. Die »Achental-Swing-Combo«, die Lehrerband des Landschulheims Marquartstein und die Band »Status Seeker« sorgten für die musikalische Unterhaltung. Für die Kinder stand eine Waldschnitzeljagd auf dem Programm, die Erwachsenen durften sich beim Zeltaufbauen üben. tb